13. März 2020 / 13:52 Uhr

DFB-Präsident Fritz Keller geht von Absagen der Länderspiele gegen Italien und Spanien aus

DFB-Präsident Fritz Keller geht von Absagen der Länderspiele gegen Italien und Spanien aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller befürwortet eine Absage der Länderspiele Ende März.
DFB-Präsident Fritz Keller befürwortet eine Absage der Länderspiele Ende März. © 2020 Getty Images
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Bislang war nahezu sicher, dass die beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in Spanien und gegen Italien ohne Zuschauer stattfinden werden. Doch DFB-Präsident Fritz Keller geht nun davon aus, dass beide Partien komplett abgesagt werden.

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DFB-Präsident Fritz Keller geht wegen der Coronavirus-Pandemie auch von einer Absage der beiden Fußball-Länderspiele gegen Spanien und Italien aus. Dies sagte der 62-Jährige in einem vom Verband veröffentlichten Statement am Freitag. „Aktuell sollen auch unsere anstehenden Länderspiele vor leeren Rängen stattfinden. Dieses Szenario, ausgerechnet gegen große Fußballnationen wie Spanien und Italien, kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich gehe davon aus, dass die Spiele auf Basis der heutigen Faktenlage nicht stattfinden können“, wird Keller zitiert.

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Eigentlich sollten die Partien am 26. März in Madrid und am 31. März in Nürnberg ausgetragen werden. Ein Geisterspiel gegen Italien in der fränkischen Stadt war schon sicher. Keller mahnte zur Vernunft und meinte: „Der Fußball tritt in diesen Tagen einen großen Schritt zur Seite. Er ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt, aber eben eine Nebensache, wenn es um die Gesundheit geht.“ Von einer sofortigen Absage sah der DFB aber zunächst ab.

Die dramatische Situation bringe auch eine Chance, „jetzt die verbindende Kraft des Fußballs zu nutzen und unserer Verantwortung bei der Bewältigung dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe nachzukommen“, fügte Keller an.

Die Erklärung von DFB-Boss Keller im Wortlaut

Wir alle haben eine solche Situation noch nicht erlebt. Der Fußball tritt in diesen Tagen einen großen Schritt zur Seite. Er ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt, aber eben eine Nebensache, wenn es um die Gesundheit geht. Das erfahren wir gerade nachhaltig. Wir haben unseren Landesverbänden deshalb empfohlen, den gesamten Spielbetrieb im Amateurbereich zunächst ruhen zu lassen.


In den Bundesliga-Stadien wird teilweise noch an diesem Wochenende vor leeren Rängen gespielt. Die ersten "Geisterspiele" haben einmal mehr bestätigt, dass dem Fußball die Seele fehlt, wenn keine Zuschauer mehr zugelassen sind. Aktuell sollen auch unsere anstehenden Länderspiele vor leeren Rängen stattfinden. Dieses Szenario, ausgerechnet gegen große Fußballnationen wie Spanien und Italien, kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich gehe davon aus, dass die Spiele auf Basis der heutigen Faktenlage nicht stattfinden können. Die UEFA arbeitet mit Hochdruck daran, europaweit für alle Nationalverbände die beste Entscheidung für die Länderspiele und die Europameisterschaft im Sommer zu finden. Dieser Entscheidung werden wir uns selbstverständlich anschließen. Auch hier muss es einen gemeinsamen Weg geben, im Bewusstsein, dass sich diese dynamische Lage minütlich ändern kann.

Die DFB-Kandidaten für die EM 2021 im Chancen-Check

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Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der SPORTBUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Jamal Musiala (von links), Amin Younes und Marco Reus. ©

So dramatisch die Situation sich auch darstellt, so groß ist die Chance, jetzt die verbindende Kraft des Fußballs zu nutzen und unserer Verantwortung bei der Bewältigung dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe nachzukommen. Wir werden diese Ausnahmesituation auch nutzen, um das Verhältnis zwischen Fans, Verbänden und Vereinen zu reflektieren, uns dabei selbstkritisch hinterfragen und den weiteren Dialog vorbereiten. Denn wir alle, denen viel am Fußball liegt, müssen gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen zusammenstehen.

Deshalb richten wir bereits jetzt den Blick nach vorne und beschäftigen uns damit, wie der Spielbetrieb aussieht, wenn wir die Krise - hoffentlich so schnell wie möglich - gemeinsam bewältigt haben. Sobald der Fußball auf die Plätze zurückkehrt, werden wir dieses Spiel und alles, was es mit sich bringt, vielleicht noch ein Stück mehr zu schätzen wissen. Alle zusammen.