09. August 2019 / 21:48 Uhr

Fall Clemens Tönnies: Schalke-Ehrenrat weist Kritik an Urteil zurück

Fall Clemens Tönnies: Schalke-Ehrenrat weist Kritik an Urteil zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Schalke-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies lässt sein Amt bei S04 nach der Anhörung beim Ehrenrat für drei Monate ruhen.
Der Schalke-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies lässt sein Amt bei S04 nach der Anhörung beim Ehrenrat für drei Monate ruhen. © dpa
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Nach seinen rassistischen Aussagen lässt Schalke-04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sein Amt beim Bundesligisten für drei Monate ruhen. Die Entscheidung des Ehrenrats im Fall Tönnies sorgte für viel Kritik. Jetzt hat sich der Vorsitzende Jochen Dohm geäußert.

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Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat sich nach seiner Entscheidung zu den Aussagen von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gegen Kritik gewehrt. Es seien "in der öffentlichen Diskussion zahlreiche falsche Behauptungen und Diskreditierungen auf den Ehrenrat eingeprasselt", sagte der Vorsitzende Jochen Dohm in einer Mitteilung des Bundesligisten vom Freitagabend.

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Wirbel um Tönnies-Aussagen über Afrika: Harte Kritik an Ehrenrat

Die Ehrenratssitzung am Dienstagabend hatte ergeben, dass Tönnies sein Amt bei dem Verein nach seinen umstrittenen Aussagen über Afrika für drei Monate ruhen lassen will. Das Gremium kam zu dem Ergebnis, dass der Vorwurf des Rassismus unbegründet sei. Tönnies hatte vorgeschlagen, den Klimawandel mit der Finanzierung von 20 Kraftwerken in Afrika zu bekämpfen und erklärt: „Dann würden die Afrikaner aufhören Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

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"Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat eine Entscheidung getroffen, die aufgrund der Satzung im Ermessensspielraum liegt, in der Argumentation jedoch nicht überzeugen kann“, kritisierte unter anderem der ehemalige ghanaische Nationalspieler Hans Sarpei, der von 2010 für 2012 für Schalke spielte und heute dort noch Mitglied ist. Viele Fans schlossen sich der Kritik an der Ehrenrat-Entscheidung an.

Ehrenrat betont: Kein Mitglied bei Tönnies-Entscheidung befangen

Tönnies sei "wegen des Verstoßes gegen die Satzung und das Leitbild des Vereins" die zweithöchste mögliche Sanktion eröffnet worden, heißt es nun in der Erklärung von Dohm. "Diese Entscheidung wurde von Herrn Tönnies sofort akzeptiert und er hat erklärt, deshalb sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen." Der Ehrenrat-Vorsitzende betonte zudem, dass keines der Mitglieder des Gremiums bei der Urteilsfindung befangen gewesen sei.

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Hier die Erklärung des Ehrenrats von Schalke 04 zum Fall Clemens Tönnies im Wortlaut:

"Der Ehrenrat hat in seiner Sitzung mit Clemens Tönnies vom 6. August ein gerichtsmäßiges Verfahren abgehalten. Unter Wahrung des Beratungsgeheimnisses legt der Ehrenrat Wert darauf, folgende Punkte die Aussagen und Behauptungen von Öffentlichkeit und Medien betreffend klarzustellen:

1.: Keines der Ehrenratsmitglieder steht in finanzieller oder wirtschaftlicher Abhängigkeit zu Clemens Tönnies. Niemand war also bei der Urteilsfindung befangen, was vor Beginn der Sitzung auch festgestellt und im Sitzungs­protokoll vermerkt wurde.

2.: Wie in jeder Gerichtsverhandlung üblich wurde zur Klärung des Sachverhaltes Herr Tönnies detailliert zum Geschehen befragt und auch der Live-Mitschnitt der gesamten Rede in die Beurteilung einbezogen.

3.: Der Ehrenrat hat die möglichen Satzungs- und Leitbildverstöße anhand unterschiedlicher juristischer und soziologischer Definitionen ausführlich diskutiert.

4.: Der Ehrenrat hat Herrn Tönnies wegen des Verstoßes gegen die Satzung und das Leitbild des Vereins unter Abwägung verschiedenster Gesichtspunkte die nach der Satzung zweithöchste mögliche Sanktion, eine mehrmonatige Suspendierung von bis zu drei Monaten, eröffnet. Diese Entscheidung wurde von Herrn Tönnies sofort akzeptiert und er hat erklärt, deshalb sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen."

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