28. Oktober 2020 / 19:23 Uhr

Cornwall: „Ich möchte mit meiner Entscheidung Reize setzen“

Cornwall: „Ich möchte mit meiner Entscheidung Reize setzen“

Nico Schwieger
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für den MTV Wedtlenstedt (gelb) läuft’s zurzeit nicht so gut. Das Team gewann von sechs Spielen nur zwei. Trainer Dennis Cornwall (kleines Bild) hat zudem seinen Abschied zum Saisonende angekündigt.
Für den MTV Wedtlenstedt (gelb) läuft’s zurzeit nicht so gut. Das Team gewann von sechs Spielen nur zwei. Trainer Dennis Cornwall (kleines Bild) hat zudem seinen Abschied zum Saisonende angekündigt. © Foto: Ralf Büchler
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Dennis Cornwall hat seinen Abschied als Trainer beim MTV Wedtlenstedt angekündigt. Er bleibt zwar im Verein, will aber mit seiner Entscheidung Reize setzen. „Vielleicht kommt jetzt ein externer Trainer, der noch mal ein paar Spieler mitbringt“, sagt er.

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Nach der 3:6-Niederlage gegen den BSC Bülten kündigte Trainer Dennis Cornwall seinen Abschied beim MTV Wedtlen-stedt am Ende der Saison an. „Ich ziehe diese Saison noch durch, aber im Sommer ist für mich Schluss“, sagte er seinen Spielern direkt nach dem Duell in der 1. Fußball-Kreisklasse B.

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Sein Team startete schleppend in die Saison, holte nur sechs Punkte aus sechs Partien und kassierte mit 23 Gegentoren die meisten der Liga. Vor dem letzten Spiel vor der Winterpause erklärt Cornwall, der in Wedtlenstedt wohnt, warum seine Zeit nach drei Jahren als MTV-Coach zu Ende geht und woran es in der Hinrunde gehapert hat.

Dennis, wieso sind Sie zu dem Entschluss gekommen, das Traineramt zum Saisonende abzugeben?

Es ist schon seit längerer Zeit so, dass ich die Trainingsbeteiligung moniere. Die Corona-Unterbrechung ab März hat uns leider gar nicht gut getan. Ich muss kritisieren, dass die Jungs in der Phase selbst zu wenig gemacht haben. Mehr als appellieren konnte ich ja nicht. Mein Ziel war es, dem Verein ein wenig neue Struktur zu verpassen. Das hat leider nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe.


War die Verkündung direkt nach dem Spiel eine Kurzschlussreaktion?

Auf keinen Fall. Wir hätten auch gewinnen können, das war unabhängig vom Ergebnis. Ich hatte das auch zu Hause abgesprochen. Für mich war es bis dahin eher eine Belastung, da ich mir als Wedtlenstedter schon meine Gedanken gemacht habe. Ich möchte mit meiner Entscheidung neue Reize setzen. Vielleicht kommt jetzt ein externer Trainer, der nochmal ein paar Spieler mitbringt.

Wie haben Ihre Spieler auf Ihre Ankündigung reagiert?

Der Großteil war nicht überrascht. Nach der Niederlage war es natürlich ruhig, keiner hat gesprochen. Einen Tag danach habe ich Anrufe und Nachrichten bekommen, wo klipp und klar gesagt wurde, dass die Mannschaft meine Entscheidung versteht.

Sie nannten Ihr Amt vor der Saison eine Herzensangelegenheit, schlossen einen Abschied aber auch nicht aus. Wie bleiben Sie dem Verein verbunden?

Das hängt davon ab, was ich im Sommer mache. Ich werde natürlich nicht aus dem Verein austreten. Ich stehe jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wie Ihre nächste Station aussehen soll?

Nein, habe ich nicht. Ich bin offen für alles. Ich traue mir auch vieles zu. Aber darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken, weil ich gesagt habe, dass ich bis zum Saisonende durchziehen werde. Ich hatte dem Verein natürlich auch angeboten, sofort aufzuhören, um noch einmal andere Reize zu generieren. Aber gerade jetzt ist es schwierig, jemanden zu finden.

Ihre Mannschaft ist aktuell nur Sechster. Was lief in der Hinrunde schief?

Ohne Fleiß kein Erfolg. Es lag ganz klar an der Trainingsbeteiligung. Wenn nur sechs bis acht Leute zum Training kommen, ist es sehr schwierig. Mir tut es zwar weh und leid, aber die Jungs und auch der Verein sind jetzt gefordert. Vielleicht setzt das beim einen oder anderen Spieler noch einmal Kräfte frei. Wir spielen halt gegen den Abstieg.

Von Nico Schwieger