18. Januar 2020 / 07:27 Uhr

Chris Löwe will mit Dynamo Dresden raus aus dem Formtief

Chris Löwe will mit Dynamo Dresden raus aus dem Formtief

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Chris Löwe hat im Trainingslager Zuversicht für die Mission Klassenerhalt getankt.
Chris Löwe hat im Trainingslager Zuversicht für die Mission Klassenerhalt getankt. © Jochen Leimert
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Der Linksverteidiger möchte die schwache Hinrunde vergessen machen und mit den Schwarz-Gelben im Kampf um den Klassenerhalt nochmal richtig angreifen.

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Mijas. Er war der Königstransfer der Schwarz-Gelben im vergangenen Sommer: Chris Löwe sollte Dynamo Dresden nach drei Jahren auf höchstem Niveau in England nicht nur Stabilität auf der linken Seite geben, sondern auch als Führungsspieler vorangehen. Geklappt hat das nicht wie erhofft, denn der 30 Jahre alte Vogtländer kämpfte wie die ganze Mannschaft mit einem Formtief. So brachte er es nur auf elf von 18 möglichen Punktspielen. Überzeugen konnte der vom Premier-League-Absteiger Huddersfield Town gekommene Sachse dabei nur selten, das nagt an ihm: „Da brauche ich aber auch nicht drum herumreden, es hat ja jeder gesehen. Ich habe natürlich in der Hinrunde nicht die Leistung gezeigt, die ich von mir selber erwarte, die aber natürlich auch andere von mir erwarten.“ Jetzt hofft der gebürtige Plauener auf eine klare Leistungssteigerung im neuen Jahr, die Weihnachtspause und das Trainingslager hätten ihm da gutgetan, erklärt Löwe.

Dynamo-Coach Markus Kauczinski über die letzten beiden Tests

Über die Feiertage habe er sich im Kreise der Familie entspannen und über seine Situation nachdenken können, fügt er an: „Ich war froh, als die Hinrunde an sich vorbei war und ich ein bisschen Zeit gekriegt habe, um das, was passiert ist, mal zu reflektieren beziehungsweise auch mal ein bisschen Abstand von alldem zu gewinnen.“ Die Zeit mit der Familie habe ihm neue Energie für die restlichen Spiele verschafft. Er wolle sich mehr als bisher auf seine eigene Leistung konzentrieren, so zum Nutzen der Mannschaft vorankommen, so Löwe. In den ersten Trainingstagen des Jahres sei ihm das ganz gut gelungen: „Ich glaube schon, dass ich jetzt im Trainingslager ein paar Schritte nach vorne gemacht habe, was meine Leistung angeht. Jetzt habe ich noch knapp anderthalb Wochen Zeit und hoffe, dass ich auch beim Spiel gegen die Koreaner (Sonnabend, 16 Uhr/d. Red.) noch mal zulegen kann, sodass ich mit meiner Leistung ein ernsthafter Kandidat dafür bin, um gegen Karlsruhe zu spielen.“

Dynamo Dresden trainiert für den Test gegen Jeonbuk

Der 1:0-Erfolg gegen Dinamo Bukarest hat ihn offenbar darin bestärkt, dass sich Dynamo auch als Mannschaft im Aufwärtstrend befindet: „Das kann uns noch mal Mut geben, denn das war schon ein Gegner, der eine ganz gute Qualität hatte und auch körperlich dagegengehalten hat.“ Im 4-2-3-1 von Trainer Markus Kauczinski spielt der ältere der beiden Löwes im Team gern: „Mir kommt es auf jeden Fall zugute.“ Wie Kauczinski im Training die taktischen Dinge detailverliebt, aber direkt und sachlich rüberbringt, das stimme ihn optimistisch, so der Routinier.

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Zuversicht und Selbstvertrauen – das braucht Dynamo jetzt auch Chris Löwe, der schon das letzte Jahr in Huddersfield wenig zu lachen hatte, denn der Club schmierte nach der Trennung von Trainer David Wagner (jetzt Schalke) in Englands Eliteliga regelrecht ab. Nachdem Löwe mit den „Terriers“ aufgestiegen war und dann mit viel Euphorie wundersam den Klassenerhalt geschafft hatte, war das eine ganz andere Erfahrung am Ende bgeschlagen abzusteigen. Eine weniger angenehme. Im Tabellenkeller zu hocken und ums Überleben in der Liga zu kämpfen, das erzeuge schon einen ganz anderen Druck: „Ich habe jetzt beides miterleben dürfen, wenn ich das jetzt so sagen darf – vor allem die positiven Geschichten. Da ist ja auch Druck da. Aber da ist ein Druck da, der anders ist, als wenn du unten drinstehst. Denn wenn du unten drinstehst, hast du was zu verlieren – im wahrsten Sinne des Wortes – und wenn du oben stehst, kannst du bloß etwas gewinnen. Entweder du steigst auf oder die Situation bleibt, wie sie ist. Der Druck ist jetzt natürlich ein ganz anderer. Wir sind uns schon dessen bewusst, dass da auch noch ein Rattenschwanz hinten dranhängt, der nicht bloß den Spieler betrifft. Deswegen ist der Druck schon größer als er ist, wenn du oben mitspielst.“

Schnelle Erfolge überlebenswichtig

Selbstkritisch, wie er ist, stellt Löwe hohe Ansprüche an seine Person. Er müsse jetzt alles raushauen, zu alter Klasse zurückfinden. Der Doublesieger von 2012 (mit Borussia Dortmund) weiß auch: „Wenn ich das schaffe, bin ich mit Sicherheit ein Gewinn für die Mannschaft. Wenn ich es nicht schaffe – so wie in der Hinrunde –, dann kann auch irgendjemand anderes spielen.“ Sein Ziel ist es jetzt, jedem zu beweisen, “dass eben nicht irgendjemand anderes spielen kann, sondern dass ich meine Leistung bringe und dass ich dann am Ende spiele.“ Damit es noch was mit dem Klassenerhalt wird, müsse schnell Erfolg her: „Am Ende glaube ich, dass die ersten beiden Heimspiele uns die Richtung zeigen werden.“