26. September 2021 / 19:59 Uhr

Streich klettert mit Megafon auf die Tribüne: SC Freiburg nimmt Tränen-Abschied vom Dreisamstadion

Streich klettert mit Megafon auf die Tribüne: SC Freiburg nimmt Tränen-Abschied vom Dreisamstadion

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freiburg-Trainer Christian Streich zeigte sich nach der letzten Partie im Dreisamstadion sehr emotional und stand mit einem Megafon in der Hand bei den Freiburger Anhängern. 
Freiburg-Trainer Christian Streich zeigte sich nach der letzten Partie im Dreisamstadion sehr emotional und stand mit einem Megafon in der Hand bei den Freiburger Anhängern.  © GettyImages
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Trotz des 3:0-Sieges gegen den FC Augsburg gab es die eigentlichen emotionalen Höhepunkte für den SC Freiburg erst nach der Partie. Trainer Christian Streich mischte sich mit einem Megafon unter die Fans. Für den Coach waren die letzten Momente im Dreisamstadion besonders berührend.

So wirklich loslassen, wollte Christian Streich nicht. Nachdem der Trainer des SC Freiburg unmittelbar nach dem 3:0 gegen den FC Augsburg mit feuchten Augen auf den Rasen gestapft war, schnappte er sich kurze Zeit später ein Megafon, kletterte auf die Tribüne und mischte sich unter die Fans. Dann forderte Streich die Anhänger minutenlang zu Gesängen und Sprechchören auf. Um auch den richtigen Ton zu treffen, nutzte der Coach den einen oder anderen Anhänger kurzerhand als Souffleur. Die Spieler verfolgten das emotionale Treiben auf dem Rasen sitzend. Es waren die letzten Momente vor einem Abschied für immer. Die Partie gegen Augsburg war nach 67 Jahren das letzte Spiel im altehrwürdigen Dreisamstadion.

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"25 Jahre hier, das ist eine extrem lange Zeit", sagte der emotional extrem berührte und nach Worten suchende Streich bei DAZN: "Ich habe hier jeden Tag gearbeitet." Dass die Fans seinen Namen sangen, habe er "genießen können", meinte der Trainer mit den Tränen kämpfend, eine große Abschiedsfeier im weiteren Verlauf schloss er aber aus: "Wir feiern nicht. Das ist genug jetzt - alles." Kapitän und SCF-Urgestein Christian Günter zeigte sich nach dem Spiel ähnlich angefasst: "Es war ein gebührender Abschluss in einem denkwürdigen Stadion. Es hat Spaß gemacht, heute auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, wir haben den Druck umgesetzt in Energie."

Der EM-Teilnehmer ließ seinen Blick aber auch schon in Richtung des neuen Europa-Park Stadions wandern, wo es am 16. Oktober gegen RB Leipzig erstmals um Bundesliga-Punkte gehen wird: "Ich glaube, wenn man hier sieht, wie die Fans das leben und wie sie den Fußball lieben, dann mache ich mir gar keine Sorgen, dass es im neuen Stadion genau so wieder aussehen wird. Wir werden auf dem Platz genauso Gas geben. Wir werden es zu unserer Heimat machen. Davon bin ich komplett überzeugt." Man dürfe jetzt "noch etwas wehmütig sein", ab Montag gehe es aber darum, in der neuen Arena "Geschichte zu schreiben"