17. Dezember 2019 / 07:32 Uhr

Comedian und Dortmund-Fan Johann König: „Leipzig wird Meister"

Comedian und Dortmund-Fan Johann König: „Leipzig wird Meister"

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Johann Königs Fußball-Herz gehört dem BVB. © dpa / Getty Images
Anzeige

Johann König ist seit Kindertagen Fan von Borussia Dortmund. Vor dem Spitzenspiel gegen RB Leipzig verrät er, warum er sich für den BVB entschieden hat, was das Westfalenstadion einzigartig macht und warum RB Leipzig in diesem Jahr den Titel holt.

Herr König, haben Sie die Liebe zum BVB in die Wiege gelegt bekommen?

Anzeige

Als ganz kleiner Junge, also in der Grundschule, war ich Bayern-Fan. Wir waren dann auch einmal in München im Olympia-Stadion. Das hatte ich mir zum Geburtstag gewünscht. Da haben die Bayern 6:0 gegen den HSV gewonnen. Wir haben ganz oben gesessen. Ich habe fast nichts gesehen und es war auch nicht spannend.

Kein guter Start in ein Fan-Dasein.

Stimmt, aber kurz danach war ich mit dem Soester Spielverein bei Dortmund gegen Bochum. Da saßen wir ganz nah dran. Es war ein knappes Spiel und Arbeiterfußball. Von dem Moment an wusste ich, dass es das ist, was ich sehen will. Ich wusste, da gehöre ich hin. Und ich konnte immer mit dem Zug zum Stadion fahren. Das hat nur eine Dreiviertelstunde gedauert.

Anzeige

Sie stehen meist auf der Bühne, wenn ihr Verein gerade spielt. Wie oft gelingt es Ihnen, ins Stadion gehen?

So gut wie gar nicht mehr, ein oder zwei Mal pro Saison. Das ist wirklich ein Trauerspiel. Ich schaue, wenn die Termine fixiert werden, immer alles durch. Meistens passt es nicht.

DURCHKLICKEN: RB Leipzigs Spiele gegen den BVB

10. September 2016: RB Leipzig empfängt im ersten Bundesliga-Heimspiel der noch jungen Vereinsgeschichte gleich ein ganz großes Kaliber: Vizemeister Borussia Dortmund. Zur Galerie
10. September 2016: RB Leipzig empfängt im ersten Bundesliga-Heimspiel der noch jungen Vereinsgeschichte gleich ein ganz großes Kaliber: Vizemeister Borussia Dortmund. ©

Was vermissen Sie besonders am Westfalenstadion?

Ich bin da quasi aufgewachsen, bin zehn Jahre jedes zweite Wochenende hingefahren und habe alle Schlachten miterlebt. Ich hatte eine Dauerkarte für die Südtribüne. Das ist mit keinem anderen Stadion zu vergleichen. Ich wohne seit 25 Jahren in Köln und gehe da auch ins Stadion, weil es mit den Kindern einfacher und die Stimmung auch gut ist. Aber im Herzen bleibe ich Borusse. Wenn ich dort im Stadion bin, weckt das alle Erinnerungen. Die "Süd" gibt es nur ein Mal.

Eignet sich der Fußball als Inspiration für Ihre Programme?

Ich habe immer mal wieder versucht, Fußball und Humor zu verbinden. In Köln habe ich mich zum Beispiel über den "Effzeh" lustig gemacht. Das funktioniert gar nicht. Fußball und Ironie, das ist schwierig. Das kriegen nicht viele hin. Aber ich vergleiche die Pointe immer mit dem Tor.

Inwiefern?

Zu einer Pointe muss man sich hinarbeiten, sich durch Sätze dribbeln. Wenn man im richtigen Moment die Pointe abschießt, dann löst sie ähnliche Glücksgefühle aus wie der Torjubel. Der Torjubel, der Pointen-Jubel und der Orgasmus sind für mich das gleiche. (lacht.)

Mehr zu BVB gegen RB

Warum waren die Dortmunder Leistungen in dieser Saison so schwankend?


Man kann nicht immer gewinnen. Die sind keine Maschinen. Viele Spieler hatten zwischendurch einfach eine Formschwäche. Aber so ist das. Jede Saison hat ihre Dellen. Es ist nichts, was mich wundert. Mich wundert etwas anders.

Nämlich?

Dass Lucien Favre so ein guter Trainer sein soll. Wenn ich ihn reden höre, frage ich mich immer wieder, wie er die Mannschaft erreichen will. Bei Jürgen Klopp konnte man sich immer vorstellen, wie er das schafft.

Was ist diese Saison drin?

Ich denke, dass sie die Champions League erreichen, aber nicht als Meister.

DURCHKLICKEN: Das Gastspiel des BVB in Leipzig im Januar 2019

RB Leipzig - Borussia Dortmund (0:1) Zur Galerie
RB Leipzig - Borussia Dortmund (0:1) ©

Wer holt den Titel?

Meister wird Leipzig. Die Mannschaft hat so eine unfassbare Power und sie sind am hungrigsten, auch die Fans. Ich war vor kurzem für einen Auftritt in Leipzig. Die ganze Stadt ist RB-Fan. Leipzig ist auch qualitativ besser als Mönchengladbach und sie haben den besseren Trainer. Wenn ich ins Wettbüro gehen müsste, würde ich auf Leipzig tippen.

Schlagen die Roten Bullen Ihren BVB?

Nein, ich glaube, es wird ein 2:2.

Beide Vereine teilen ja ein spezielles Verhältnis. Können Sie die Proteste der Dortmund-Fans verstehen?

Klar, kann ich Proteste verstehen. Ich kann verstehen, dass es einen stört, wenn der Verein so finanziert wird und so hochkommt. Aber ich habe kein Verständnis, wenn Menschen angegriffen und mit Flaschen beworfen werden. Da sind Kinder dabei. Das ist völlig asozial und daneben. Es ist unentschuldbar.

Zum Abschluss. Wer wird bei Borussia Dortmund Spieler der Saison?

Aktuell? Julian Brandt. Ich kenne ein paar Leverkusen-Fans und die haben gesagt, dass er ein Schön-Wetter-Spieler ist, der glänzt, wenn es läuft. Aber er sei keiner, der sich reinbeißt. Das hat er jetzt bewiesen, dass er das kann.

Am 13. Februar ist Johann König mit seinem aktuellen Programm „Jubel, Trubel, Heiserkeit“ im Haus Leipzig zu Gast.

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.