10. November 2019 / 13:47 Uhr

Chemie Leipzig scheitert an kompakten Meuselwitzern

Chemie Leipzig scheitert an kompakten Meuselwitzern

Tom Rietzschel
SPORTBUZZER-Nutzer
Raffael Cvijetkovic (grün-weiß) im Duell mit dem Meuselwitzer Danny Breitfelder USER-BEITRAG
Raffael Cvijetkovic (grün-weiß) im Duell mit dem Meuselwitzer Danny Breitfelder © Christian Donner
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Die Leutzscher finden so gut wie keine Mittel gegen defensiv stabile und vorn äußerst effiziente Meuselwitzer.

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Leipzig. Regionalliga-Aufsteiger BSG Chemie Leipzig hat es verpasst seine positive Serie fortzusetzen. Nach zehn Punkten aus den vergangenen fünf Spielen unterlag die Mannschaft von Trainer Miroslav Jagatic im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark dem ZFC Meuselwitz mit 0:2 (0:2) und lieferte dabei eine der schwächeren Vorstellungen in der bisherigen Saison ab. Die Leutzscher erwischten dabei einen absolut gebrauchten Tag, indem man vor allem jegliche Durchschlagskraft im Angriff vermissen ließ. In der torgefährlichen Zone wurden die Chemiker demzufolge kaum zwingend, Gäste-Schlussmann Ruben Aulig musste in den gesamten 90 Minuten nur einen Ball abwehren. Der Gast stellte sich in Leutzsch als kompakte Einheit vor, die beiden Treffer in der ersten Hälfte halfen den Meuselwitzer entscheidend, um die Partie in die gewünschten Bahnen zu lenken. Dabei erwiesen sich die Ostthüringer als extrem effektiv, jedoch waren beide Gegentreffer aus BSG-Sicht absolut zu verhindern gewesen. Zwar versuchten die Gastgeber in Hälfte zwei nochmals der Partie eine Wende zu geben, doch wollte an diesem Tag recht wenig gelingen. Jegliche Bemühungen können der Jagatic-Elf zwar definitiv nicht abgesprochen werden, doch verteidigte der ZFC den kostbaren Vorsprung sicher, so dass der 2:0-Erfolg der Schützlinge von Trainer Heiko Weber absolut in Ordnung geht.

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Eine unerwartete 0:2-Niederlage gab es für die BSG Chemie Leipzig gegen den ZFC Meuselwitz. Zur Galerie
Eine unerwartete 0:2-Niederlage gab es für die BSG Chemie Leipzig gegen den ZFC Meuselwitz. © Christian Donner
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Mit zwei Siegen über Auerbach (2:0) und in Rathenow (1:0) im Rücken starteten die Leutzscher jedoch durch mit Selbstvertrauen in diese Begegnung. Die Gäste aus Ostthüringen, welche mit drei Niederlagen in Folge langsam in die bedrohliche Tabellenregion durchgereicht wurden, überließen den Platzherren zu Beginn jegliche Spielanteile und konzentrierten sich zunächst auf ihre Defensivaufgaben. So ließen die Grün-Weißen in der Anfangsphase das Leder auch ganz gut laufen, ohne jedoch für Gefahr vor dem ZFC-Gehäuse sorgen zu können. Nach einer Viertelstunde wurde es jedoch mucksmäuschenstill im Chemie-Lager – mit dem ersten Ball in Richtung BSG-Gehäuse ging der Gast in Führung. Nach einem Leutzscher Ballverlust im Mittelfeld bediente Fabian Stenzel den mitgelaufenen René Weinert, welcher aus gut 30 Metern halbrechter Position ansatzlos abzog und Benjamin Bellot mit einem wahren Traumtor zum 0:1 überwand (15.).

Dieser Treffer spielte den ZFC gewaltig in die Karten. Durch die letzten Negativerlebnisse nicht wirklich mit Selbstvertrauen überschüttet, gestalteten die Meuselwitzer ihren Defensivverbund noch kompakter und hofften mit Konterattacken zum Erfolg zu kommen. Der Anfangsschwung der Chemiker war nach dem Gegentor wie verpufft, im Ballvortrag unterliefen der Elf viel zu viele Unzulänglichkeiten. Man verstand es nicht, die vielbeinige Meuselwitzer Hintermannschaft spielerisch aus den Angeln zu heben, da das eigene Passspiel viel zu fehlerhaft blieb. Die Ostthüringer konnten daher problemlos ihr eigenes Tor verteidigen, auch mit langen Bällen war gegen die baumlangen Innenverteidiger Bastian Strietzel und Johann Weiß kein Durchkommen. Einzig Tomáš Petráček bedrohte in den ersten 45 Minuten mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das ZFC-Gehäuse, als er zunächst gut von Tommy Kind eingesetzt wurde, sein Versuch im Anschluss jedoch von Keeper Ruben Aulig entschärft wurde (41.). Allerdings wurden die Leutzscher Probleme nicht weniger – mit gnadenloser Effektivität erhöhte die Weber-Elf kurz vor dem Pausenpfiff auf 0:2. Über die linke Seite sehr gut von Danny Breitfelder eingeleitet, lief Andy Trübenbach mit Anlauf perfekt in die Flanke hinein und wuchtete die Kugel per Kopf zum 0:2-Halbzeitstand in die Maschen (43.).

