11. März 2020 / 18:25 Uhr

Corona-Krise: DEB sagt Oberliga-Playoffs ab! Saison für Indians und Scorpions vorzeitig beendet

Corona-Krise: DEB sagt Oberliga-Playoffs ab! Saison für Indians und Scorpions vorzeitig beendet

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Oberliga-Saison für die Hannover Indians und die Hannover Scorpions ist wegen der Corona-Krise vorzeitig beendet.
Die Oberliga-Saison für die Hannover Indians und die Hannover Scorpions ist wegen der Corona-Krise vorzeitig beendet. © Florian Petrow
Anzeige

Am Dienstagabend tagte das Präsidium des Deutschen Eishockey-Bundes aufgrund der Corona-Krise - und entschied sich für eine Absage der Oberliga-Playoffs. Für die Hannover Indians und die Hannover Scorpions ist die Saison damit vorzeitig beendet.

Anzeige
Anzeige

Diese Entscheidung war zu erwarten: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat am Mittwoch die Saison in der Oberliga für beendet erklärt und damit die Play-offs abgesagt. Tags zuvor hatten bereits die DEL und DEL 2, die Dachverbände der ersten und zweiten Spielklasse, die Saison gestoppt. Grund ist in allen Fällen die Ausbreitung des Coronavirus. Man habe sich dazu entschieden, um den politischen Empfehlungen zu folgen, so die offizielle Erklärung vonseiten des DEB.

"Die Enttäuschung ist groß, die Arbeit einer ganzen Saison für die Katz."

Aber auch aus sportlicher Sicht hätten Play-offs in der Oberliga keinen Sinn mehr gemacht. Zwar hätte man den deutschen Oberliga-Meister ausspielen können, aber keinen Aufsteiger. Denn wegen des vorzeitigen Endes verkündete die DEL 2, dass es aus dieser Spielklasse keinen Absteiger gibt. Am Dienstagabend hatten sich die Rostock Piranhas in den Pre-Play-offs mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung bei den Füchsen Duisburg noch den letzten Platz in den Play-offs gesichert – es war im Nachhinein das letzte Eishockeyspiel dieser Oberliga-Saison. Auf- und Abstiege werden auch hier ausgesetzt.

„Auch wenn es in den letzten 24 Stunden absehbar war – die Enttäuschung ist groß, die Arbeit einer ganzen Saison für die Katz“ sagt Andy Gysau, Geschäftsführer der Hannover Indians, die am Freitag auf eigenem Eis die Play-offs gegen die Starbulls Rosenheim eröffnet hätten. „Unsere Mannschaft war ambitioniert, hätte sicher einige Spiele gewonnen.“

Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und Hannover Indians

Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. Zur Galerie
Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. ©

Scorpions feiern Saisonabschluss am Samstag

Auch bei den Hannover Scorpions, am Freitag eigentlich zum Auftakt zu Gast beim SC Riessersee, ist die Enttäuschung über das plötzliche Saisonende und damit der Verzicht auf die schönste Zeit im Eishockey-Jahr groß – aber auch das Verständnis. „Wir haben jetzt Klarheit – die Gesundheit geht jedoch vor, ab jetzt darf nicht mehr eine einzige Person gefährdet werden“, sagt Sportchef Eric Haselbacher. „Vielleicht kommt die Wehmut, dass die Play-offs ausfallen, auch erst später.“ Fest steht bereits, dass die Scorpions am Sonnabend ihre Saisonabschlussfeier austragen – statt eines Heimspiels am Sonntag gegen Riessersee. Dafür wurden laut Haselbacher bereits 1300 Liter Bier und 120 Kilogramm Pommes eingekauft – umsonst.

Für alle Eishockey-Vereine gilt: Die Play-offs sind eine wichtige Einnahmequelle, die Stadien sind weitaus voller als in der regulären Saison. Der wirtschaftliche Schaden ist schwer einzuschätzen – weil man nie weiß, wie lange eine Mannschaft in den Play-offs bleibt und nicht ausscheidet. „Es ist von einem Betrag von 70 000 Euro plus X auszugehen, der uns jetzt fehlt“, sagt Gysau. Durch die beiden garantierten Heimspiele gegen Rosenheim könne man mit diesen Einnahmen kalkulieren, der Betrag X sei die nicht zu definierende Summe, die bei einem langen Verbleib in den Play-offs oben drauf kommt, sagt Gysau.

Mehr zum Thema

Auch Eishockey-Weltverband zieht Konsequenzen

Nicht nur in Deutschland reagieren die Eishockey-Funktionäre auf die Corona-Krise, auch der Weltverband zieht Konsequenzen. Die WM der Frauen (ab 31. März in Kanada) ist bereits abgesagt. Die Titelkämpfe der Männer (ab 8. Mai in der Schweiz) dürften folgen.