20. März 2015 / 10:28 Uhr

Chemie-Neuzugang Uwe Kuhl im Interview: „Hier gibt es viele Menschen, die enorm engagiert arbeiten

Chemie-Neuzugang Uwe Kuhl im Interview: „Hier gibt es viele Menschen, die enorm engagiert arbeiten

Matthias Puppe
SPORTBUZZER-Nutzer
Chemie-Neuzugang Uwe Kuhl im Interview: „Hier gibt es viele Menschen, die enorm engagiert arbeiten USER-BEITRAG
Chemie-Neuzugang Uwe Kuhl im Interview: „Hier gibt es viele Menschen, die enorm engagiert arbeiten © privat
Anzeige

Kuhl ist bisher im Leutzscher Fußball noch weitgehend unbekannt. LVZ-Online sprach mit ihm über seine Ambitionen in Grün-Weiß.

Anzeige

Leipzig. Am 1. April übernimmt Uwe Kuhl das Amt des sportlichen Leiters beim Landesligisten Chemie Leipzig und entlastet damit Präsident Frank Kühne. Der 50-Jährige ist ehemaliger Torwart von Dynamo Dresden und Stahl Riesa, arbeitete zuletzt bei Blau-Weiß Freital als Trainer. Kuhl ist bisher im Leutzscher Fußball noch weitgehend unbekannt. LVZ-Online sprach mit ihm über seine Ambitionen in Grün-Weiß.

Anzeige

Frage: Herr Kuhl, Chemie Leipzig hat das Spitzenspiel vergangene Woche in Bischofswerda verloren. Wie war Ihr Eindruck?

Uwe Kuhl: Ich kann zur Mannschaft generell noch nicht viel sagen, habe erst drei Spiele gesehen. Aber ich dachte mir schon, dass es schwer werden wird, als Trainer in Freital hatten wir zuletzt auch gegen Bischofswerda gespielt und die Mannschaft als sehr spielstark kennen gelernt.

Frage: Ihre Verpflichtung war recht überraschend – zumal ihr Name bisher im Leutzscher Fußball keine Rolle gespielt hat. Wie kam der Kontakt zustande?

Uwe Kuhl: Ich habe Chemie-Aufsichtsrat Kai Leschier über einen Freund kennengelernt, und wir sind ins Gespräch gekommen. Der Verein hat in diesem Bereich nach Verstärkungen gesucht, mich hat die Aufgabe gereizt. Ich habe dann auch Präsident und Aufsichtsrat getroffen, mich in aller Form beworben und bin genommen worden.

Frage: Was werden sie als sportlicher Leiter ab 1. April genau im Verein machen?

Uwe Kuhl: Zu 100 Prozent kann ich das noch gar nicht sagen, wir sind derzeit dabei, das Aufgabenfeld des sportlichen Leiters genau zu umreißen. Klar ist aber natürlich schon, dass ich zu Beginn vor allem Gespräche mit allen Spielern führen werde, und das nicht nur über auslaufende Verträge. Meine Aufgaben werden dabei nicht nur in der ersten Mannschaft liegen, sondern ich bin dann für den gesamten sportlichen Bereich zuständig, für die Erste und Zweite, die Nachwuchsmannschaften und die Alten Herren.

*Frage: Früher war die Aufgabenteilung in Fußballvereinen klar: Der Präsident bringt das Geld mit und der Trainer stellt die Mannschaft auf. Was macht heute einen sportlichen Leiter notwendig? *

Uwe Kuhl: Das ist eine gute Frage. (lacht) Klar ist: Der Trainer stellt auch heute noch die Mannschaft auf, der Präsident sollte die Kontakte zu den Sponsoren und Förderern halten. Als sportlicher Leiter bin ich dazwischen ein Bindeglied – das auch allen anderen Engagierten den Rücken freihalten soll. Chemie hat ja eine Unmenge an ehrenamtlichen Trainern und Helfern, die sollen sich auf das Training konzentrieren können, ich bin für das Tagesgeschäft da.

Frage: Nach Bekanntwerden ihres Engagements bei Chemie hieß es auch, sie seien verpflichtet worden, weil sie als Auswärtiger keine Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen müssen. Wird es künftig verstärkt Neuzugänge ohne grün-weißen Stallgeruch geben?

Uwe Kuhl: Das kann ich so noch nicht sagen. Der Trainer kennt den Kader und entscheidet, was gebraucht wird. Wir schauen dann gemeinsam, was reinpasst. Wichtig ist, dass die Jungs zum Verein passen. Richtig ist aber auch, dass ich unbefleckt an die Aufgabe herangehen werde.

Frage: Chemie Leipzig ist ein besonderer Verein – auch weil hier die Fans bisher eine tragende Rolle gespielt haben, es in allen Gremien auch Entscheidungsträger aus der aktiven Anhängerschaft gibt. Was erwarten Sie diesbezüglich für ihre Arbeit?

Uwe Kuhl: Ich erwarte, dass man mir die Chance gibt, die Ideen, die ich mitbringe auch umsetzen zu können. Ich hoffe, dass man mir trotz meiner Dresdner Vergangenheit offen gegenübertritt und ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit mit den vielen Menschen im Verein, die ein absolut grün-weißes Herz haben.

Frage: Vor vier Jahren hat Chemie Leipzig noch in der Kreisklasse gespielt, sind die Fans über Dorfplätze gepilgert, um ihren Verein spielen zu sehen. Jetzt klopft die BSG an die Tür zur Oberliga an. Geht diese Entwicklung zu schnell, lauern aus ihrer Sicht Gefahren?

Anzeige

Uwe Kuhl: Über die Oberliga müssen wir überhaupt noch nicht reden, wir haben noch elf Spiele vor uns, die Liga ist extrem ausgeglichen und wir sind punktgleich mit dem Zweitplatzierten. Wir werden sehen, wohin die Reise geht. Sollte es mit dem Aufstieg nicht klappen, wird die Welt auch nicht untergehen. Hier gibt es viele Menschen, die hier enorm engagiert arbeiten, die ein grün-weißes Herz in sich tragen.

Frage: Ihr Vertrag ab 1. April gilt vorerst für ein Jahr. Was streben sie in dieser Zeit an?

Uwe Kuhl: Dass die BSG Chemie Leipzig sich in allen Bereichen ein Stück weiterentwickelt.