24. August 2019 / 21:18 Uhr

Rassismusvorwurf gegen Chemnitzer Fans - Unterschiedliche Darstellung der Vorgänge

Rassismusvorwurf gegen Chemnitzer Fans - Unterschiedliche Darstellung der Vorgänge

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
CFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik wurde in München auf's übelste beleidigt.
CFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik wurde in München auf's übelste beleidigt. © Picture Point
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Die Fans des Chemnitzer FC haben nach Vereinsangaben beim Auswärtsspiel in München für eine weitere Eskalation gesorgt. Verantwortliche des Clubs sollen mit üblen Schmähungen überzogen worden sein. Doch es gibt verschiedene Versionen des Nachmittags.

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München/Chemnitz. Die Zustände rund um den Chemnitzer FC nehmen immer erschreckendere Ausmaße an. Fans des sächsischen Fußball-Drittligisten sollen am Samstag bei der Auswärtspartie beim FC Bayern München II mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen für den nächsten Eklat gesorgt haben. Wie der CFC am Samstagabend mitteilte, sei vor allem Geschäftsführer Thomas Sobotzik mit antisemitischen Schmähungen beschimpft und beleidigt worden. Außerdem hatten sich einige Anhänger mit dem gekündigten Ex-Kapitän Daniel Frahn solidarisiert.

Team geht nicht in die Kurve

„Bedrohungen und Aussagen wie "Thomas Sobotzik, du Judensau" oder "Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger" dürfen in unserer Gesellschaft keine Akzeptanz haben“, hieß es in der Mitteilung des CFC, der die Äußerungen „als widerlich empfindet und auf das Äußerste ablehnt“. Außerdem will der Drittligist rechtliche Schritte prüfen.

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Nach dem Abpfiff der Partie, die 2:2 endete, hatten sich die CFC-Verantwortlichen dazu entschlossen, dass sich das Team nicht von den Fans in der Kurve verabschiedet. Als Sobotzik und Wunderlich dies den Anhängern mitteilten, sollen aus der Kurve weitere Beleidigungen geäußert worden seien. Das bestätigte Pressesprecher Wunderlich. „Wir wollen nicht, dass diese Leute den Ruf des Chemnitzer FC ruinieren“, erklärte Wunderlich.

Keine Bestätigung der Vorgänge

Ob sich die Geschehnisse allerdings tatsächlich so abgespielt haben, wie vom CFC dargestellt, ist inzwischen fraglich. Denn nach Recherchen des MDR konnten Augenzeugen im Fanblock die Vorwürfe am Samstagabend nicht bestätigen. "Ich war in München vor Ort, und habe keinerlei Rufe gehört. Allerdings saß ich auch auf der Haupttribüne", sagte Markus Müller, Sprecher des Fanszene e.V., gegenüber dem Sender. Er habe mit mehrere Anhängern gesprochen die ihm versicherten, dass es die angesprochenen Rufe nicht gegeben habe. Auch der MDR selbst konnte nach einer ersten Sichtung von Videoaufzeichnungen der Partie die erhobenen Vorwürfe nicht bestätigen. Unterdessen wird in Internetforen offen darüber spekuliert, dass die CFC-Führung die eigenen Fans auf diese Weise diskreditieren wolle.

Die Himmelblauen stehen seit längerem mit Negativschlagzeilen im Fokus. Der Club hatte Stürmer Frahn vor kurzem wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gekündigt. Dagegen geht der Stürmer gerichtlich vor.

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Vorausgegangen war ein Eklat im März, als Frahn nach einem Tor ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten hatte. Zuvor hatten Fans des CFC den gestorbenen Hooligan und Rechtsextremisten Thomas H. mit einer aufwendigen Choreographie geehrt. Er gilt als Gründer der Hooligan-Vereinigung HooNaRa (Hooligans, Nazis, Rassisten).

Sebastian Wutzler

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