30. Oktober 2020 / 15:36 Uhr

Corona-bedingte Zwangspause: Letzter Spieltag in Muldentals Kreisoberliga

Corona-bedingte Zwangspause: Letzter Spieltag in Muldentals Kreisoberliga

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Mindestens in den nächsten vier Wochen findet kein Ball das Tor.
Mindestens in den nächsten vier Wochen findet kein Ball das Tor. © Mathias Bierende
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Am Wochenende wird in der Muldentaler Kreisoberliga zum vorerst letzten Mal gekickt. Frohburg gastiert beim Döbelner SC und Pegau muss zum Roßweiner SV. Im November pausiert der Fußball durch die neue Verordnung der Bundesregierung und der Bundesländer.

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Borna. Ein Autofahrer wird am Mittwochabend mit einer Reifenpanne angehalten und erhält folgende Aufforderung: Bis Sonntag dürfen Sie in der Dunkelheit noch ohne Licht fahren, ab Montag lassen Sie das Fahrzeug in der Garage. Was das mit Fußball zu tun hat? Bis Sonntag kann inmitten von Corona-Rekordzahlen im Amateurbereich noch Sport getrieben und also auch dem runden Leder nachgejagt werden, bevor ab Montag keine Kugel mehr rollen soll.

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Eine „Branche“ – welche wie viele andere beileibe nicht als Infektionsherd auffällig geworden ist – zahlt abermals einen hohen Preis. Ob in dem Zusammenhang der 9. Spieltag der Fußball-Kreisoberliga einer Henkersmahlzeit gleichkommt oder doch nur eine kleine spätherbstliche Pause einläutet, ist eine der vielen offenen Fragen. Die es mit der nötigen Distanz zu diskutieren gilt.

Frohburg möchte nächsten Dreier einfahren

Gebührenden Abstand zum Vorderfeld des Klassements hat der BSV Einheit Frohburg (2.) nach vier Siegen in Folge (zur Erinnerung: zuletzt wurde Naunhof mit 3:0 bezwungen) längst nicht mehr. Mit dem Rückenwind des 5:1-Pokalerfolges in Gleisberg reisen die Rennstädter nun wieder in die selbe Richtung, sind zu Gast beim Döbelner SC (9.) im Heinz-Gruner-Sportpark. Der DSC ist daheim noch ungeschlagen, der BSV mit seiner Betonabwehr (vier Gegentreffer) ist selbiges auswärts. Beide Serien haben nur bei einem Unentschieden Bestand.

Einheits Vereinschef Andre Spranger möchte sich mit einer Punkteteilung zwar nicht zufrieden geben, hält einen 6:0-Erfolg wie in der Vorsaison jedoch für utopisch: „Wir wollen unbedingt den nächsten Dreier einfahren, um den Druck auf Roßwein hoch zu halten. Doch wir kennen die Döbelner Stärken und darauf gilt es sich einzustellen. Auch wenn beim Gegner mit Steve Oehme ein wichtiger Spieler wegen einer roten Karte nicht dabei ist. Unser personelles Aufgebot wird ohnehin wieder klein sein, eventuell werden daher ein oder zwei A-Jugendliche nachrücken.“

Der Einsatz von Alexander Steinbach (Knöchel/in Gleisberg umgeknickt) ist sehr vakant, das Mitwirken von Philipp Jacob (Oberschenkel) weiterhin eher unwahrscheinlich. Silvio Kruggel und Robert Eck fehlen aus privaten Gründen, Dominic Zein ist noch gesperrt, Tom Gerstenberger geht seinem Job nach, Andre Spranger selbst ist sowieso noch nicht wieder fit.

Pegau geht als Außenseiter in die Partie

Der Ausfall der Begegnung gegen die Döbelner war dem TuS Pegau (8.) offensichtlich nicht so richtig bekommen, denn im Pokal kam mit dem 1:2 gegen Deutzen das Aus. Sich auf die eine verbliebene Hochzeit zu konzentrieren, duldet angesichts der Güte des kommenden Gegners keinen Aufschub. Bei der ungeschlagenen Torfabrik Roßweiner SV (seines Zeichens Spitzenreiter) werden die Elsterstädter im ersten Duell mit den Blau-Weißen seit neun Jahren definitiv von der ersten Minute an voll gefordert sein.

