26. September 2021 / 10:30 Uhr

Concordia Delitzschs Neuzugang Kürth noch nicht ganz zufrieden

Concordia Delitzschs Neuzugang Kürth noch nicht ganz zufrieden

Ulrich Milde
Leipziger Volkszeitung
Lukas Kürth (zweite Reihe, dritter von links) will mehr Tore für den NHV Concordia Delitzsch erzielen.
Lukas Kürth (zweite Reihe, dritter von links) will mehr Tore für den NHV Concordia Delitzsch erzielen. © Ulrich Milde
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Er ist selbstkritisch. „Mit meiner Torausbeute bin ich noch nicht zufrieden“, sagt Lukas Kürth. Der 24-Jährige ist zu Saisonbeginn vom Sachsenligisten LVB Leipzig eine Klasse höher zum NHV Concordia Delitzsch gewechselt.

Delitzsch. In den ersten beiden Partien der neuen Spielzeit in der mitteldeutschen Oberliga erzielte der Linksaußen zusammen sieben Tore. Eigentlich eine ordentliche Ausbeute. Doch in der vergangenen Saison, die wegen der Corona-Pandemie eine sehr kurze war, kam der gebürtige Leipziger in lediglich vier Begegnungen auf satte 36 Treffer – die Werte eines Top-Torjägers. Deshalb sprach NHV-Teammanager Marko Bergelt ihn an. Nach einem halbstündigen Gespräch, an dem auch Trainer Jan Jungandreas teilnahm, „waren wir uns schnell einig“, erinnert sich Kürth. Ihn reize die sportliche Herausforderung, sein Können in der vierthöchsten Spielklasse unter Beweis zu stellen und vor mehreren Hundert Zuschauern anzutreten. „Deshalb habe ich nicht lange überlegt, sondern gleich zugesagt.“

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„Fühle mich bereits als fester Teil der Mannschaft“

Dabei hat er, wenig erstaunlich, festgestellt, dass die Intensität deutlich höher ist als in der Sachsenliga, die gegnerischen Abwehrspieler machen den Angreifern das Offensiv-Leben erheblich schwerer. Hinzu kam: Der Neuzugang gehört zu den flottesten Delitzscher Handballern. Damit ist er prädestiniert für schnelle Gegenangriffe. Das stellte er in der Vorbereitungspartie gegen Germania Zwenkau auch eindrucksvoll unter Beweis. In der Oberliga setzte der NHV diese Konter allerdings bislang noch sehr selten an. „Wir haben alle neun Monate keinen Handball gespielt“, gibt Kürth zu bedenken. Da fehle logischerweise noch die Wettkampfpraxis. Auch seine Ausbeute von der Siebenmeterlinie hat noch Luft nach oben. Von sieben Versuchen führten vier zum Torerfolg. Im Team hat er sich nach eigenem Empfinden prima eingelebt. „Das war sehr entspannt.“

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Er passe auch vom Alter her „sehr gut bei uns rein“, ergänzt Chefcoach Jungandreas. Kürth fügt hinzu: „Ich fühle mich bereits als fester Teil der Mannschaft.“ Den Saisonauftakt des NHV (25:20 gegen den HC Aschersleben, 27:32 gegen die HSG Freiberg) bezeichnet er als in Ordnung. „Ich bin froh, dass wir mit einem Sieg gestartet sind. Es ist toll, dass wir zwei Punkte auf der Habenseite verbuchen.“ In den nächsten Partien komme es darauf an, das Punktekonto aufzustocken. Welchen Platz die Concorden am Ende einnehmen werden, „ist derzeit sehr schwer einzuschätzen“. Wegen der langen Pandemie-Pause „weiß keine Mannschaft so richtig, wo sie steht“. Ziel sei aber, zu versuchen, jedes Spiel zu gewinnen.

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„Das war mega“

Kürth hat es als Kind zuerst mit dem Fußball versucht, aber bald festgestellt, dass es ihn doch eher zum Handball zieht. Im Alter von sieben Jahren startete er seine Karriere bei LVB Leipzig. Nach dem Abitur am Leibniz-Gymnasium Leipzig begann er, Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Den Bachelor hat er bereits in der Tasche, nun steht der Master in Betriebswirtschaftslehre an. Parallel ist er als Werkstudent in Leipzig beim Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte tätig. Ist das Berufsziel also Steuerberater und Wirtschaftsprüfer? „Das kann durchaus sein, aber ich weiß es noch nicht“, antwortet der Sportler.

Zwischendurch nahm er ein halbes Jahr Auszeit und erkundete Australien. „Das war mega“, schwärmt Kürth. Der Aufenthalt habe seinen Horizont erweitert und „einen anderen Blick auf die Welt“ ergeben. Kürth, der in seiner Freizeit – immerhin trainiert er drei Mal die Woche, hinzu kommen die Punktspiele – gerne liest und sich mit Freunden trifft, hat zunächst für ein Jahr in Delitzsch unterschrieben. Eine Verlängerung ist dabei alles andere als ausgeschlossen.