22. Mai 2020 / 16:45 Uhr

Christian Streich hält Plädoyer für angezählten Werder-Coach: Florian Kohfeldt hat "richtig Qualität"

Christian Streich hält Plädoyer für angezählten Werder-Coach: Florian Kohfeldt hat "richtig Qualität"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freiburg-Trainer Christian Streich hat die Arbeit von Werder-Coach Florian Kohfeldt gelobt.
Freiburg-Trainer Christian Streich hat die Arbeit von Werder-Coach Florian Kohfeldt gelobt. © imago images / foto2press
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Das hat Stil: Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel am Samstagnachmittag zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen hat Freiburg-Trainer Christian Streich den angezählten Gegner-Trainer Florian Kohfeldt demonstrativ gelobt.

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Coach Christian Streich vom SC Freiburg hat ein überraschend deutliches Plädoyer für seinen Trainerkollegen Florian Kohfeldt gehalten, der aufgrund der sportlichen Krise des SV Werder Bremen immer wieder in Frage gestellt wird. Kohfeldt sei "ein absoluter Fußballfachmann und durch und durch grün-weiß, da geht nicht mehr. Menschlich ist er total in Ordnung und ein ganz reflektierter Mann", sagte Streich einen Tag vor dem Duell beider Klubs am Samstag (15.30 Uhr).

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Streich lobte die Bremer Verantwortlichen dafür, dass sie trotz akuter Abstiegsgefahr am 37-jährigen Kohfeldt festhalten. "Ich bin froh, dass es so gemacht wird", sagte Streich. Kohfeldt habe "richtig Qualität". Er könne sich in Kohfeldts Lage hineinversetzen, da er selbst mit den Freiburgern 2015 im Abstiegskampf gesteckt habe, aber ebenfalls von seinen Bossen nicht in Frage gestellt wurde.

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Streich hofft: Situation für Kohfeldt "hoffentlich nicht erdrückend"

Werder Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann hatte Trainer Kohfeldt trotz der bitteren 1:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am Montagabend erneut Rückendeckung gegeben. "Ich bleibe dabei, dass Florian für diese Situation, für diese Mannschaft und für diesen Verein der richtige Trainer ist", sagte Baumann am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz in Bremen. Zum Abstiegskampf, in dem der Tabellenvorletzte am Vortag einen weiteren Rückschlag erlitten hatte, sagte Baumann: "Das ist ein Marathonlauf, den wir in den nächsten Wochen zu absolvieren haben und kein Sprint über 90 Minuten."

Freiburg-Coach Streich kann sich mit Kohfeldt identifizieren. "Die Situation ist bedrückend, hoffentlich nicht erdrückend“, sagte Streich. "Du hast schlaflose Nächte und auch Versagensängste. Es ist eine schwierige psychische Situation, die einen sehr viel Kraft kostet."

Kohfeldt selbst hatte sich am Freitag vor dem Freiburg-Spiel kämpferisch gezeigt: "Ich bin nach wie vor der Beste auf dieser Position", sagte der Werder-Coach. Bremen-Idole wie Rune Bratseth oder Dieter Burdenski stellten in den vergangenen Tagen Kohfeldt öffentlich in Frage. "Das tut weh, das tut richtig weh, wenn man von Leuten über Medien kritisiert wird, die ansonsten freundschaftlich jovial rüberkommen, aber selber keine Verantwortung übernehmen", sagte Kohfeldt. "Uns jetzt vorzuwerfen, dass wir alles laufen lassen, dass kein Feuer da ist, empfinde ich als Frechheit."