26. Oktober 2020 / 14:01 Uhr

Kommentar zum DFL-Abschied von Christian Seifert: Panikmache ist fehl am Platz – das beweist der FC Bayern

Kommentar zum DFL-Abschied von Christian Seifert: Panikmache ist fehl am Platz – das beweist der FC Bayern

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RND-Sportchef Heiko Ostendorp analysiert den angekündigten DFL-Abschied von Christian Seifert.
RND-Sportchef Heiko Ostendorp analysiert den angekündigten DFL-Abschied von Christian Seifert. © imago images/Martin Hoffmann/Montage
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Der DFL-Abschied von Christian Seifert darf den deutschen Fußball nicht in Unruhe versetzen, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp und erklärt seine Einschätzung. Ein Vorbild für eine reibungslose Übergabe könnte der FC Bayern sein.

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Dass der angekündigte Abgang von Christian Seifert den deutschen Fußball trifft – und zwar zur Unzeit – steht außer Frage. Aktuell brennt beim DFB intern der Baum, weil sich Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius in einen Machtkampf verstrickt haben. In der Bundesliga geht nach dem Hochschnellen der Corona-Infektionen die Angst um, dass es einen erneuten Lockdown geben könnte. Eine weitere, möglicherweise längere Fußballpause würden etliche Vereine vermutlich nicht überleben. Und nun auch noch der Abgang des mächtigen DFL-Bosses. Der deutsche Fußball am Abgrund? Nicht wirklich.

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Bei aller berechtigten Sorgen um die aktuellen Entwicklungen, sollte dennoch Zeit für einen nüchternen Blick auf die Realität sein. Schließlich tritt Seifert im Juni 2022 ab, also in 20 Monaten. Bis dahin wird er – und wer ihn kennt, wird dies keine Sekunde bezweifeln – seinem Job genauso akribisch nachgehen wie bisher. Zudem sollten 20 Monate ausreichen, um einen adäquaten Nachfolger zu finden. Seifert selbst kann dabei mit seiner Expertise und seinen Kontakten sicher helfen. Panikmache hilft niemandem und ist fehl am Platz, denn geeignete Kandidaten gibt es durchaus genug.

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Fredi Bobic (Frankfurt) oder Max Eberl (Gladbach) haben ihre Klubs sportlich und finanziell ähnlich überragend geführt wie Seifert die DFL. Seine Direktoren Christian Pfennig (Kommunikation & Marketing) oder Ansgar Schwenken (Fußballangelegenheiten & Fans) sind ebenfalls lange dabei, waren in der Geschäftsleitung Seiferts rechter und linker Arm – auch wenn sie nicht den großen Namen haben. Es bleibt der Favorit, der mächtigste Funktionär Peter Peters. Dieser räumte seinen Posten als Finanzvorstand des FC Schalke 04 im Juni – in weiser Voraussicht? Peters ist Stellvertretender Sprecher des DFL-Präsidiums, Aufsichtsratsvorsitzender der DFL GmbH, 1. Vize-Präsident des DFB und Mitglied der UEFA-Klublizensierungskommission. Der ehemalige Journalist ist national und international exzellent verdrahtet und hat ebenfalls schon einige Krisen auf verschiedenen Ebenen überstanden.

Der FC Bayern hat eine erfolgreiche Übergabe vorgemacht

Natürlich tut Seiferts Abgang weh, aber er ist auch eine Chance. Wie immer, wenn irgendwo ein erfolgreicher Macher geht, tun sich neue Türen auf, kommen neue Gesichter ins Spiel. Er verlässt die Liga nicht heute und auch nicht morgen und wird vermutlich sogar nach seinem Ausscheiden seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wie eine Staffelübergabe erfolgreich laufen kann, hat der FC Bayern vorgemacht. Dort wirken Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Herbert Hainer jetzt schon äußerst erfolgreich und übernehmen Ende 2021 komplett die Geschäfte. Wer hätte gedacht, dass der Rekordmeister eines Tages auch ohne Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge existieren kann?