02. August 2019 / 18:59 Uhr

Clemens Tönnies kündigt "Wiedergutmachung" an und reagiert auf Kritik von Hans Sarpei

Clemens Tönnies kündigt "Wiedergutmachung" an und reagiert auf Kritik von Hans Sarpei

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies hat sich nach seiner rassistischen Entgleisung erneut zu Wort gemeldet
Schalke-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies hat sich nach seiner rassistischen Entgleisung erneut zu Wort gemeldet © 2017 Getty Images
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Schalke-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies hat sich nach seiner rassistischen Entgleisung erneut zu Wort gemeldet und seine Ausführungen als "töricht" bezeichnet. Die Kritik von Ex-Profi Hans Sarpei treffe ihn besonders.

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Nach seiner am Freitagmorgen über die sozialen Netzwerken verbreitete Entschuldung für seine rassistische Entgleisung hat sich Clemens Tönnies ein weiteres Mal zu Wort gemeldet und sein tiefes Bedauern für seine Aussagen ausgedrückt. "Ich bin über mich selbst bestürzt, dass mir so etwas passieren konnte. Da hilft kein drum herum reden, da hilft auch keine Verschlimmbesserung, es war schlicht töricht", sagte der Aufsichtsratschef von Schalke 04 der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

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Ihm sei es bei seinen Ausführungen darum gegangen, "dass wir Europäer uns viel mehr in und für Afrika engagieren müssen, um Afrika richtig nach vorn zu bringen". Tönnies weiter: "Mein Grundgedanke war, dass wir in Afrika in großem Umfang investieren müssen und damit viel mehr zur Lösung der Klimaprobleme beitragen können als durch Klein-Klein-Maßnahmen in Deutschland. Das habe ich durch meine unbedachten Äußerungen, die ich zutiefst bedaure, leider völlig konterkariert."

Hans Sarpei mit deutlicher Kritik

Tönnies hatte sich am Donnerstagabend bei seiner Rede zum "Tag des Handwerks" verstörend geäußert. Bei der Festveranstaltung in Paderborn empfahl er die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika - und vergriff sich bei seinen Ausführungen heftig in der Wortwahl: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Am Freitag entschuldigt sich Tönnies für seine Aussage, bekannte sich zu den Werten von Schalke 04 und distanzierte sich von Rassismus. Der frühere S04-Spieler Hans Sarpei ließ sich davon nicht besänftigen und forderte, dass die S04-Verantwortlichen durchgreifen und "der Ehrenrat über Konsequenzen berät".

Schalke-Ehrenrat wird aktiv

Dies geschah noch am Freitagnachmittag. So wird sich Tönnies vor dem Gremium verantworten. "Der Ehrenrat wird sich in diesem Fall zeitnah des Themas annehmen und in seiner nächsten, in der kommenden Woche anstehenden, Sitzung damit befassen", hieß es in einer Stellungnahme: "Der Ehrenrat hat bereits mit Clemens Tönnies Kontakt aufgenommen, der unverzüglich seine Bereitschaft erklärt hat, sich auch in der Sitzung zu dem Vorgang zu äußern." Das Gremium der Schalker wird unter anderem bei vereinsschädigendem Verhalten von Mitgliedern oder Organmitgliedern aktiv. Welche Konsequenzen Tönnies drohen, scheint derzeit aber noch offen.

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Sarpei war in seiner Kritik sehr deutlich geworden. "Die Aussagen von Clemens Tönnies zeigen ein Weltbild, das an die Kolonialzeit erinnert. Es sind rassistische Bemerkungen, die in keinster Weise mit dem Leitbild des FC Schalke 04 oder unserer modernen offenen Gesellschaft vereinbar sind", schrieb der in Ghana geborene Ex-Profi in einem Statement, welches er auf seinen sozialen Netzwerken verbreitete. Später legte der 36-malige Nationalspieler Ghanas via Twitter nach: "Er hat sich bei allen entschuldigt. Nur nicht bei denen, die er rassistisch beleidigt hat. Mehr muss man nicht sagen. Es widert mich zutiefst an." Tönnies sagte der WAZ dazu: "Das tut mir besonders weh und besonders leid."

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