12. Januar 2020 / 18:41 Uhr

Ex-Schalke-Manager Christian Heidel attackiert FC Bayern für Transfers: "Kohle fließt ins Ausland"

Ex-Schalke-Manager Christian Heidel attackiert FC Bayern für Transfers: "Kohle fließt ins Ausland"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Schalke-Manager Christian Heidel kritisiert den FC Bayern München scharf.
Ex-Schalke-Manager Christian Heidel kritisiert den FC Bayern München scharf. © imago images/DeFodi
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Erst Leon Goretzka, jetzt Alexander Nübel: Der FC Bayern München hat den nächsten Star des FC Schalke 04 ablösefrei verpflichtet. Im Gespräch mit dem "Kicker" kritisiert Ex-S04-Manager Christian Heidel die Transfer-Politik des FCB - und stellt offen die Frage, ob der Rekordmeister "statutengerecht" vorgeht.

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Transfers innerhalb der Bundesliga haben beim FC Bayern mittlerweile Tradition: Stars wie Robert Lewandowski (2014), Leon Goretzka (2018) und zur kommenden Saison nun auch Alexander Nübel wechselten aus ihren Klubs sogar ablösefrei zum deutschen Rekordmeister. Eine Transfer-Politik, die Christian Heidel bitter aufstößt. Der ehemalige Manager des FC Schalke 04 hat in einem Interview mit dem Kicker die Bayern nun mit scharfen Worten attackiert und sogar die Rechtmäßigkeit des FCB-Vorgehens in Frage gestellt.

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"Die Bayern fahren inzwischen leider die Politik, auf dem deutschen Markt nichts mehr oder kaum was zahlen zu wollen, und sichern sich Top-Bundesligaspieler sehr früh, um sie dann ablösefrei zu übernehmen", kritisierte der im vergangenen Jahr bei den Schalkern zurückgetretene 56-Jährige. "Ob das immer statutengerecht ist, interessiert niemanden", merkte Heidel an.

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Ex-Schalke-Boss Christian Heidel über Goretzka-Transfer zum FC Bayern: "Kann kein Geld drucken"

Zum Hintergrund: Sollte ein Verein beabsichtigen, einen Spieler ablösefrei zu verpflichten, dürfen laut DFL Statuten erst frühestens sechs Monate vor Vertragsende Gespräche stattfinden - ohne das Einverständnis des aktuellen Klubs des Spielers einholen zu müssen. Heidel weiter: "Die dicke Kohle fließt, wie zum Beispiel bei Hernandez, ins Ausland." Der FC Bayern hatte vor der Saison für die Vereins-Rekordsumme von 80 Millionen Euro den französischen Weltmeister Lucas Hernández von Atletico Madrid verpflichtet.

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Und für Spieler wie Goretzka zahlte der FC Bayern eben keine Ablöse. Der ablösefreie Wechsel des deutschen Nationalspielers vom FC Schalke zum FCB zur Saison 2018/19 wurde Heidel während seiner Schalke-Amtszeit angelastet. Nun beteuert der Ex-Schalke-Boss, der im vergangenen Jahr einen Schlaganfall erlitten hatte, dass ihn keine Schuld treffe. "Darüber kann ich wirklich nur lachen. Ich habe alles versucht, und wir hatten trotzdem keine Chance. Ich kann kein Geld drucken", verteidigt sich Heidel. "Wo gehen denn die Topspieler wie er oder davor Joel Matip oder Sead Kolasinac hin? Zum FC Liverpool, zu Arsenal oder eben zum FC Bayern. Wirtschaftlich ist das eine andere Liga. Da hat Schalke null Chancen, das sieht man jetzt wieder an Alex Nübel."