05. Januar 2022 / 17:08 Uhr

Corona-Fälle in Wolfsburg: "Mehr denn je werden wir jeden Spieler brauchen"

Corona-Fälle in Wolfsburg: "Mehr denn je werden wir jeden Spieler brauchen"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Corona-Lage: Aster Vranckx (r.) wird dem VfL fehlen, Sportdirektor Marcel Schäfer sieht den Kader in seiner Breite gefordert.
Corona-Lage: Aster Vranckx (r.) wird dem VfL fehlen, Sportdirektor Marcel Schäfer sieht den Kader in seiner Breite gefordert. © Roland Hermstein
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Zwei weitere Corona-Ausfälle beim VfL Wolfsburg, viele weitere in der Liga: Kurz vorm Rückrundenstart wachsen die Sorgen. Spielabsagen gibt es (noch) nicht, für VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer aber ist klar: "Es darf uns nicht aus der Bahn werfen, wenn plötzlich zwei oder drei weitere Spieler fehlen."

Täglich neue Corona-Meldungen, die sich auf Training und Spielvorbereitung auswirken - die gesamte Fußball-Bundesliga muss kurz vorm Rückrundenstart damit leben, dass sportliche Planungen schnell über den Haufen geworfen werden können. Auch beim VfL Wolfsburg gab es am Mittwoch wieder schlechte Nachrichten: Nach Kevin Mbabu und Dodi Lukebakio gibt es nun mit Aster Vranckx den dritten Fall in der Vorbereitung. Der Belgier, dessen Einsatz beim Spiel in Bochum (Sonntag, 17.30 Uhr) ohnehin wegen Rückenproblemen fraglich war, wurde positiv getestet. Auch Daniel Ginczek befindet sich wie Vranckx in Quarantäne - der Angreifer gilt nach einer Corona-Erkrankung in seinem häuslichen Umfeld als Kontaktperson. Beide fallen damit vorerst aus. Und was die kommende Tage bringen, weiß niemand...

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"Wir müssen einkalkulieren, dass die Zahlen weiter nach oben gehen können - darum müssen wir auf viele Dinge vorbereitet sein", sagt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. "Mehr denn je werden wir jeden Spieler brauchen, jeder muss bereit sein - das ist aktuell besonders wichtig. Denn innerhalb eines Tages kann sich viel ändern, da darf es uns nicht aus der Bahn werfen, wenn plötzlich zwei oder drei weitere Spieler fehlen. Das wünschen wir uns natürlich nicht, aber wir müssen damit umgehen können."

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Und das gilt für alle Klubs. Der FC Bayern etwa meldete in dieser Woche Lucas Hernandez, Tanguy Nianzou, Leroy Sané, Dayot Upamecano und Alphonso Davies als neue Fälle, RB Leipzig - mit Nordi Mukiele, Dani Olmo, Benjamin Henrichs und Christopher Nkunku - ist stark betroffen, gestern kamen unter anderem neue Fälle bei beiden Berliner Klubs und Mainz 05 hinzu. VfL-Manager Jörg Schmadtke hatte bereits befürchtet, dass auch Spielverlegungen drohen könnten - allerdings noch nicht am kommenden Wochenende. In der DFL-Spielordnung ist festgelegt, dass ein Spiel stattfinden muss, solange "mehr als 15 spielberechtigte Lizenzspieler und/oder in der Lizenzmannschaft spielberechtigte Amateure/Vertragsspieler zur Verfügung stehen".

Dennoch werden Absagen bereits diskutiert. Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic bestätigte, dass man mit der DFL über eine Verlegung der für Freitag angesetzten Partie gegen Mönchengladbach geredet habe. "Wir haben aktuell zehn Feldspieler und zwei Torhüter. Deshalb machen wir uns Gedanken, wie wir das Spiel bestreiten können und haben die Situation mit der DFL diskutiert", so der ehemalige Wolfsburg-Profi.

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In Wolfsburg ist Corona-Lage im Kader immer noch vergleichsweise entspannt. Durch den Ausfall von Vranckx, der ohnehin gedroht hatte, werden die Optionen für Trainer Florian Kohfeldt nur etwas weniger. "Die Mannschaft aus dem Testspiel muss nicht automatisch die sein, die gegen Bochum spielt", sagt Kohfeldt zwar, aber die Startelf von der Partie gegen Paderborn, die der VfL am Dienstag mit 5:4 gewann, kommt der Formation für den Rückrunden-Auftakt am Sonntag wohl sehr, sehr nah. Lediglich die Rechtsaußenposition scheint noch offen. Renato Steffen und Maximilian Philipp sind dort die Kandidaten, dass Lukebakio nach seiner Corona-Infektion eine Alternative sein kann, ist ebenso unwahrscheinlich wie der Einsatz von Josuha Guilavogui, der nach seinem Nasenbeinbruch womöglich am Donnerstag mit Schutzmaske wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Unabhängig von möglichen neuen Corona-Rückschlägen sieht sich der VfL fürs Bochum-Spiel gerüstet. "Wir haben intensiv an Inhalten und Abläufen gearbeitet und gesehen, dass das eine oder andere gefruchtet hat, aber dass wir auch weiterhin viel Arbeit vor uns haben", sagt Schäfer. Den Paderborn-Test bewertet er grundsätzlich positiv, denn "es gab gute Spielzüge, und in der Positionierung im Offensivspiel haben wir eindeutig einen Schritt nach vorn gemacht. Wir haben schöne Tore erzielt und waren effizient." Aber: "In so einem Test war es in Ordnung, von hinten raus vor allem spielerische Lösungen zu suchen. Doch wir müssen gegebenenfalls auch in der Lage sein, konsequenter und vor allem kompromissloser zu Werke zu gehen." Sprich: Wo man sich gegen Paderborn noch rauskombiniert hat, muss man in einem Erstliga-Spiel vielleicht auch mal den Ball Richtung Tribüne schlagen.

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