14. Januar 2021 / 06:53 Uhr

Corona-Fälle, Spielabsagen, Nachrücker: Das ist der Krisenplan der Handball-WM

Corona-Fälle, Spielabsagen, Nachrücker: Das ist der Krisenplan der Handball-WM

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Auch die deutsche Mannschaft könnte von einer Spielabsage betroffen sein.
Auch die deutsche Mannschaft könnte von einer Spielabsage betroffen sein. © imago images/Laci Perenyi/dpa/Montage
Anzeige

Undichte Blasen, zahlreiche positive Tests und Wirrwarr um Nachrücker: Rund um die Handball-WM mehrt sich die Kritik am Corona-Management des Weltverbandes. Die IHF verweist indes auf einen 30-seitigen Krisenplan, der das Turnier trotz Covid-19 möglich machen soll. Die wichtigsten Eckpunkte.

Anzeige

Die Handball-WM ist im Würgegriff der Corona-Pandemie. Und die Kritik mehrt sich. Nach dem deutschen Team, die bereits Korrekturen beim Weltverband IHF einforderten, und dem der Dänen, die monierten, dass ihr zweiter Corona-Test abgesagt worden ist, erlebt auch die norwegische Mannschaft eine seltsame WM-Blase. Sander Sagosen berichtete im Hotel von "Menschen, die ein und aus gehen und mit uns essen. Das ist wilder Westen". Der Teamarzt erzählte von einer Teststation und Menschen auf der Etage, "von denen wir keine Ahnung haben, wer sie sind" und "Warteschlangen am Buffet. Das ist alles verwirrend."

Anzeige

Doch was passiert, wenn es weitere Corona-Fälle gibt, weitere Teams nach Tschechien und den USA ihren Rückzug erklären? Der Weltverband IHF hat dafür einen 30-seitigen Krisenplan erstellt. Sechs Teams wurden als Nachrücker benannt. Nach Nordmazedonien und der Schweiz, die bereits in Richtung Kairo unterwegs sind, stehen als nächste Länder die Niederlande, Montenegro, die Ukraine und Serbien als Reserveteams auf der Liste.

Mehr vom SPORTBUZZER

Wenn sechs Teams oder mehr die WM absagen, hat die IHF das Recht, eine neue Auslosung vorzunehmen und das Programm zu ändern. In dem Papier wird auch beschrieben, dass keine Spiele aufgrund von Corona verschoben werden.

Die Schlüsselpunkte des Corona-Krisenpapiers:

  • Wenn ein Team – aufgrund von Corona oder Visa-Problemen- zu spät anreist, wird das versäumte Spiel mit 0:10-Toren als verloren gewertet.
  • Schafft es ein Team auch zum zweiten Spiel nicht, wird es vom Turnier ausgeschlossen.
  • Jedes Team muss mindestens zehn Spieler (inklusive Torhüter) plus Trainer und Arzt/Physiotherapeut zum Spiel aufbieten. Gelingt das nicht, wird die Partie als verloren gewertet.

Dafür wurde der Kader von 18 auf 20 Spieler angehoben. Am Tag vor dem ersten WM-Spiel muss ein Team einen 35-köpfigen Kader einreichen. Fünf Spieler können während der WM getauscht werden. Alle an der WM beteiligten Akteure – Spieler, Staff, Funktionäre, Freiwillige und Journalisten – sollen in einer "roten Zone" vom Rest der Bevölkerung isoliert werden. In der WM-Blase sollen zudem regelmäßig mit einem PCR-Test auf Corona getestet werden.