28. Juni 2020 / 09:54 Uhr

Ein Sprinter mit Wumms: Der frühere Eilveser Christoph Adam lief allen davon

Ein Sprinter mit Wumms: Der frühere Eilveser Christoph Adam lief allen davon

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Da musst du erst mal hinterherkommen: Zehn Jahre lang spielte Christoph Adam (rechts) für den STK Eilvese. Für die meisten Gegenspieler war der Stürmer zu schnell.
Da musst du erst mal hinterherkommen: Zehn Jahre lang spielte Christoph Adam (rechts) für den STK Eilvese. Für die meisten Gegenspieler war der Stürmer zu schnell. © Christian Hanke
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Christoph Adam hat in gleich in zwei Sportarten für Furore gesorgt. Als Fußballer war er aufgrund seiner Schnelligkeit gefürchtet, weshalb der frühere Fußballer des STK Eilvese irgendwann in die Leichtathletik wechselt. Dort ging es Schlag auf Schlag, der heute 39-Jährige wurde sogar deutscher Meister.

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Mal etwas Neues ausprobieren, neugierig sein und die Herausforderung auf unbekanntem Terrain wagen: Das hat Christoph Adam beim Sport schon immer gereizt. Allerdings brauchte auch er einen kleinen Schubser in Richtung einer für ihn neuen Sportart. Den gab es von seinem ehemaligen Lehrer Joachim Janeke. „Er hat damals zu mir gesagt, dass ich doch mal Leichtathletik ausprobieren sollte“, erzählt Adam. „Bis dahin war der Fußball für mich immer die Nummer eins.“

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Erstmals 1996 Spikes unter den Füßen

Adam, mittlerweile selbst Lehrer für Mathematik und Sport am Gymnasium in Neustadt, folgte dem Ratschlag seines Lehrers. „Das erste Mal habe ich 1996 Spikes unter den Füßen gehabt“, sagt der 39-Jährige. In welchen Bereich der Leichtathletik es gehen würde, wusste jeder, der ihn schon mal auf dem Fußballplatz beim STK Eilvese, für den er von 1999 bis 2009 spielte, gesehen hatte. Da konnte einer nicht nur richtig gut kicken und Tore schießen, Adam war auch schnell. Sehr schnell.

Dass sich Fußball mit Leichtathletik manchmal auch kombinieren lässt, zeigte sich im Juli 2007. Der Garbsener SC hatte zu seinem 40-jährigen Bestehen zu einem Fest eingeladen, 2500 Zuschauer waren damals auf dem Sportplatz, die Traditionself von Hannover 96 gab sich die Ehre. Für das Rahmenprogramm hatte sich der GSC etwas Besonderes ausgedacht. Ein Rennen über 100 Meter, bei dem der schnellste Kicker der Region ermittelt werden sollte. „Das hat mich angesprochen. Da dachte ich mir: Probier es doch mal aus“, berichtet Adam. In einer „passablen Zeit“ von 11,64 Sekunden sprintete der Neustädter der Konkurrenz locker davon.

Auf und davon: Christoph Adam gibt auch auf der Tartanbahn mächtig Gas und lässt seinen Gegnern keine Chance.
Auf und davon: Christoph Adam gibt auch auf der Tartanbahn mächtig Gas und lässt seinen Gegnern keine Chance. © privat

Aufsteiger und Stadtmeister

Auch beim Fußball sahen die meisten Gegenspieler von Adam nur die Nummer auf der Rückseite seines Trikots. Der Offensivspieler, der in der Jugend auch für den TSV Mühlenfeld, TSV Havelse und Wacker Neustadt am Ball war, stieg 2003 mit dem STK Eilvese von der Bezirksklasse in die Bezirksliga auf und holte sich mit dem STK dreimal die Neustädter Stadtmeisterschaft. Auch 2006 gewannen die Eilveser bei Ausrichter Wacker Neustadt, für Adam gab es zudem den Pokal für den Torschützenkönig.


