08. Oktober 2021 / 18:30 Uhr

Corona-Diskussion in Sport und Gesellschaft geht weiter: Was denken Leipziger Vereine?

Corona-Diskussion in Sport und Gesellschaft geht weiter: Was denken Leipziger Vereine?

Tilman Kortenhaus und Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Wir haben mit den Verantwortlichen von Chemie, Lok, den IceFighters und dem Leipziger Halbmarathon gesprochen: Frank Kühne, Thomas Löwe, Sven Gerike, Ronny Winkler (v.l.)
Wir haben mit den Verantwortlichen von Chemie, Lok, den IceFighters und dem Leipziger Halbmarathon gesprochen: Frank Kühne, Thomas Löwe, Sven Gerike, Ronny Winkler (v.l.) © Christian Modla/SPORTBUZZER-Montage
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Welche Konzepte gelten künftig bei Großveranstaltungen? Welche Erwartungen und Hoffnungen haben die Vereine für ihre Fans? Wir haben bei Chemie, dem 1. FC Lok, den IceFighters und bei den Veranstaltern des Leipziger Halbmarathons nachgefragt.

Leipzig. Was bringt die neue Corona-Schutzverordnung im Freistaat? Wie geht es weiter mit Sport-Großveranstaltungen? Wir haben uns bei Leipziger Vereinen umgehört, deren Erwartungen und Wünsche abgefragt.

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Frank Kühne, Vorstandsvorsitzender Chemie Leipzig: „Unsere Fans sind das höchste Gut des Vereins und müssen die Chance haben, ihre Mannschaft im Stadion zu unterstützen. Wir möchten deshalb weiterhin das Maximum an Zuschauern zu uns in den Alfred-Kunze-Sportpark lassen und dies am besten mit einer 3G-Regelung. Wir werden dabei weiterhin mit unserem Hygienekonzept auf die Einhaltung der Kontakterfassung und der Maskenpflicht setzen. Nichtdestotrotz ist es das Impfen, welches die Gesellschaft und das Gesundheitssystem am besten schützt und unseren Fans perspektivisch einen normaleren Stadionbesuch ermöglicht. Sachsenweit muss die Regierung die einheitliche Regelung finden, die Einschränkungen der Gesamtkapazitäten zu vermeiden, um die Sportvereine wieder zu unterstützen.

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Lok-Präsident Thomas Löwe: „Wir wollen, dass unsere Zuschauer und Fans das Stadionerlebnis wieder frei, ohne Einschränkungen, genießen können und alle Beschränkungen im Stadion aufgehoben werden. So hatte es uns die Politik versprochen, sobald jedem Bürger ein Impfangebot gemacht werden kann. Zur Not weiter mit 3G, aber ohne irgendwelche Einschränkungen im Stadion und bitte ohne Kontaktformulare und Personalisierungen. Es wäre auch sehr hilfreich, wenn nicht in jedem Bundesland andere Regeln gelten würden.“

IceFighters-Geschäftsführer Sven Gerike: „Wir wünschen uns eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland. Es ist sehr verwirrend, wenn in jedem Bundesland eine andere Regelung gilt. Die einen füllen ihre Hallen unter 2G zu 100 Prozent. Woanders gilt eine 75-prozentige Ausladstung, wieder andere dürfen nur vor 300 Zuschauern spielen. Diese Ungleichheit bedeutet zugleich Wettbewerbsverzerrung. Alle Vereine sehnen sich nach Normalität und wollen, dass Corona nicht mehr alles andere in den Schatten stellt. Wir halten uns an die Vorschriften, denn wir sind keine Virologen, Epidemiologen oder Mediziner. Vor einer Situation fürchten wir uns: Dass die Menschen, die lange nicht in die Eishalle durften, spüren, dass es zu Hause auf der Coouch mit Netflix entspannter und vielleicht auch billiger ist. Es wird also verdammt schwer, die Leute nach Corona in die Stadien und Hallen zurückzuholen.“

Ronny Winkler, Veranstalter des Leipziger Halbmarathons am 31. Oktober: „Ich bin sehr glücklich, dass der Freistaat Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern aktuell einen relativ mutigen Weg geht und uns als Veranstaltern eher mehr erlaubt. Vor ein paar Monaten hatten wir noch gar keine Perspektive, wie wir überhaupt wieder Sportevents durchführen sollen – da sind wir doch jetzt fast in einer Luxussituation. Wir müssen bei der Organisation natürlich viele zusätzliche Schritte gehen. Alle Teilnehmer und Zuschauer müssen einen 3G-Nachweis erbringen und die Bereiche für das Publikum wohl mit Zäunen abgesperrt werden. Der Aufwand ist groß, aber schon jetzt haben sich gut 1700 Läufer angemeldet und wir freuen uns riesig auf das Event.“