02. Mai 2020 / 13:25 Uhr

Positive Corona-Tests beim 1. FC Köln: SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert "Brot und Spiele"-Mentalität

Positive Corona-Tests beim 1. FC Köln: SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert "Brot und Spiele"-Mentalität

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert den Umgang mit den Corona-Befunden beim 1. FC Köln.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert den Umgang mit den Corona-Befunden beim 1. FC Köln. © imago images/Deutzmann
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Die positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln haben für ein erstes politisches Echo gesorgt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert den Umgang mit den Befunden. Die DFL-Taskforce sieht hingegen einen Beleg für ein funktionierendes System.

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Nach den drei positiven Corona-Befunden beim 1. FC Köln hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisch über den Umgang des Bundesliga-Klubs mit den Fällen geäußert. Was dem Politiker missfällt: Der Rest des FC-Kaders soll das Training wie geplant fortsetzen. "Wahrscheinlich 2 Spieler, 1 Mitarbeiter infiziert. Rest trainiert weiter. Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen. Fussball soll Vorbild sein, nicht 'Brot und Spiele'", twitterte Lauterbach.

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Insgesamt könnte die Bundesliga mit Blick auf die für diesen Monat erhoffte Saison-Fortsetzung durch die neuen Corona-Fälle weiter unter Druck geraten. Auch wenn die Befunde aus Sicht der DFL als Beleg dafür dienen, dass das installierte System mit "mindestens wöchentlichen" Tests pro Profi greife. Ob und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, dürfte sich am kommenden Mittwoch entscheiden. Dann trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videoschalte erneut mit den Ministerpräsidenten zusammen, um über das weitere Vorgehen in gesellschaftspolitischen Fragen zu beraten. Ein Schwerpunkt soll dann der Sport sein.

1. FC Köln setzt Gruppentraining fort

Der 1. FC Köln hatte die drei positiven Tests am Fretagabend offiziell bestätigt und darauf verwiesen, dass die betroffenen Personen "symptomfrei" seien und nun eine 14-tägige häusliche Quarantäne antreten würden. Das Training könne "aufgrund der bereits seit dem 6. April praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen im Gruppentraining wie geplant weiterlaufen". Dabei würde "der entsprechende Personenkreis weiter so getestet, wie es im medizinischen Konzept der 'Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' der Deutschen Fußball-Liga DFL vorgesehen ist."

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Der Tasforce-Vorsitzende Prof. Dr. med. Tim Meyer erklärte: "Wir sehen jetzt im Alltag, dass unser Konzept frühzeitig Risiken erkennt und reduziert. Dazu werden wir stets im engen Austausch mit den zuständigen Gesundheitsbehörden und den medizinischen Experten sein. Wir sind überzeugt, dass wir den Spielern mit unserem Konzept die Ausübung ihres Berufs unter bestmöglichem Infektionsschutz ermöglichen können." Am Samstag nannte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle Details zum weiteren Vorgehen des Klubs.

Premier-League-Profis haben "Angst"

Von Seiten der Bundesliga-Profis hatte es bisher keine öffentlichen Bedenken hinsichtlich des DFL-Konzepts und einer etwaigen Bundesliga-Fortsetzung mit Geisterspielen gegeben. Anders verhält sich die Lage in England, wo einige Premier-League-Spieler auf die Risiken eines solchen Modells hinwiesen. ManCity-Star Sergio Agüero erklärte zuletzt: "Die Spieler haben Angst."