Dass Adam nicht nur schnell und treffsicher ist, sondern auch noch andere Qualitäten als Kicker hat, zeigte der Lehrer 2006 , als er wieder einmal Lust hatte, etwas Neues auszuprobieren. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 suchte das WM-Journal der Mediengruppe Madsack bei der „Aktion Superschuss“ den Kicker mit dem härtesten Schuss in der Region. „Das war eine tolle Aktion. Ich habe vor ein paar Tagen eine alte Ikea-Kiste durchstöbert, da fiel mir der Artikel in die Hände“, sagt Adam. Beim Finale drosch er den Ball mit einer Geschwindigkeit von 179,4 Kilometer pro Stunde durch die Lichtschranke und kassierte als Lohn für diesen Superschuss 1000 Euro Siegerprämie.

Engagierter Trainer: Beim TSV Neustadt kümmert sich Christoph Adam um den Nachwuchs.
Engagierter Trainer: Beim TSV Neustadt kümmert sich Christoph Adam um den Nachwuchs. © Christian Hanke

Prioritäten verschieben sich

Nach fünf Jahren als Spieler, Spielertrainer und Trainer des TSV Poggenhagen (2009 bis 2014) sowie einem kurzen Abstecher als Co-Trainer von Arminia Hannover beendete Adam seine Fußballkarriere. Die Leichtathletik lief lange Zeit eher nebenbei, obwohl der Sprinter bei seinem ersten Wettkampf 2008 anlässlich der Bahneröffnung in Garbsen mit einer Zeit von 22,97 Sekunden über 200 Meter gleich eine persönliche Bestzeit aufstellte. „Als dann jedoch die ersten Erfolge kamen, haben sich die Prioritäten zugunsten der Leichtathletik verschoben“, sagt der 39-Jährige.

Und dann ging es Schlag auf Schlag. Adam siegte bei der norddeutschen Meisterschaft in Hamburg in der M30-Klasse über 100 Meter in 11,46 Sekunden, holte sich drei weitere Titel bei den Norddeutschen und feierte insgesamt acht Triumphe bei Landesmeisterschaften. Ein prägendes Ereignis sei für ihn die deutsche Hallenmeisterschaft in der M35-Klasse in Erfurt gewesen, sagt Adam, der mit einer Zeit von 23,69 Sekunden über 200 Meter siegte. „Das war toll, etwas ganz Besonderes“, sagt der Lehrer, der für diese Leistung vor fünf Jahren nach 2010 zum zweiten Mal zum Sportler des Jahres in Neustadt gewählt wurde. Nur der Wunsch, auf der 100-Meter-Distanz einmal die 10 vor dem Komma auf der Anzeigentafel hinter seinem Namen zu sehen, erfüllte sich nicht. Viel hat jedoch nicht gefehlt. „Meine Bestzeit ist 11,00 Sekunden. Das ist halt so“, sagt Adam.

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Tolle Zeit mit Sohn Carl

Der Leichtathletik ist er bis heute treu geblieben. Er trainiert beim TSV Neustadt den Nachwuchs von der U16 bis zum Erwachsenenbereich und ist zudem Sportwart der Leichtathletikabteilung. Dort hat Adam auch seine Verlobte Annika Wartenberg kennengelernt. So schnell wie auf der Tartanbahn war Adam bei der Liebe allerdings nicht. „Es hat einige Jahre gedauert, bis es soweit war“, sagt der Leichtathlet. Seit einigen Monaten haben sich seine Prioritäten erneut verschoben. Verantwortlich dafür ist Sohn Carl, der im Oktober 2019 auf die Welt gekommen ist. „Es ist eine tolle Zeit, die Annika und ich sehr genießen“, sagt Adam. Wieder etwas Unbekanntes, Neues. Aber damit kennt Adam sich ja aus.