06. April 2021 / 08:10 Uhr

Corona-Alarm am Maschsee: Mindestens 15 Fälle im Olympia-Stützpunkt

Corona-Alarm am Maschsee: Mindestens 15 Fälle im Olympia-Stützpunkt

Stefan Dinse und Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vorerst läuft der Betrieb weiter: Am Olympia-Stützpunkt kann trotz der Corona-Fälle trainiert werden.
Vorerst läuft der Betrieb weiter: Am Olympia-Stützpunkt kann trotz der Corona-Fälle trainiert werden. © Florian Petrow
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Bei den Athleten des Olympia-Stützpunkts am Maschsee hat es mindestens 15 Corona-Fälle gegeben. Auch Wasserball-Bundesligist White Sharks hat es übel erwischt. Die Infektionskette sei laut Jörg Deike, Vorsitzender der Sharks, nicht nachvollziehbar.

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Schwimmen, Wasserball und Boxen. In diesen drei Sportarten hat das Coronavirus in einer Woche zugeschlagen und dabei er­heb­li­che Wirkungstreffer gelandet. Offenbar sind etliche Athleten des Lotto-Sportinternats betroffen. Mindestens 15 Fälle hat es insgesamt bei jungen Athleten gegeben, allen geht es gut, alle betroffenen Sportler haben am Olympiastützpunkt (OSP) trainiert.

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Übel erwischt hat es die White Sharks: Sie müssen den zweiten Abschnitt der Wasserball-Bundesliga verlegen, weil sie bereits neun Infizierte haben. Insgesamt 56 ihrer Spieler sind in Quarantäne, der OSP soll aber geöffnet bleiben. Auch der Betrieb im Sportinternat mit den 60 bis 70 Athleten läuft nach den Ostertagen ab Dienstag weiter. „Wir arbeiten eng mit dem Gesundheitsamt sowie auch den Eltern zusammen und haben alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen“, sagt Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes Niedersachsen (LSB), der das Internat betreibt.

Auch das Sportinternat bleibt trotz der Corona-Fälle zunächst geöffnet. 
Auch das Sportinternat bleibt trotz der Corona-Fälle zunächst geöffnet.  © Florian Petrow

„Da sieht man, wie hochansteckend die Mutante ist“

Wie das Virus in den Zirkel der Kaderathleten – denn nur solche dürfen ja in der Pandemie trainieren – eingedrungen ist, bleibt offen. „Wir können die Infektionskette nicht nachvollziehen“, sagt Jörg Deike, Vorsitzender der White Sharks, „aber wir ha­ben alle Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen strikt eingehalten.“ Der Erstligist testet seine Akteure mindestens zweifach wöchentlich. Erst hatten die Haie drei Fälle, dann waren es fünf und schließlich neun. „Da sieht man, wie hochansteckend die Mutante ist“, sagt Deike. Sämtliche Sharks haben sich mit der britischen Variante angesteckt.

Betroffen sind auch Spieler, die obendrein ein Startrecht für Meister Waspo 98 haben. „Wir sind sehr vorsichtig und testen ständig“, betont dessen Trainer und Vizevorsitzender Karsten Seehafer. Auf die Vorfälle hat Waspo mit weiteren Tests reagiert, alle waren negativ. Der Meister trainiert mit nur 13 Mann weiter und geht wie geplant in den zweiten und letzten Abschnitt der Bundesliga-Vorrunde am Wo­chen­en­de. Anschließend geht es für Waspo mit dem dritten und entscheidenden Teil der Champions-League-Gruppenphase weiter. „Wir werden versuchen, eine Erlaubnis zu bekommen, bis dahin für uns allein im Stadionbad zu trainieren“, so Seehafer.

Boxer kommen mit Schrecken davon

Auch vier Schwimmer der Trainingsgruppe in Hannover hat es erwischt, der Betrieb am OSP ruht noch. Das ist bitter, da aktuell wichtige Wettkämpfe anstehen. Mit dem Schrecken sind offenbar die Boxer davongekommen, zwei Nachwuchskräfte haben sich angesteckt. Landestrainer Akh­med Dzhafarov legte am OSP eine zweiwöchige Trainingspause ein, die inzwischen beendet ist. Auch die Quarantäne der beiden Boxer en­det in diesen Tagen.

Bei den White Sharks wird erst der Freitag mit einem PCR-Test für alle Spieler Klarheit bringen. Gemäß Hy­gie­ne­kon­zept folgt ein ärztlicher Unbedenklichkeitstest für die Betroffenen, wie ihn das Sicherheitskonzept des DSV und des DOSB vorsehen: mit Belastungs-EKG und Überprüfung der Lungenfunktion. „Die Sportler mögen keine Symptome ha­ben, dennoch können die Corona-Folgeschäden im­mens sein, das wird unterschätzt“, warnt Deike, der selbst Arzt ist. Er empfiehlt, die Bundesliga-Saison zu verschieben, sollten die Inzidenzzahlen weiter steigen: „Wir könnten im August oder September neu beginnen.“

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Einen Neustart wünscht sich Waspos Coach Seehafer in Sachen Sicherheitsvorkehrungen am OSP: „Es wäre gut, wenn das Training nur noch nach einem Schnelltest möglich ist.“ Es ist damit zu rechnen, dass die Hygieneregeln verschärft werden. Klar ist: In nicht allen Sportarten am OSP werden die Kaderathleten regelmäßig getestet. Würden Schnelltests am Stützpunkt Hannover eingeführt, brächte das ein großes Plus an Sicherheit für alle der etwa 440 Aktiven.