10. März 2019 / 12:05 Uhr

Chemnitzer FC rechtfertigt Schweigeminute für Neonazi

Chemnitzer FC rechtfertigt Schweigeminute für Neonazi

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Anhänger des Chemitzer FC brannten vor dem Spiel Pyro in Gedenken an den verstorbenen Fan ab.
Anhänger des Chemitzer FC brannten vor dem Spiel Pyro in Gedenken an den verstorbenen Fan ab. © imago images / HärtelPRESS
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Regionalliga Nordost: Der CFC reagiert nach dem Bericht des MDR mit einer Stellungnahme. Der Potsdamer Daniel Frahn hob beim Jubel ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local hools" hoch.

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Der Chemnitzer FC hat eine umstrittene Beileidsbekundung für einen gestorbenen Fan, der als Mitbegründer einer rechtsextremen ehemaligen Organisation galt, als „keine offizielle Trauerbekundung“ bezeichnet. Der Fußball-Regionalligist teilte am Sonntag mit, er habe „nach dem Tod von Thomas Haller im Rahmen des Ablaufs des Stadionprogramms den CFC-Fans und Hinterbliebenen die Möglichkeit der gemeinsamen Trauer“ eingeräumt.

Porträt auf der Video-Leinwand

Einem Bericht des MDR zufolge wurde am Samstag auf der Video-Leinwand vor dem 4:4 des Drittliga-Absteigers gegen die VSG Altglienicke ein Porträt von Haller eingeblendet. Es habe eine Schweigeminute gegeben, ein schwarzes Kreuz und ein Transparent seien ausgerollt worden. Die schwarz gekleideten Fans in der Südkurve hätten zudem eine Pyro-Show in Rot und Weiß gezündet. In einer Rede seien die Verdienste Hallers für den Verein gewürdigt worden, schrieb der MDR.

Das sind die neuen Fußball-Regeln, die schon ab dem 1. Juni gelten.

<b>Schiedsrichter-Ball:</b> Beim Schiedsrichterball bekommt der Spieler, der vorher in Ballbesitz war, den Ball wieder zurück und alle anderen Spieler müssen vier Meter Abstand halten. Zur Galerie
Schiedsrichter-Ball: Beim Schiedsrichterball bekommt der Spieler, der vorher in Ballbesitz war, den Ball wieder zurück und alle anderen Spieler müssen vier Meter Abstand halten. ©
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Der Chemnitzer FC erklärte dazu, gemeinsame Trauer zu ermöglichen, stelle keine Würdigung des Lebensinhalts dar. „Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen. Dies geschah in Übereinstimmung mit Abwägungen, die von den Sicherheitsbehörden getroffen worden waren“, hieß es in der Stellungnahme.

Ehemaliger Leiter des Ordnungsdiensts

Haller soll Anfang der 1990er-Jahre die Organisation „HooNaRa“ (Hooligans-Nazis-Rassisten) mitgegründet haben, die sich 2007 auflöste. Er leitete bis 2006 den Ordnungsdienst beim Chemnitzer FC.

CFC-Spieler Daniel Frahn, der in Potsdam geboren wurde und einst für den SV Babelsberg 03 spielte, hielt beim Torjubel ein schwarzes T-Shirt hoch, das dem MDR-Bericht zufolge die Aufschrift: „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hools) trug. Der Verein kündigte an, diese Aktion untersuchen und disziplinarische Maßnahmen prüfen zu wollen. Sie werde von den Verantwortlichen des Chemnitzer FC nicht akzeptiert. „Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum“, hieß es in der Stellungnahme.

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