01. Mai 2020 / 09:24 Uhr

Ex-Profi Chinedu Ede mit Drogen-Geständnis und Bundesliga-Abrechnung: "Hat mich angewidert"

Ex-Profi Chinedu Ede mit Drogen-Geständnis und Bundesliga-Abrechnung: "Hat mich angewidert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Chinedu Ede brachte es auf nur 28 Bundesliga-Spiele für Hertha BSC und Mainz 05.
Chinedu Ede brachte es auf nur 28 Bundesliga-Spiele für Hertha BSC und Mainz 05.
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Der ehemalige Bundesliga-Profi und U21-Europameister Chinedu Ede hat sich über die Auswüchse des Profifußballs geäußert. Nachdem sich der 33-Jährige, der inzwischen Musiker ist, bereits in einem Song ausgelassen hatte, legte er nun nach.

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Obwohl Chinedu Ede mit der deutschen U21-Nationalmannschaft im Jahr 2009 an der Seite der späteren Weltmeister Manuel Neuer, Jerome Boateng oder Sami Khedira Europameister wurde, gelang ihm der Durchbruch in der Bundesliga nicht. Für Hertha BSC und Mainz 05 brachte er es insgesamt auf nur 28 Spiele. Inzwischen verdingt sich der 33-Jährige als Musiker und sorgte mit dem zuletzt veröffentlichten Song "Reflexion" für Aufsehen. Darin heißt es unter anderem: "Ich hasste Fußball" und "60.000 Bundesliga, spielte manchmal zugeballert".

Bei t-online konkretisierte Ede seine Aussagen. Dabei bezog er sich vor allem auf die Begleitumstände des Geschäfts, weniger auf den Sport: "Am Ende wollten sie in dieser Industrie, und das ist das Fußballgeschäft wirklich, einfach nur anpassungsfähige, unmündige und gleichgestellte Roboter, die immer denselben Scheiß erzählen", erklärte der Ex-Profi: "Dieses Drumherum, dieses ganze Funktionärstum – es hat mich so angewidert."

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Ede bestätigte zudem, dass er unter dem Einfluss synthetischer Drogen gespielt habe: "Manchmal hat man so krass den Anschluss zur Realität verloren und wollte allem gerecht werden, dass das zum Balsam wurde. Ja, dann spielst du auch mal auf deinen Restdrogenwerten." Er verweise mit seinem Song jedoch auch darauf, regelmäßig unter Schmerzmitteln aufgelaufen zu sein. "Bei Verletzungen wurdest du dazu gedrängt, wieder früher anzufangen, als es wirklich gut für deinen Körper war."

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Dass er im Gegenzug gut verdiente, bezeichnet Ede heute als einen "Haufen Schmerzensgeld", auch wenn er der Meinung sei, dass "am Ende kein Geld der Welt rechtfertigt, dass man nicht man selbst sein darf". Denn: Im Profigeschäft würden "99 Prozent der Spieler, die offen und ehrlich Dinge angesprochen haben, ganz schnell ausgetauscht". Vom Fußball habe sich der Offensivspieler, der außerdem 109-mal in der 2. Liga auflief und auf Zypern, in der Niederlande und in Thailand aktiv war, daher abgewendet. Ede wohnt wieder in seiner Heimatstadt Berlin - und macht Musik.