11. August 2019 / 21:35 Uhr

Chemnitz schnuppert an der Sensation - Spätes Aus gegen Hamburg

Chemnitz schnuppert an der Sensation - Spätes Aus gegen Hamburg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
CHEMNITZ, GERMANY - AUGUST 11: Dejan Bozic (R) of Chemnitz is challenged by Bakery Jatta of Hamburg during the DFB Cup first round match between Chemnitzer FC and Hamburger SV at Stadion an der Gellertstrasse on August 11, 2019 in Chemnitz, Germany. (Photo by Thomas Eisenhuth/Bongarts/Getty Images)
Chemnitz' Dejan Bozic im Duell mit Bakery Jatta. © Getty Images
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Zweimal ging Außenseiter Chemnitzer FC gegen den Hamburger SV in Führung. Am Ende reichte es nicht, um die Überraschung zu schaffen. Der HSV hatte im Elfmeterschießen die Nase vorn. Die Fans des CFC nutzten die Partie, um dem entlassenen Daniel Frahn den Rücken zu stärken. Vor dem Spiel gab es einen Fanmarsch.

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Chemnitz. Was für ein Spiel, was für ein Drama. In einem packenden Pokalfight zwischen Drittligist Chemnitzer FC und Zweitligist Hamburger SV fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Nach Verlängerung hatte es 2:2 gestanden. Auch vom Punkt schenkten sich beide Teams zunächst nichts – bei den ersten fünf Schützen jedes Teams parierten die Torhüter Jakub Jakubov (CFC) und Daniel Heuer Fernandes (HSV) je einen Ball. Also auch hier – Verlängerung. In der schoss Sören Reddemann, der siebte Chemnitzer Schütze, den Ball übers Tor. Den entscheidenden Elfer verwandelte Adrian Fein. Riesengroßer Jubel bei den Hamburgern, gesenkte Köpfe bei den Chemnitzern.

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11.08.2019, Sachsen, Chemnitz: Fußball: DFB-Pokal, Chemnitzer FC - Hamburger SV, 1. Runde, im Stadion an der Gellertstraße. Fans des Chemnitzer FC demonstrieren vor Beginn des Spiels in der Innenstadt vor Karl-Marx-Monument für den Erhalt des Vereins. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ Zur Galerie
11.08.2019, Sachsen, Chemnitz: Fußball: DFB-Pokal, Chemnitzer FC - Hamburger SV, 1. Runde, im Stadion an der Gellertstraße. Fans des Chemnitzer FC demonstrieren vor Beginn des Spiels in der Innenstadt vor Karl-Marx-Monument für den Erhalt des Vereins. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa / Getty Images
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„Ich kann mich nur bei den Jungs entschuldigen, dass ich den nicht reingemacht habe“, meinte Reddemann hinterher tief traurig. CFC-Coach David Bergner sagte: „Es überwiegt zunächst die Enttäuschung, denn wir lagen im Elfmeterschießen vorne, haben uns um unseren Lohn gebracht. Trotzdem sollten wir das Positive sehen, wir haben über 120 Minuten gegen den HSV wenig zugelassen.“ Sein HSV-Kollege Dieter Hecking lobte den CFC: „Chemnitz hat gut verteidigt, wir mussten ein ganz dickes Brett bohren, haben aber die Geduld bewahrt. Am Ende gehört auch etwas Glück dazu.“

Frahn-Protest und Jatta-Unterstützung

Zwei Spieler standen im Vorfeld im Fokus. Auf Seiten der Chemnitzer Daniel Frahn, den am vorigen Montag geschassten Ex-Kapitän. Trotz seiner Entlassung war der Top-Torjäger der vergangenen Saison im Stadion präsent: Die Ultras der Südkurve hielten Plakate mit Frahns Rückennummer 11 hoch und skandierten immer wieder aus aus voller Kehle „Frahn Fußballgott“.

