02. Juli 2021 / 16:31 Uhr

Regionalliga statt Schenkenberg: Lok Leipzigs Ex-Kapitän Schinke spielt bei Chemnitz vor

Regionalliga statt Schenkenberg: Lok Leipzigs Ex-Kapitän Schinke spielt bei Chemnitz vor

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
schinke
Für Paul Schinke war es ein kurzer Aufenthalt bei seinem Jugendverein. © Alexander Prautzsch
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Eigentlich wollte Paul Schinke seine Profi-Karriere an den Nagel hängen. Der ehemalige Kapitän von Lok Leipzig wechselte zu Concordia Schenkenberg. Eine Rückkehr in die Regionalliga war aber nie ausgeschlossen. Doch das dies schon anderthalb Monate später der Fall sein würde, hätte keiner gedacht. Jetzt absolviert der 30-Jährige beim Chemnitzer FC ein Probetraining.

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Chemnitz/Leipzig. Große Namen bergen bisweilen große Unruhe. Nachdem der Wechsel von Ex-Profi Paul Schinke von Lok Leipzig zu seinem Heimatverein Concordia Schenkenberg in die Fußball-Nordsachsenliga eigentlich schon perfekt war, taucht der 30-Jährige nun plötzlich im Kader von Regionalligist Chemnitzer FC auf.

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In den letzten Wochen mittrainiert

Sven Roos ist ob der kurzfristigen Entscheidung hin- und hergerissen: „Das Wochenende ist für mich gelaufen. Natürlich freue ich mich nicht. Aber er hatte auch im Gespräch mit mir angekündigt, dass er geht, wenn er etwas passendes findet. Da war er offen und ehrlich. Jetzt hätte ich aber nicht mehr damit gerechnet“, erzählt der Concorden-Trainer. „Ich verstehe Paul auch. Er ist 30, hat das Zeug dazu. Er kann auch noch mit 34 zu uns kommen.“

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Noch in der vergangenen Woche hatte Schinke in Schenkenberg mittrainiert. „Er war immer da, sehr fleißig, hat sich schön eingefügt, auch Anweisungen gegeben“, berichtet Roos, der nun einen neuen Führungsspieler braucht. Dummerweise haben die Concorden auch großes Pech mit ihren anderen Neuzugängen. Hannes Pruchnik hat sich das Kreuzband gerissen und fällt wohl für die komplette Spielzeit aus, Maxime Rinaldoni wird eine alte Verletzung aus Krostitzer Tagen einfach nicht los. „Dann werden wir wohl wieder gegen den Abstieg spielen“, sagt Roos angesichts der Umstände reichlich konsterniert. Immerhin, Zugang Nummer vier, Anton Heinrich, hinterlässt bereits bleibende Eindrücke: „Er hat sich sehr gut eingeführt, ich bin absolut zufrieden mit ihm.“

Verwunderung beim 1. FC Lok

Bereits vor einigen Wochen hatte Schinke zu seinen Ambitionen im SPORTBUZZER-Interview erklärt: „...kann aber auch sein, dass ich im Winter einen Rappel kriege und es noch mal in der Regionalliga versuche.“ Jetzt kam der „Rappel“ offenbar schon etwas eher und Schinkes Engagement bei seinem Jugendverein endet, ehe es so richtig begonnen hat. Und die Schenkenberger müssen sich noch ein wenig in Geduld üben, ehe der verlorene Sohn zurückkehrt.

Beim 1. FC Lok Leipzig ruft die Art und Weise von Schinkes Schritt Verwunderung hervor. Der Bild sagte der Mittelfeldspieler, dass er dem Verein "mehrfach einen Wink gegeben. Aber da kam nichts zurück und das akzeptiere ich dann auch“. Lok-Coach und Sportdirektor Almedin Civa entgegnet gegenüber dem SPORTBUZZER jedoch: „Mit mir wurde nicht gesprochen, ich hatte keinen Kontakt zu Paul.“

Brisant: Noch im Mai wurde Schinke offiziell als Lok-Repräsentant vorgestellt, im hellblauen CFC-Trikot jedoch schwer vorstellbar. Vom Probetraining beim CFC erfuhren die Lok-Verantwortlichen nach SPORTBUZZER-Informationen durch den Klub selber, ein klärendes Telefongespräch zwischen Lok und Paul Schinke am Freitagvormittag setzte die Zusammenarbeit, die ohnehin auf einer mündlichen Vereinbarung fußte, aus.

Sollte der Wechsel von Schinke zustande kommen, würde Lok seinen zweiten Kapitän hintereinander an die Chemnitzer verlieren – 2020 wechselte Robert Zickert zur Ligakonkurrenz.

Mit: Anton Kämpf