22. November 2020 / 17:46 Uhr

Comeback nach Corona: SC DHfK Leipzig verpasst gegen Lemgo nur knapp den Sieg

Comeback nach Corona: SC DHfK Leipzig verpasst gegen Lemgo nur knapp den Sieg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Der SC DHfK Leipzig konnte die knappe Führung nicht über die Zeit bringen. © Christian Modla
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Eine starke zweite Halbzeit reichte am Ende nicht! In einer spannenden Partie trennten sich der SC DHfK Leipzig und Lemgo Lippe am Sonntag mit einem 32:32-Unentschieden. 

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Leipzig. Die Vorfreude war groß, der Siegeshunger noch größer: Nach über drei Wochen ohne Handball-Bundesliga konnte sich der SC DHfK am Sonntag endlich wieder in der wohl stärksten Spielklasse der Welt messen. Doch nach zwei Wochen Quarantäne und fehlendem Mannschaftstraining taten sich die Grün-Weißen mit ihren Gästen aus Lemgo zu Beginn sehr schwer. Mit einer verbesserten zweiten Hälfte sicherten sich die Sachsen nach einem schwachen Auftakt aber dennoch das 32:32(15:17)-Unentschieden.

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Technische Fehler und unnötige Fouls

„Ich weiß nicht, ob wir den Punkt heute gewonnen oder verloren haben. Das ist eine ganz gemischte Gefühlslage“, sagt Coach André Haber nach dem umkämpften Match. Der 34-Jährige hatte in seinem Kader notgedrungen ein paar Überraschungen eingebaut. Neben den sechs gesunden Profis hatten es auch Lukas Binder, Niclas Piezckowski, Bastian Roschek und Gregor Remke pünktlich nach ihrer Corona-Infektion zurück auf die Platte geschafft.

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Am 9. Spieltag der Handball-Bundesliga trennten sich der SC DHfK Leipzig und Lemgo Lippe mit 32:32. Zur Galerie
Am 9. Spieltag der Handball-Bundesliga trennten sich der SC DHfK Leipzig und Lemgo Lippe mit 32:32. ©

Die zehn etatmäßigen Profis sollten zusammen mit dem Nachwuchstalent Finn-Lukas Leun sowie Co-Trainer Milos Putera die Partie zu Gunsten der Leipziger entscheiden. Doch den Profis waren die vergangenen Wochen der Handball-Abstinenz anzumerken. Mehrere technische Fehler ließen die Leipziger schon nach knapp zehn Minuten einem vier Tore schweren Rückstand hinterherlaufen.

An der moralischen Unterstützung für die Leipziger soll es bei dem Geisterspiel aber nicht gelegen haben. Obwohl außer rund 20 Trommlern keine Zuschauer zum Heimspiel kommen durften, waren dennoch fast alle Plätze der Arena Leipzig belegt. Durch gigantische grün-weiße Banner und Fahnen erstrahlten die Ränge in einem neuen Glanz.

Nach 20 Minuten besser im Spiel

Die sonst so überragende Unterstützung der Leipziger Handballfans konnten die zusätzlichen Leinwände und Trommler natürlich nicht ganz kompensieren, doch der SC DHfK hatte sich größte Mühe gegeben, das erste Geisterspiel in der Arena so farbenfroh und lautstark wie möglich zu gestalten.

Erst nach rund 20 Minuten fanden die Hausherren besser in ihr Spiel. Mit schnellen Kontern, deutlich weniger Fehlern und zwei Paraden von Milos Putera holten die DHfK-Männer langsam wieder auf. Die 14:8-Führung für Lemgo schmolz durch Treffer von Philipp Weber, Lukas Binder und Patrick Wiesmach dahin. Mit 15:17 ging es in die Pause, mit neuem Kampfgeist in die zweite Hälfte.

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<b>Andre Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):</b> Meine Gefühlslage ist sehr gemischt. Wir kamen nach drei Wochen nicht so rein, wie wir das wollten. Nach 20 Minuten haben wir uns dann aber wieder herangekämpft. Der Halbzeitstand mit nur zwei Toren hinten war ein bisschen schmeichelhaft.
 In der zweiten Hälfte haben wir ein anderes Gesicht gezeigt und haben uns jetzt schon wieder auf dem Bundesliga-Level präsentiert. Zum Schluss: Wir haben in der ganzen zweiten Hälfte geführt. Dadurch war es sehr ärgerlich, am Ende nur einen Punkt zu holen. Wir nehmen den Punkt jetzt mit, aber dass die Jungs jetzt frustriert in der Kabine sitzen, zeigt mir ihre tolle Mentalität. Zur Galerie
Andre Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Meine Gefühlslage ist sehr gemischt. Wir kamen nach drei Wochen nicht so rein, wie wir das wollten. Nach 20 Minuten haben wir uns dann aber wieder herangekämpft. Der Halbzeitstand mit nur zwei Toren hinten war ein bisschen schmeichelhaft. In der zweiten Hälfte haben wir ein anderes Gesicht gezeigt und haben uns jetzt schon wieder auf dem Bundesliga-Level präsentiert. Zum Schluss: Wir haben in der ganzen zweiten Hälfte geführt. Dadurch war es sehr ärgerlich, am Ende nur einen Punkt zu holen. Wir nehmen den Punkt jetzt mit, aber dass die Jungs jetzt frustriert in der Kabine sitzen, zeigt mir ihre tolle Mentalität." ©

Durch Rückraumhünen Marko Mamic erstmals auf einen Treffer herangekommen, ließen die Sachsen ab dem 16:17 nicht mehr locker. Die Belohnung folgte wenig später: Durch einen schönen Pass von Youngster Leun in Szene gesetzt, traf Wiesmach zum 19:20 – wenig später glich Weber aus dem Rückraum aus. Das Eis war gebrochen, der SC DHfK ganz in der Partie angekommen.

Drama kurz vor Schluss

Der 17-jährige Leun, der sich mit drei eigenen Treffern für ein sehr gelungenes Debüt belohnen konnte, entwickelte sich zu einem echten Hingucker in der umkämpften Partie und garantierte zusammen mit Binder und Wiesmach mehrfach die Führung. „Im Gegensatz zur A-Jugend ist der Männerbereich natürlich viel härter. Hier musste ich als sehr junger Spieler alles reinwerfen, um irgendwie durch die Abwehr zu kommen“, beschreibt das DHfK-Talent sein Debüt.

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Das Drama kurz vor Schluss: Nach einem Zweikampf tritt Pieczkowski frustriert gegen das Tor, kassiert eine Zeitstrafe und der DHfK den 31:32-Anschlusstreffer. Haber rief zur Auszeit, wollte eine Lösung für die letzten 90 Sekunden und die knappe Führung finden. Doch Mamic vergab die letzte gute Chance der Hausherren. Zu allem Überfluss wurde anschließend auch Wiesmach in der Defensive für zwei Minuten vom Platz geschickt.

Es folgte das 32:32 und mit nur 30 Sekunden auf der Uhr bekamen die Sachsen keinen Ball auf das Tor und auch Weber verfehlte im finalen Freiwurf knapp sein Ziel. Ein schmerzhaftes Ende einer starken zweiten Hälfte. „Schwer zu sagen, ob wir den Punkt gewonnen oder verloren haben – kommt drauf an, ob wir die erste oder zweite Hälfte betrachten. Am Ende waren die beiden Zeitstrafen besonders unglücklich“, analysiert Weber die Schlussphase.