Auf Seiten der Hamburger hatte es unter der Woche um Flügelspieler Bakery Jatta Wirbel gegeben. Die „Sport Bild“ hatte die Identität des Gambiers in einem Bericht stark angezweifelt. HSV-Trainer Dieter Hecking setzte mit seiner Aufstellung ein Zeichen, wollte dies aber explizit nicht als solches verstanden haben: Jatta stand wie beim jüngsten 4:0-Auswärtserfolg in Nürnberg in der Startelf. Und auch die 2500 mitgereisten HSV-Fans zeigten sich solidarisch: „Bakery, egal was – wir stehen hinter dir“, hieß es auf einem großen Banner im Gästeblock.

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Beide Trainer mussten für das Spiel auf ihre Kapitäne verzichten: Hamburgs Aaron Hunt fiel mit Leistenproblemen aus, Chemnitz neuer Spielführer, Niklas Hoheneder, musste aufgrund muskulärer Probleme passen. Er wurde in der Innenverteidigung von Clemens Schoppenhauer ersetzt, als Kapitän führte Tobias Müller die Sachsen aufs Feld.

Hamburg zunächst ohne Chancen

Vom Start weg übernahm der Favorit aus dem Norden die Spielkontrolle. Die Chemnitzer machten ihrerseits klar, dass sie der „Bundesliga-Mannschaft“ (O-Ton Bergner) trotz ihres Sieglos-Saisonstarts einen ordentlichen Kampf liefern wollten. In der sechsten Minute checkte Rechtsverteidiger Itter seinen Gegenspieler Sonny Kittel beherzt in die Bande. Zu dicken Torchancen kam es in der ersten halben Stunde trotz Hamburger Überlegenheit nicht: Kopfbälle von Hinterseer und Kinsombi flogen deutlich über den Kasten von Jakub Jakubov. Auf CFC-Seite verbuchte Angreifer Bozic den ersten Torschuss nach 20 Minuten in Form eines harmlosen Kopfballs.

Erstmals zwingend wurde der HSV dann in der 37. Minute: Nach schönem Steckpass in den Sechzehner streifte ein Schlenzer von Dudziak den rechten Außenpfosten. Zwar kombinierten sich die Hamburger immer wieder gefährlich in den Strafraum, doch fehlte ihnen in der „Box“ der kaltschnäuzige Abschluss. Die Hausherren hielten leidenschaftlich dagegen, kamen aber kaum einmal gefährlich in die gegnerische Hälfte. So ging es mit 0:0 in die Pause. Angesichts der jüngsten Chemnitzer Querelen durchaus eine Überraschung.

Der HSV drückt, der CFC verteidigt

In Hälfte zwei erlebte der HSV sein himmelblaues Wunder. Nachdem Kinsombi nach einer Ecke knapp übers Tor gezielt hatte, schnappte sich Tarsis Bonga wenig später den Ball und marschierte los. Nach starkem Lauf durchs Zentrum schoss der Angreifer den sich in den Ball werfenden van Drongelen gegen den erhobenen Arm – Elfmeter. Bozic nahm sich den Ball und versenkte sicher unten links (57.). Auf einmal: Feststimmung an der Gellerstraße! Die CFC-Fans dürsteten nach der Sensation. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz. Eine Flanke von der rechten Seite verwertete Lukas Hinterseer in Torjäger-Manier aus der Drehung (62.). Doch die Himmelblauen steckten nicht auf und nutzten gleich ihre nächste Chance zur erneuten Führung: Matti Langer verwerte eine Milde-Ecke per Kopf, der Innenpfosten half mit (68.). Zwei Chancen, zwei Tore – der CFC eiskalt.

Die Hamburger zeigten ebenso Mentalität und große Freistoßkunst von Sonny Kittel. Sein Schuss von der rechten Seite landete direkt im Giebel, das Spiel war wieder offen (75.). Stadionsprecherin Kati Huhn musste beide Fanseiten anschließend beruhigen: Bei den Hamburgern brannten Bengalos, bei den Chemnitzern hallten Kanonenschüsse aus der Kurve. Am Ergebnis änderte sich in der regulären Spielzeit nichts mehr. Der HSV drückte, Chemnitz verteidigte mit elf Mann das Unentschieden. Verlängerung, Elfmeterschießen - die Gellertstraße tobte! Doch das Happy End blieb aus.

Maximilian König

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