20. Februar 2021 / 12:15 Uhr

Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse bittet Ethik-Beauftragte Zypries um Hilfe

Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse bittet Ethik-Beauftragte Zypries um Hilfe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Um die Akten zur Untersuchung einsehen zu können, bittet die Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse nun DTB-Ethikbeauftragte Brigitte Zypries um Hilfe.
Um die Akten zur Untersuchung einsehen zu können, bittet die Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse nun DTB-Ethikbeauftragte Brigitte Zypries um Hilfe. © dpa/Montage
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Nachdem „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ von Frehse festgestellt worden seien und die Chemnitzerin suspendiert wurde, bittet sie nun um Hilfe bei Brigitte Zypries. Die Turn-Trainerin verlangt weiterhin die Einsicht in den Untersuchungsbericht.

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Chemnitz. Die Chemnitzer Turn-Trainerin Gabriele Frehse hat sich rund vier Wochen nach Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauchsvorwürfen mit einem Offenen Brief an Brigitte Zypries, Ethik-Beauftrage des Deutschen Turner-Bundes (DTB), gewandt. Dabei bittet die seit zwei Monaten suspendierte Trainerin der Olympia-Dritten Sophie Scheder um Unterstützung bei Zypries, um Einsichtnahme in den Untersuchungsbericht zu erhalten.

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Nach einer Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei hatte der DTB „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ von Frehse festgestellt. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse hat die Vorwürfe mehrfach bestritten.

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„Leider kann ich aber bis heute nicht Stellung zu den konkreten Vorwürfen des Untersuchungsberichts des DTB nehmen, da mir der Verband die Einsichtnahme in den Bericht seit Wochen verwehrt. Was genau ermittelt wurde, ist mir bis heute nicht bekannt“, erklärte Frehse in ihrem Statement, das unter anderem das Online-Portal „gymmedia.de“ veröffentlichte. Zunächst hatte die „Freie Presse“ darüber berichtet. Laut Frehse sei es kein faires Verfahren. „Aus meiner Sicht verletzt der DTB hier elementare rechtliche Grundprinzipien. In jedem normalen Strafverfahren steht dem Beschuldigen ein Recht auf Akteneinsicht zu, aber der DTB möchte hier stattdessen nach eigenen Regeln spielen und die Akte unter Verschluss halten“, schrieb Frehse. Daher habe sie sich bereits an den hessischen Datenschutzbeauftragten gewandt.

Frehse bittet Zypries, „im Rahmen Ihrer Möglichkeiten darauf hinzuwirken, dass der DTB die Grundsätze eines fairen und datenschutzrechtlich einwandfreien Verfahrens wahrt und mir Einsicht in den Untersuchungsbericht gewährt“. Nur dann sei die Trainerin in der Lage, sich mit den in dem Bericht gegen sie erhobenen Vorwürfen auseinanderzusetzen und öffentlich dazu Stellung nehmen zu können. Der DTB hatte zuletzt bereits erklärt, seine Vorgehensweise beruhe „auf dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, der Wahrung von der Untersuchungskommission zugesagter Anonymität und auch darüber hinaus dem Schutz der Personen, die sich der Untersuchungskommission anvertraut haben“. Frehse sei am Abend vor Veröffentlichung des Gutachtens über die Vorwürfe informiert worden.