30. März 2020 / 20:22 Uhr

Kein Aufgalopp? Das ist wie Leipzig ohne Hauptbahnhof...

Kein Aufgalopp? Das ist wie Leipzig ohne Hauptbahnhof...

Clemens Meyer
Leipziger Volkszeitung
Schriftsteller Clemens Meyer (Als wir träumten) vor der ehrwürdigen Tribüne auf der Pferderennbahn im Scheibenholz
Schriftsteller Clemens Meyer (Als wir träumten) vor der ehrwürdigen Tribüne auf der Pferderennbahn im Scheibenholz © Dirk Knofe
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Kult-Schriftsteller Clemens Meyer schreibt auch 2020 im SPORTBUZZER über seine große Liebe, den Galoppsport. Die Absage des Leipziger Mai-Renntages nimmt den 42-Jährigen gehörig mit.

Leipzig. Der Aufgalopp fällt aus. Wir hatten es geahnt, wie soll das auch stattfinden, 15 000 bis 20 000 Menschen dichtgedrängt im Leipziger Scheibenholz...

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Und uns fehlen trotzdem die Worte, was sollen wir noch sagen und mutmaßen, die Hufe donnern nicht mehr übers Geläuf, aber unsere Herzen, die schlagen noch, schlagen weiter für den Galopprennsport. Fünf Herzen hat ein Pferd, sagt der Hufbeschlagschmied – die vier Hufen und eben das Herz...

Leipzig ohne den Renntag am 1. Mai, das ist wie Leipzig ohne Hauptbahnhof, Leipzig ohne Völkerschlachtdenkmal, Leipzig ohne Leipzig, Leipzig ohne Buchmesse ... huch, ist ja schon passiert.

DURCHKLICKEN: Rückblick auf den Aufgalopp am 1. Mai 2019

Das war der Aufgalopp im Scheibenholz am 1. Mai 2019. Rund 20.000 Besucher pilgerten zur Rennbahn. Zur Galerie
Das war der Aufgalopp im Scheibenholz am 1. Mai 2019. Rund 20.000 Besucher pilgerten zur Rennbahn. © André Kempner

Viele der Rennbahnbesucher denken sicher: Ja, das geht da seinen Gang. Da kommen immer Leute, da wird immer gewettet, da fließt immer Geld.

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Schön wär’s. Und manchmal isses auch so. Ach, ihr vielen Erinnerungen an große Renntage, an tolle Pferde, begeisterte Rennbahnfreunde. Aber wie viel Anstregungen kostet es Rennbahnbetreiber Alex Leip, den Laden nur so halbwegs auf ne schwarze Null zu bringen, wie viele ehrenamtliche Bemühungen setzt der Leipziger Reit- und Rennverein ein, um die gemeinsame Idee „Galopprennsport im Scheibenholz“ zu fördern, am Leben zu erhalten.

Als wir vom Scheibenholz träumten

Wir brennen für diesen Sport, wir brennen auch fürs Scheibenholz, wir sind die älteste sächsische Sportstätte! Wenn schon das Rathaus (what’s the matter Mister Jung?) uns seit Jahren und – man kann sagen – Jahrzehnten! nicht unterstützt, dann müssen wir, der Leipziger Reit- und Rennverein, der unseren Wahl-und Wunsch-Leipziger Alex Leip in dessen Kampf für die Rennbahn unterstützt, eben die Leipziger noch mehr begeistern in dieser schweren Stunde.

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Lasst uns gemeinsam träumen! Fünf Herzen schlagen fürs Scheibenholz. Werdet Mitglied im Rennverein! Spendet! Wer will diesen einzigartigen Sport als Sponsor und Freund unterstützen? Wendet euch mit Euren Ideen an info@lrrs.de. Das Scheibenholz liegt in der Mitte der Stadt, nehmt uns dort wahr und lasst uns gemeinsam den Lauf der Galopper und der Rennbahn planen und verfolgen! Jetzt erst recht!

Und wie froh sind wir, dass sich bei unserem Scheibenholz-Trainer Marco Angermann jeden Tag die Führmaschine dreht, in der die Pferde bewegt werden. Der Trainer schaut nach vorn, die Pferde galoppieren über die Trainierbahn, die Hoffnung lebt.

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