10. April 2018 / 18:29 Uhr

Chemnitzer FC ist insolvent: 2,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Chemnitzer FC ist insolvent: 2,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten

dpa
Das neue Stadion des Chemnitzer FC an der Gellertstraße.
Das neue Stadion des Chemnitzer FC an der Gellertstraße. © ZB
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Lange Zeit geisterte das Gespenst einer möglichen Insolvenz durch die Vereinsräume des Chemnitzer FC. Fünf Spieltage vor dem Saisonende ist es nun Realität. Der sportliche Abstieg in die Regionalliga ist damit klar. Wie es insgesamt weitergeht, aber noch nicht.

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Chemnitz (dpa). Die Entscheidung fiel auf einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat am späten Montagabend. Drittligist Chemnitzer FC musste am Dienstag den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. «Dieser Schritt tut allen himmelblauen Fans weh, er ist auch für die Stadt Chemnitz sehr traurig. Wir haben nach bestem Gewissen entschieden», sagte Uwe Bauch, Aufsichtsratsvorsitzender des CFC, auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Dienstagnachmittag.

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Trainerlegende Gerd Schädlich hatte früher für den FC Karl-Marx-Stadt gekickt. Zur Galerie
Trainerlegende Gerd Schädlich hatte früher für den FC Karl-Marx-Stadt gekickt. © dpa

Die Verbindlichkeiten des Vereins hätten sich auf rund 2,5 Millionen Euro angehäuft. «Trotz vielfältiger Bemühungen in den vergangenen Monaten ist es uns nicht gelungen, den Rucksack der Vergangenheit abzulegen. Wir wären demnächst zahlungsunfähig gewesen», erklärte Präsident Andreas Georgi. «Es ist so, dass wir weniger Einnahmen haben. Wir haben mehr Ausgaben. Wir arbeiten leider Gottes defizitär.» Viele Gespräche mit Gläubigern in den vergangenen Wochen seien ergebnislos verlaufen. Weitere Details wollten die CFC-Verantwortlichen nicht nennen. Ein Insolvenzverwalter werde nun einbestellt und soll über die weiteren Vorgänge entscheiden.

Die Drittliga-Mannschaft sei am Dienstagmittag über die Entscheidung informiert worden. Die Spielergehälter bis März wurden laut Bauch gezahlt. Die Zahlungen bis zum Saisonende übernehme nun das Arbeitsamt. «Wir haben der Mannschaft klar gesagt, dass wir in den restlichen Spielen so viele Punkte wie möglich holen wollen», betonte Sportdirektor Steffen Ziffert. Wird dem Insolvenzantrag entsprochen, werden dem gegenwärtig Drittletzten der Tabelle vom Deutschen Fußball-Bund nach entsprechender Rechtsordnung neun Punkte abgezogen. Damit würde die Mannschaft von Trainer David Bergner als Absteiger in die Regionalliga feststehen.

Planungen laufen auf Regionalliga hinaus

«Trotz des Abzugs wollen wir noch den 18. Platz erreichen. Er ist ein kleiner Hoffnungsfunke», sagte Ziffert. Der 18. Platz könnte dem CFC im Fall eines Lizenzentzuges eines anderen Vereins doch noch zum Klassenerhalt verhelfen. Voraussetzung wäre allerdings, dass der DFB dem westsächsischen Club die Lizenz für die 3. Liga erteilt. Die Entscheidung dazu fällt jedoch erst nach dem Saisonende.


Hintergründe zur CFC-Insolvenz

Der Schwerpunkt der Planungen liege allerdings auf der Regionalliga. Mit Tom Baumgart, Alexander Dartsch und Danny Breitfelder besitzen nur drei Spieler einen gültigen Vertrag für die vierte Liga. Das Trainerteam um Chefcoach Bergner führe laut Ziffert Gespräche mit dem Rest der Mannschaft. Viele Profis hätten sich aufgrund der Situation ihre Zukunft offen gelassen. Bis Ende April will Ziffert von allen Spielern eine Entscheidung haben. «Wir wollen den CFC so schnell wie möglich zum Wiederaufstieg und auch wieder in positive Schlagzeilen führen», appellierte Bauch an Fans und Sponsoren, den CFC auch weiterhin zu unterstützen.