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Es gibt solche Tage

Nach einer deutlichen Pausenansprache von Chemie-Trainer Miroslav Jagatic kam die Mannschaft zwar voller Tatendrang aus der Kabine, doch blieben die Probleme in der Offensive weiterhin bestehen. Es fehlte nach wie vor an Tempo und Spielideen, um die kompakte Hintermannschaft der Gäste vor Probleme zu stellen. Erst mit der Einwechslung von Max Keßler wurde dies etwas besser (59.), der über die linke Seite immer wieder mit gewonnenen Eins-gegen-Eins-Duellen für etwas Verwirrung im ZFC-Strafraum sorgte. So wurde eine flache Keßler-Eingabe direkt vor die Füße von Daniel Heinze abgewehrt, doch setzte der Mittelfeldspieler seinen Versuch zu hoch an (67.). Zwei Minuten später war erneut Keßler mit einer Flanke Ausgangspunkt des nächsten chemischen Torabschlusses, als Tommy Kind die Kugel abermals auf Heinze zurücklegte – drüber (69.). Ein Anschlusstreffer hätte die Angelegenheit sicher noch einmal spannend gemacht, doch ließ die Mannschaft auch in der Folgezeit die gewünschte Zielstrebigkeit im letzten Drittel leider vermissen.

Mit hoher Kompaktheit verteidigte Meuselwitz den Vorsprung, zumal der Zeitfaktor ebenfalls für die Ostthüringer sprach. Eine Viertelstunde vor Schluss näherte sich auch der ZFC wieder einmal dem BSG-Gehäuse, doch köpfte Timo Mauer eine Flanke von Fabian Raithel über den Kasten (76.). Fünf Minuten später vergaben die Gäste die endgültige Entscheidung, als Bastian Strietzel per Kopf einen Eckball von Fabian Stenzel auf den eingewechselten Alexander Dartsch verlängerte, der jedoch aus Nahdistanz das Ziel verfehlte (81.). So blieben die Leutzscher zwar noch im Spiel, doch blieben die Offensivaktionen auch mit der berühmten Brechstange nicht zwingend genug. Eine Flanke von Daniel Heinze nickte Tommy Kind am Tor vorbei (84.), beim Schussversuch von Max Keßler fehlte ebenfalls ein gutes Stück (87.). Bis nächste Woche hätten die Fünfeckträger spielen können, ihnen wäre definitiv kein Treffer gelungen – es gibt solche Tage. Da passte es noch ins Bild, dass das vermeintliche 1:2 von Keßler aufgrund einer vorherigen Abseitsstellung von Kind keine Anerkennung fand (90.).

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Pokal statt Liga

So blieb es letztlich bei der schmerzlichen 0:2 (0:2)-Heimniederlage der Leutzscher gegen eine Meuselwitzer Mannschaft, die durch ihre resolute Effektivität und beherzte Defensivarbeit den Grundstein für diesen Auswärtssieg legten. Die Gäste gewannen letztlich verdient – auch wenn die Grün-Weißen in Sachen Leidenschaft und kämpferisches Aufbegehren alles abriefen. Es fehlte zweifelsohne an der spielerischen Note und an Ideen, um gegen diesen kompakten Gegner etwas Zählbares mitnehmen zu können.

Nichtsdestotrotz wird man im Chemie-Lager diese Begegnung sauber analysieren und die notwendigen Schlüsse für die kommenden Partien ziehen. Mit 18 Punkten nach 15 Spielen haben sicherlich nur die wenigsten Experten gerechnet – das zeigt, dass man in Leutzsch auf dem richtigen Weg ist. Dass man kleinere Rückschläge dabei erleiden könnte, war im Vorfeld absolut klar und musste man einkalkulieren. Demzufolge wird die Mannschaft weiter fleißig arbeiten, um in den nächsten Spielen wiederum positiv von sich reden zu machen.

Auch wenn die Regionalliga am kommenden Wochenende Pause macht – die Leutzscher bleiben trotzdem weiterhin im Wettkampfmodus. Am nächsten Samstag tritt die Jagatic-Elf beim ambitionierten Oberligisten FC Eilenburg an, wo man im Achtelfinale des Wernesgrüner-Sachsenpokals seine Visitenkarte abgeben muss. Darauf liegt nun der komplette Fokus in den nächsten Tagen. Der Anstoß im Eilenburger Ilburg-Stadion erfolgt am Samstag um 13.00 Uhr.

BSG Chemie: Bellot – Boltze, Karau, B. Schmidt, Wajer – F. Schmidt (ab 59. Ibiševic), Wendschuch, Heinze, Cvijetkovic (ab 59. Keßler) – Kind, Petráček (ab 85. Felgenträger) – Trainer: Jagatic

Meuselwitz: Aulig – Moritz, Weiß, Strietzel, Raithel – Weinert (ab 68. Dartsch), Ernst, Stenzel, Trübenbach – Mauer (ab 85. Sahanek), Breitfelder (ab 76. Rudolph) – Trainer: Weber

Schiedsrichter: Kutscher (Berlin) – Schiedsrichter-Assistenten: Köppen (Rathenow), Kaltwaßer (Berlin)

Tore: 0:1 Weinert (15.), 0:2 Trübenbach (43.)

Gelbe Karten: B. Schmidt (Foulspiel – 90.+4) – Mauer (Foulspiel – 49.), Stenzel (Foulspiel – 60.), Trübenbach (Foulspiel – 62.)

Reservebänke: Latendresse-Levesque (Tor), Nikolajewski, Schubert, Krahl – Hoffmann (Tor), Bürger, Wonneberger, Reinhard

Zuschauer: 2.849 im Alfred-Kunze-Sportpark zu Leipzig

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