18. November 2021 / 18:26 Uhr

Corona-Chaos beim FC Bayern: So ist der Stand bei Niklas Süle, Joshua Kimmich und Co.

Corona-Chaos beim FC Bayern: So ist der Stand bei Niklas Süle, Joshua Kimmich und Co.

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Den FC Bayern München umtreiben aktuell Corona-Sorgen.
Den FC Bayern München umtreiben aktuell Corona-Sorgen. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/MIS/regios24/Sven Simon (Montage)
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Beim FC Bayern München sorgt die Corona-Pandemie dieser Tage abseits des Sportlichen für erhebliche Nebenkriegsschauplätze. Trainer Julian Nagelsmann zeigt sich zunehmend genervt von dem Wirbel rund um Niklas Süle, Joshua Kimmich und Co. Der SPORTBUZZER fasst zusammen.

Julian Nagelsmann ist genervt. "Ich bin hier als Trainer angestellt – und nicht als Pandemiebeauftragter", sagte der Chefcoach des FC Bayern München am Donnerstag während der virtuellen Pressekonferenz des Fußball-Bundesligisten, als es ihm zwischenzeitlich zu viel wurde. "Natürlich nervt das Thema, das nervt alle", erklärte er. "Das Thema beschäftigt einfach, das sieht man auch an den Fragen. Wir spielen in etwas mehr als 24 Stunden gegen Augsburg, aber noch keiner hat nach Augsburg gefragt. In der Flimmerkiste sind neun von zehn Worten Corona."

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Nagelsmann (doppelt geimpft), der sich Mitte Oktober eine Corona-Infektion eingefangen und dadurch in der 14-tägigen häuslichen Quarantäne vier Spiele verpasst hatte, muss erneut auf PCR-Testergebnisse warten. Nicht bei Niklas Süle, der wohl noch übers Wochenende zu Hause bleiben muss, nachdem er Anfang vergangener Woche bei der Nationalelf positiv getestet wurde und laut Nagelsmann "leichte Symptome hat". Auch nicht bei Josip Stanisic, der nach seiner Rückkehr von der kroatischen Nationalmannschaft einen positiven Befund erhielt. Und auch den FCB-Teammanager und ein weiteres Staffmitglied hat es erwischt – ohne Folgen für die restliche Mannschaft, da Spieler und Betreuer stets nach Ankunft im vereinseigenen Parkhaus individuell getestet werden.

Es geht wieder um Joshua Kimmich, den Impfskeptiker, der bislang eine Impfung gegen COVID-19 verweigert. Dem 26-Jährigen droht daher erneut eine (mindestens) siebentägige Quarantäne. Der Grund: Kimmich, der erst am Dienstag seine häusliche Isolation als Kontaktperson von Süle verlassen durfte und am Mittwoch ganz normal mittrainierte, hatte im privaten Umfeld Kontakt zu einer Person, die möglicherweise corona-positiv ist. Das Ergebnis des PCR-Tests dieser Person steht noch aus. Dass Kimmich am Donnerstag beim Abschlusstraining fehlte, sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme" gewesen, sagte Nagelsmann vor dem bayerischen Derby beim FCA an diesem Freitag (20.30 Uhr, DAZN).

Gnabry, Musiala und Choupo-Moting zurück aus der Corona-Quarantäne

Nach den Länderspielen gegen Liechtenstein und in Armenien droht Kimmich also auch die Partie in Augsburg sowie das Champions-League-Match am Dienstag bei Dynamo Kiew und – dann wohl wegen fehlender Wettkampffitness – das Heimspiel gegen Bielefeld (27. November) zu verpassen. Sein Zögern in Sachen Impfung schadet ihm und dem Verein. Der Gegenwind für Kimmich wird größer, das ist auch bei Nagelsmann zwischen den Zeilen zum Thema Vorteile des Impfens zu hören. "Ich glaube, es ist nicht ganz so schwer zu verstehen. Es ist offensichtlich und liegt auf dem Präsentierteller." Neben Kimmich drohen angesichts der hohen Infektionszahlen künftig ebenfalls nicht geimpfte Profis immer wieder auszufallen. Nach ihrer Quarantäne konnten sich Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting jüngst freitesten.

Wenigstens das Thema der Anreise nach Augsburg und die Frage nach dem Zutritt in ein Tageshotel hat der FC Bayern vom Hals. "Mein aktueller Stand ist, dass die Spieler normal mitreisen und als Berufstätige ins Tageshotel dürfen. Wir brauchen keine individuelle Anreise oder andere kreative Lösungen", sagte Nagelsmann, der sich generell Gedanken über die Pandemie macht: "Es ist nicht ganz so simpel für die Politik, da immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Pandemie lässt uns nicht los, die Zahlen sind schon erschreckend, das merken wir ja auch bei uns. Es wäre schön, wenn wir das in naher Zukunft so in den Griff kriegen, dass wieder Normalität einkehrt."