28. Juni 2021 / 12:53 Uhr

Chemnitzer FC distanziert sich von Rechtsradikalen: "Fassungslos"

Chemnitzer FC distanziert sich von Rechtsradikalen: "Fassungslos"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Chemnitzer FC Fahne
Der Chemnitzer FC hat sich in einem Statement am Sonntag klar von rechtsradikalen Fans distanziert. © Archiv
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Rund 250 Fans hatten den Chemnitzer FC am Sonnabend zum Testspiel beim FK Banik Most begleitet. Einige von ihnen nutzten den Ausflug, um mit rechtsradikalen Parolen durch die tschechische Stadt zu ziehen.

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Chemnitz. Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC hat sich von einer Gruppe mutmaßlich Rechtsradikaler distanziert, die nach einem Testspiel beim tschechischen Club FK Banik Most-Sous mit Parolen durch die Straßen der böhmischen Stadt gezogen sind. "Völlig fassungslos und mit größtmöglichem Entsetzen" reagierte der Club am Sonntag auf die Ereignisse vom Vortag. "Erneut zieht damit eine unbelehrbare Minderheit den Ruf des gesamten Chemnitzer Fußballclubs in den Dreck und konterkariert alle bisherigen Anstrengungen, das Bild unseres Vereins zu verbessern. Die vorliegende Aufnahme zeigt die hässliche Fratze des rechten Randes der Gesellschaft, aber ganz gewiss nicht den Chemnitzer FC und das, wofür er stehen möchte", schrieb der CFC in einer Pressemitteilung.

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Der Verein hatte von einem Video Kenntnis erhalten, in dem eine Gruppe von Personen mit rechtsradikalen Parolen nach dem Testspiel in Most (1:0-Sieg) durch die Straßen der Stadt zieht. "Der Chemnitzer Fußballclub besteht aus über 2300 Mitgliedern, ehrenamtlichen Gremienvertretern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle sowie im Nachwuchsleistungszentrum, vielen kleinen und großen Fußballern und Fußballerinnen und zahlreichen Fußballfans. Sie alle sind der CFC und wollen nicht durch eine Gruppe von Idioten in eine Ecke gedrängt werden", betonte der Verein und distanzierte sich "in aller Deutlichkeit von diesen Personen und den geäußerten, verabscheuungswürdigen Parolen. Der Fußball lebt von einem Miteinander - aber euch wollen und brauchen wir nicht!".

Der CFC prüft in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Chemnitz die vorliegenden Videoaufnahmen und werde zeitnah Anzeige erstatten und weitere rechtliche Schritte "mit aller Konsequenz und Härte" anwenden. Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze reagierte schockiert: "Das hat mit sportlichen Wettbewerb im Fußball und friedlichen und respektvollem Zusammenleben in unserer Gesellschaft nichts zu tun. Meine Position dazu ist klar: Dafür gibt es keine Toleranz, dafür gibt es keine Entschuldigung. Die Vorkommnisse im und am Stadion in Most spiegeln die Verankerung von rechtsradikalem, homophoben und damit menschenverachtenden Gedankengut in Teilen unserer Gesellschaft wider. Hier dürfen wir nicht wegschauen."