29. August 2020 / 07:47 Uhr

"Kein Freundschaftsspiel" – oder doch? Liverpool und Klopp spielen gegen Arsenal um den Supercup

"Kein Freundschaftsspiel" – oder doch? Liverpool und Klopp spielen gegen Arsenal um den Supercup

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp und der FC Liverpool spielen am Samstag gegen Mikel Arteta und den FC Arsenal um den Community Shield.
Jürgen Klopp und der FC Liverpool spielen am Samstag gegen Mikel Arteta und den FC Arsenal um den Community Shield. © Getty Images (Montage)
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Im Community Shield, dem englischen Supercup, spielen Meister Liverpool und FA-Cup-Sieger Arsenal am Samstag um den ersten Titel in Englands Saison. Ein hohes Ansehen hat der Wettbewerb ohnehin nicht – nun kommen auch noch die Corona-Krise und eine äußerst kurze Vorbereitung hinzu.

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Eigentlich kommt der Supercup zu früh für den englischen Meister FC Liverpool. Kaum mehr als einen Monat nach dem letzten Saisonspiel kämpft das Team von Trainer Jürgen Klopp am Samstag mit Pokalsieger FC Arsenal um den ersten Titel der Saison. Die Vorbereitungszeit der Reds war minimal. "Will ich nach nur zwei Wochen Vorbereitung ein richtiges Match spielen? Nein!", sagte Klopp am Freitag. "Aber wir wussten das ja schon eine Weile."

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Einen hohen Stellenwert hat der Supercup, der in England Community Shield heißt, nicht. Er gilt eher als besseres Freundschaftsspiel und als letzter Formcheck vor dem Premier-League-Start. Auch wenn die Beteiligten das jedes Jahr wieder abstreiten - so wie Klopp. "Mich interessiert nicht, was andere Leute darüber denken", bekräftigte er. "Wir müssen in dem Spiel einfach liefern. Es geht darum, hart zu kämpfen und sich voll reinzuhängen. Wir sollten das echt versuchen. Wir wollen das wirklich."

Auch sein Gegenüber Mikel Arteta ist über den Zeitpunkt der Partie nicht besonders glücklich. "Wir hatten nur zwei Trainingseinheiten, und dieses Spiel kommt in der Mitte unserer Mini-Saisonvorbereitung. Das ist also nicht gerade der ideale Moment, um zu spielen", sagte der Arsenal-Trainer. "Wir versuchen uns zu arrangieren und das Team in die bestmögliche Form zu bekommen, um am Samstag mitzuhalten."



Sané-Verletzung im Vorjahr eine Warnung: Community Shield birgt großes Risiko

Und gerade eine Geschichte aus dem Vorjahr gibt beiden Trainern in ihren Bedenken Recht: Beim Duell zwischen Double-Sieger Manchester City und dem Liga-Zweiten Liverpool, das die Citizens erst nach Elfmeterschießen für sich entschieden, zog sich Leroy Sané einen Kreuzbandriss zu. Zuvor stand der deutsche Nationalspieler dem Vernehmen nach eigentlich schon kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern. Doch Sané fiel stattdessen beinahe die gesamte Saison aus und holte den Wechsel nun erst in diesem Sommer zu deutlich günstigeren Konditionen für die Münchener nach. Klopp und Arteta sollte das als Warnung gelten: Denn in diesem Sommer hatten die Spieler noch weniger Urlaub und auch deutlich weniger Vorbereitung.

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Die unmittelbare Vorgeschichte der beiden Supercup-Kontrahenten ist beinahe gegensätzlich. Liverpool sicherte sich in einer überragenden Premier-League-Saison vorzeitig die lang ersehnte erste Meisterschaft seit 30 Jahren. Klopps Mannschaft scheiterte aber in allen anderen Wettbewerben. In der Liga werden die Reds, die ein Jahr zuvor die Champions League gewonnen hatten, jetzt vom Jäger zum Gejagten.

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Arsenal und Arteta wollen den Lauf aus dem FA-Cup-Finale mitnehmen

Arsenal erlebte hingegen eine völlig verkorkste Spielzeit in der Premier League, die im vergangenen Dezember zum Trainerwechsel von Unai Emery zu Mikel Arteta führte. Dem gelang es zwar nicht mehr, sich mit Arsenal über die Tabelle für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, er schaffte aber durch den FA-Cup-Triumph noch den Sprung in die Europa League. Den Aufwind der vergangenen Wochen will Areta mit seinem Team im Supercup bestätigen. Ex-Weltmeister Mesut Özil spielte bei den Gunners zuletzt eigentlich keine Rolle mehr, bekam vom Trainer nun aber – ebenso wie der andere Problem-Profi Matteo Guendouzi – zumindest eine Chance zugesagt.

"Es ist kein Freundschaftsspiel, es ist ein echtes Match gegen Arsenal", betonte Klopp. Aber ohne eine vollständige Vorbereitung und ohne Fans, die wegen der Coronavirus-Krise auch weiterhin nicht dabei sein dürfen, könnte es im menschenleeren Wembley-Stadion schwer werden, das Gefühl eines Freundschaftsspiels abzuschütteln.

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