Trainer Mike Hartleib ist vor dem Auftritt seines Teams an der Haßlauer Straße völlig realistisch: „Vor allem geht es erst einmal darum, nicht den Sack voll zu kriegen. Roßwein mit seinen drei bis vier Ausnahmespielern gehört eigentlich in eine andere Liga. Doch ich habe schon einige Ideen, wie wir zu mindestens eine Klatsche verhindern können. Ob noch mehr drin ist, werden wir dann sehen. Allerdings müssen wir noch schauen, wer bei uns alles an Bord sein wird.“

Punkte zu Hause bleiben

Mit zwei Auswärtsniederlagen (1:2 in Leisnig und 3:5 im Pokal bei Klinga-Ammelshain) als Rucksack auf dem Kreuz empfängt der SV Chemie Böhlen (13.) den TSV Burkartshain (10.) im Stadion an der Jahnbaude. Im Grunde genommen spricht einiges dafür, dass die Pleißestädter wieder die Kurve kriegen. Während sie in der laufenden Saison auf eigenem Gelände noch keine Pleite einstecken mussten, haben die Muldentaler in diesem Spieljahr in fremden Gefilden noch keinen Dreier landen können.

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Obendrein haben die Chemiker gegen den TSV seit fünf Partien nicht mehr verloren. Spielertrainer Toni Röder (wird am Wochenende wegen eines Kurztrips in die alte Heimat von Assistenzcoach Marco Hurt vertreten) will sich allerdings nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: „Burkartshain ist ein mehr als unangenehmer Gegner mit einer (Pardon) ekligen Spielweise. Dennoch sollen die Punkte zu Hause bleiben. Und wenn wir uns nicht selbst im Wege stehen, sollte das auch machbar sein. Personell wird es beim Abschlusstraining noch einige Dinge zu klären geben. Bestbesetzung werden wir zwar nicht aufbieten können, doch elf Leute werden es mindestens sein.“

Deutzen möchte etwas Zählbares mitnehmen

Spielausfall gegen Roßwein, dann der Pokaltriumph im Pegau-Krimi. Beim SV Blau-Weiß Deutzen (16.) mussten in den vergangenen zwei Wochen anders als häufig zuvor in dieser Serie keine Wunden geleckt werden. Deshalb hat Coach Rolf Tröger absolut keine Veranlassung, vor dem Premieren-Duell beim SV Klinga-Ammelshain (11.) Pessimismus zu verbreiten: „Ganz im Gegenteil. Die Mannschaft hat in Pegau mit unbändigem Willen bewiesen, dass sie lebt. Der Sieg war ja der erste in diese Saison und tat wirklich gut. Dabei stand uns nicht einmal ein etatmäßiger Keeper zur Verfügung, wodurch Sandy Schädlich zwischen die Pfosten rückte. Und obwohl die beiden Hüter weiterhin fehlen, wollen wir auch in Klinga ordentlich dagegen halten und etwas Zählbares mitnehmen.“

Neben Martin Steinecke und Marco Patzer müssen auf dem Sportplatz an der Staudnitzstraße – wo Rolf Tröger und Klaus Havenstein vor zwei knapp zwei Jahrzehnten als Trainergespann für Höhenflüge sorgten – müssen allerdings auch Sandy Eisert (Bänderriss), Tom Lifka (Schienbeinentzündung), Michael Hanowski (Rippenprellung) und Maik Günther (verschleppte Grippe) ersetzt werden.

Geithain möchte Rote Laterne abgeben

Trotz der planmäßigen Verschnaufpause vor 14 Tagen war für Schlusslicht FSV Alemannia Geithain eine Woche danach beim 0:5 im Pokal in Ostrau nichts zu holen. Außer Spesen nichts gewesen. Doch die Schlappe ist abgehakt, der Blick des sieglosen Tabellenletzten ist jetzt auf das Match gegen den VfB Leisnig (5.) gerichtet. Schließlich sollen nach langem Anlauf die ersten Heimpunkte eingefahren werden.

Mannschaftsleiter Martin Polster hat durchaus Hoffnung, dass dies zu schaffen ist: „Wir wollen uns vernünftig präsentieren und alles raushauen, um vielleicht die rote Laterne abgeben zu können. Leisnig ist eine der positiven Überraschungen dieser Saison und kann völlig befreit aufspielen. Wir müssten mal das Führungstor erzwingen, um unseren Fußball auf den Rasen zu bringen und erfolgreich sein zu können. Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.“ Zumal sich die personelle Situation deutlich entspannt hat. Zwar werden Daniel Petzold, Martin Polster selbst, sowie Patrick Zschille verletzungsbedingt weiterhin fehlen. Aber Kapitän Christian Petzold dürfte wieder an Deck sein, einige kleine Fragezeichen könnten sich außerdem noch in Luft auflösen.

Die weiteren Paarungen der 9. Runde lauten: SV Naunhof (7.) gegen TSV Großsteinberg (4. / Achtung Derby-Alarm!), Tresenwald Machern (12.) gegen SC Partheland (15./noch ein Muldentaler Nachbarschafts-Duell) sowie SV Blau-Weiß Bennewitz (6.) gegen SV Ostrau (3.). Für den BC Hartha (14.) beginnt die Auszeit bereits diese Woche.