01. Juni 2021 / 09:02 Uhr

Kritik nach Verlegung der Copa America nach Brasilien: "Gibt dem Rest der Welt ein schlechtes Beispiel"

Kritik nach Verlegung der Copa America nach Brasilien: "Gibt dem Rest der Welt ein schlechtes Beispiel"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pläne für die Copa-Austragung in Brasilien rufen Kritik hervor. 
Die Pläne für die Copa-Austragung in Brasilien rufen Kritik hervor.  © Getty Images (Montage)
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Nachdem Argentinien und Kolumbien als Gastgeber ausgefallen sind, soll die Copa America nach Wunsch des südamerikanischen Verbands CONMEBOL nun in Brasilien stattfinden. Das führt zu entschiedener Kritik. Ein Regierungsmitglied betonte indes, dass die Entscheidung noch nicht in trockenen Tüchern sei.

Die Verlegung der Copa América ins Virusvariantengebiet Brasilien hat für Kritik gesorgt. "Es ist nicht die richtige Zeit dafür, wenn das Land gerade vor der dritten Corona-Welle steht", sagte die Rektorin der medizinischen Fakultät an der Universität von Porto Alegre, Lucia Pellanda, dem Nachrichtenportal G1. Die Epidemiologin Ethel Maciel von der staatlichen Universität in Espírito Santo warnte: "Wir werden mehr Menschen einem Risiko aussetzen. Die brasilianische Regierung macht erneut einen Fehler und gibt dem Rest der Welt ein schlechtes Beispiel."

Zwei Wochen vor dem Turnierstart waren Kolumbien und Argentinien als Ausrichter abgesprungen. Nun soll die traditionsreiche Kontinental-Meisterschaft der südamerikanischen Nationalmannschaften im Land der WM 2014 ausgetragen werden, wie der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL am Montag nach einer Krisensitzung mitgeteilt hatte. "Die Situation ist auf der ganzen Welt schwierig", sagte Brasiliens Vizepräsident Hamilton Mourão. Brasilien habe den Vorteil, ein Land von kontinentalen Ausmaßen mit vielen guten Stadien zu sein. Die Spiele könnten leicht aufgeteilt werden.

Stabschef: Noch keine endgültige Entscheidung getroffen

Brasiliens Stabschef Luiz Eduardo Ramos sagte dagegen am Montagabend, dass Brasilien noch keine formelle Vereinbarung zur Ausrichtung des Turniers unterzeichnet habe. "Wir sind in der Mitte des Prozesses", sagte Ramos vor Journalisten in Brasilia. "Wir werden einer Anfrage nicht ausweichen, falls wir es tun können. Wir überprüfen die Details, morgen werden wir eine endgültige Entscheidung haben." Die Copa América soll vom 13. Juni bis 10. Juli – parallel zur Europameisterschaft – ausgetragen werden.

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Brasilien ist weiterhin ein Brennpunkt der Corona-Pandemie: Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas mehr als 16,5 Millionen Menschen nachweislich infiziert, über 460.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.