08. Januar 2021 / 10:42 Uhr

Corona: Göttinger Handballer halten geplanten Start des Spielbetriebs Anfang März für falsch

Corona: Göttinger Handballer halten geplanten Start des Spielbetriebs Anfang März für falsch

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Zuschauer in Bovenden beim Spiel der Frauen-Oberliga.
Zuschauer in Bovenden beim Spiel der Frauen-Oberliga. © Pförtner
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Anfang März geht es mit den Handball-Punktspielen wieder los – so jedenfalls lautet der Plan des Handball-Verbandes Niedersachsen. Handballer aus der Region Göttingen stehen dem Vorschlag angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie allerdings skeptisch gegenüber.

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An eine geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebes der Ober- und Verbandsligen des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) am 6./7. März 2021 ist derzeit kaum zu denken: Das betonen mehrheitlich Vertreter der heimischen Klubs, nachdem eine vom HVN-Präsidium eingesetzte Arbeitsgruppe in dieser Woche mögliche Planspiele zur Fortsetzung der Saison unter anderem in Form einer Einfachrunde auf den Tisch gelegt hatte.

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„Ich bezweifle ganz stark, dass wir ab 1. Februar wieder mit 16 Personen in einer Halle trainieren können, um dann ab März regelmäßig durch das Bundesland zu reisen und gegen andere Teams in einem Wettbewerb zu spielen“, betont Lennart Versemann, Trainer des Frauen-Oberliga-Aufsteigers MTV Geismar. „Ein ständiges monatliches Verschieben des Re-Start-Termins finde ich eher frustrierend, als dass es uns eine hoffnungsvolle Perspektive gibt“, so der Coach, der heute schon Konsequenzen aus den Folgen der Corona-Pandemie zieht: „Ich plädiere persönlich für einen Saisonabbruch und halte eine geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs im März für falsch.“

Diese Forderung kann auch MTV-Spielführerin Meryem Stielow nachvollziehen, auch wenn wegen der seit dem 1. November ruhenden Punktrunde „die Handballherzen bluten“. Die Kapitäninnen der weiteren Frauen-Oberligisten, Lara al Najem (HSG Plesse-Hardenberg) und Malin Gerke (MTV Rosdorf), stehen den Plänen des Verbandes ebenfalls kritisch gegenüber: Bei allen Überlegungen stehe die Gesundheit der Spieler an erster Stelle, ist zu hören. Rosdorfs Teammanager Frank Hinrichs sieht aufgrund der aktuellen Pandemientwicklung „keine Möglichkeit, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen“. Eine Pokalrunde im Mai/Juni hält Hinrichs für eher wahrscheinlich.

Auch bei den Männern hat sich längst Skepsis bezüglich des Fortgangs der Saison breit gemacht. Ekkehard Loest, Vorsitzender des Oberligisten TV Jahn Duderstadt, glaubt kaum, „dass wir vor dem 1. April 2021 in die Sporthalle wieder zum Trainieren kommen. Wir sollten die nächste Videokonferenz Ende Januar abwarten und dann eine endgültige Entscheidung fällen, ob wir wieder starten.“ Alles andere sei unrealistisch. Für Jahn-Trainer Marcus Wuttke ist „aktuell eine Rückkehr in den normalen Betrieb schwer vorstellbar, daran ist in der momentanen Lage nicht zu denken.“

Regionale Spiele ohne Wettbewerbscharakter denkbar

Niklas Seebode, Kapitän und Torhüter des Verbandsligisten MTV Rosdorf, würde „die Saison 2020/21 schließen und abwarten. Sobald die Lage sich verbessert, würde ich an regionale Spiele ohne Wettbewerbscharakter denken, um dann ab September hoffentlich wieder richtig in die Saison 2021/22 zu starten.“ Alles in allem sei es ganz wichtig, „den Handball so schnell wie möglich wieder auf breiter Bühne zu präsentieren“, sagt Thomas Koch, Teammanager des Rosdorfer Verbandsligisten.

Wenn die Pandemie den Verband in den nächsten Wochen zum Saisonabbruch zwingen sollte, denkt die Task Force des HVN über eine kurzfristige Wiederbelebung der Pokal-Wettbewerbe oder Spiele auf freiwilliger Basis nach. „Da gehe ich mit und halte das für eine zeitlich passende Idee vor den Sommerferien“, schließt sich der Rosdorfer Trainer Erik Hogreve an.

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Das Fazit zieht bei allen Unwägbarkeiten Artur Mikolajczyk, Trainer des Männer-Oberligisten HSG Plesse-Hardenberg, der auf die weiteren Entscheidungen des Handball-Verbandes Niedersachsen vertraut: „Wichtig ist jedenfalls, dass wir bald wieder in den Handballsport einsteigen und in die Halle kommen können.“