04. August 2019 / 06:49 Uhr

BVB-Präsident Reinhard Rauball kritisiert Schalke-Boss Clemens Tönnies: "Völlig deplatzierter Spruch"

BVB-Präsident Reinhard Rauball kritisiert Schalke-Boss Clemens Tönnies: "Völlig deplatzierter Spruch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Reinhard Rauball hat für die jüngsten Aussagen von Clemens Tönnies kein Verständnis.
Reinhard Rauball hat für die jüngsten Aussagen von Clemens Tönnies kein Verständnis. © imago images / Thomas Bielefeld / Montage
Anzeige

Im Rahmen des Supercups zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hat Reinhard Rauball mit deutlichen Worten zu Clemens Tönnies Stellung genommen. Rauball erklärte, dass man dessen Afrika-Aussage "nicht durchgehen lassen" könne.

Anzeige
Anzeige

Die Kritik an Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen über Afrikaner wächst. „Ich war sehr überrascht, dass ihm das so passiert ist, und das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos“, sagte am Samstagabend Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball Liga und Interimschef des Deutschen Fußball-Bundes, der Deutschen Presse-Agentur.

Tönnies hatte nach einem Bericht der Zeitung Neue Westfälische beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt und "Wiedergutmachung" angekündigt.

Mehr vom SPORTBUZZER

Beifall nach Tönnies-Spruch macht Rauball betroffen

„Was mich noch mehr als dieser völlig deplatzierte Spruch betroffen gemacht hat, ist, dass dort für diese Sätze auch noch Beifall geklatscht worden ist. Das ist etwas, was man in keinster Weise akzeptieren kann und was auch mit den Werten des Fußballs, so wie er in den Vereinen und wie er beim DFB und bei der DFL gelebt wird, überhaupt nicht in Einklang ist“, sagte Rauball, der auch Präsident von Borussia Dortmund ist, am Rande des Supercups zwischen dem BVB und Bayern München.

Internationale Pressestimmen zum BVB-Sieg im Supercup gegen die Bayern

Das schreibt die internationale Presse zum Supercup-Triumph des BVB über den FC Bayern. Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengefasst. Zur Galerie
Das schreibt die internationale Presse zum Supercup-Triumph des BVB über den FC Bayern. Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengefasst. ©

Ob sich die DFB-Ethikkommission mit dem Fall beschäftigen wird, ließ Rauball offen. Dies müsse das unabhängige Gremium selbst entscheiden. In der kommenden Woche will der Ehrenrat von Schalke 04 zu Beratungen zusammenkommen.

Sportausschuss im Bundestag: Tönnies-Entschuldigung reicht nicht aus

Für Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, reiche die Entschuldigung des Unternehmers nicht aus. „Dass so etwas zudem von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport inne hat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen“, sagte die SPD-Politikern der Welt am Sonntag.

Mehr zum Tönnies-Eklat

Sylvia Schenk, die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland, vermutet bei dem 63-Jährigen eine „hoch problematische Geisteshaltung“. Es sei „tätige Reue mit deutlichen Signalen in Richtung Afrikanern nötig, um wirklich einen Geisteswandel unter Beweis zu stellen“, sagte sie ebenfalls der Welt am Sonntag.

Andreas Rettig, scheidender Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli, warf Tönnies eine „Gutsherren-Mentalität“ vor, die aus einer Zeit stamme, „von der ich dachte, dass wir sie längst hinter uns gelassen haben“. Folgen müsse nun eine Reaktion des Schalker Ehrenrats: „Ein klares Zeichen wäre neben der bereits erfolgten Entschuldigung von Herrn Tönnies das richtige Signal.“ Auch Ex-Schalke-Profi Hans Sarpei fand klare Worte zu diesem Eklat.

Muss Clemens Tönnies sein Amt beim FC Schalke nach dem Rassismus-Eklat niederlegen? Stimmt jetzt ab!

50 ehemalige Spieler des FC Schalke 04 und was aus ihnen wurde

Einst waren sie für den FC Schalke 04 aktiv. Aber was machen Raúl, Christoph Metzelder, Ivan Rakitic und Emile Mpenza heute? Der <b>SPORT</b>BUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. Zur Galerie
Einst waren sie für den FC Schalke 04 aktiv. Aber was machen Raúl, Christoph Metzelder, Ivan Rakitic und Emile Mpenza heute? Der SPORTBUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. ©

Mehr anzeigen