29. Juni 2020 / 19:11 Uhr

Corona bremst Helge Künnemanns Neustart

Corona bremst Helge Künnemanns Neustart

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Helge Künnemann und Daniela Strasser mit den Pferden Piccadilly (links) und Darling.
Helge Künnemann und Daniela Strasser mit den Pferden Piccadilly (links) und Darling. © Matthias Press
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Zehn Jahre betrieb Johannes Lieberg seinen Dressurstall in Woltorf. Nach Auslaufen des Pachtvertrages hat Besitzer Helge Künnemann zusammen mit Lebensgefährtin Daniela Strasser die Anlage wieder übernommen. Corona bremst allerdings den Plan, Turniere anzubieten und den Stall auszulasten.

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Von Ruhe halten hat Helge Künnemann die Nase voll. Vor sieben Jahren passierte ihm ein übler Reitunfall. „Ich habe mich mit dem Pferd überschlagen. Ich hatte einen siebenfachen Beckenbruch, einen Lendenwirbelbruch, ein gebrochenes Bein, Bänder- und innere Verletzungen“, sagt der Woltorfer. Lange brauchte er – im Bett liegend – für die Genesung. „Reiten ist wohl nicht mehr“, wurde ihm damals gesagt.

Zwei Jahre später saß er allerdings wieder im Sattel. „Manchmal zwickt’s auch heute noch im Rücken, aber die Platten sind raus. Ich bin wieder fit“, sagt der 53-Jährige. Das muss er auch, denn er hat noch einiges vor. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Strasser will er den Reitsport auf seiner Anlage an der Vechelder Straße fördern. Vor kurzem hat er den Betrieb wieder übernommen, nachdem die Anlage mit Boxen, Halle, Dressur- und Springplatz sowie Weiden zehn Jahre an Johannes Lieberg verpachtet war, der den Verein „Sportreiter Peiner Land“ gegründet und auf der Anlage sowie dem Gelände des benachbarten Woltorfer Reitvereins Dressurturniere veranstaltet hatte.

„Turniere wollen auch wir künftig veranstalten. Aber momentan ist es aufgrund der Corona-Auflagen schwierig“, sagt Künnemann. Der Woltorfer Reitverein hat seine geplanten Wettbewerbe für dieses Jahr bereits abgesagt. „Wir planen vielleicht für August ein kleines Trainingsturnier, bei dem der Druck nicht so groß ist.“

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Auch der normale Betrieb läuft zurzeit aus Coronaschutz-Gründen noch reduziert. „Wir haben 28 Einstellplätze, die aber nicht alle belegt sind. Wer wann kommt, wird abgesprochen, sodass sich Begegnungen vermeiden lassen.“ Künnemann und Strasser bieten Unterricht, Training, Lehrgänge und Turnierbetreuung an. Er hat den Trainer-A-Schein für Leistungssport, sie den Trainer-B-Schein. Sie wollen auch züchten und besitzen zurzeit fünf Pferde inklusive Zuchtstuten.

1998 hatte Künnemann die Anlage gebaut und anschließend betrieben, bis er vor zehn Jahren ein Angebot vom Stall Schockemöhle annahm, als Pferdeausbilder in Mühlen zu arbeiten. „Dort habe ich noch viel dazugelernt“, sagt der Woltorfer, der vorher vor allem als Springreiter viele Erfolge gefeiert hatte. Durch die Tätigkeit in Mühlen knüpfte er viele Kontakte in europäische Länder – und auch zum Spring-Bundestrainer Otto Becker. Dessen Töchter reiten, und Künnemann trainierte mit ihnen ein halbes Jahr.

Während Helge Künnemann in Woltorf aufgewachsen ist und sich bestens auskennt, muss sich seine Lebensgefährtin – sie kommt aus dem Oldenburger Münsterland – noch einleben. „Aber das wird schon“, ist Daniela Strasser überzeugt.

Von Matthias Press