06. Januar 2022 / 14:54 Uhr

Corona in der BBL: Waren die Tests ordnungsgemäß?

Corona in der BBL: Waren die Tests ordnungsgemäß?

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Würzburger Akteure im Spiel gegen Bayreuth: 13 positive Tests nach der Partie.
Würzburger Akteure im Spiel gegen Bayreuth: 13 positive Tests nach der Partie. © Heiko Becker via www.imago-images.de
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Der Omikron-Tsunami, der sich am Mittwoch angedeutet hatte, könnte der Basketball-Bundesliga eventuell doch erspart bleiben: Womöglich seien die Tests vor der Partie Würzburg gegen Bayreuth nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden, berichtet Frank Meinertshagen, Geschäftsführer der BG Göttingen. Und: Veilchen-Spielmacher Stephen Brown hat sich vielleicht gar nicht infiziert.

Wie geht es nach den Corona-Fällen weiter in der Basketball-Bundesliga – und wie geht es weiter bei der BG Göttingen? Nach der knappen 72:75-Niederlage der Veilchen am Mittwochabend bei Medi Bayreuth gab es am Vormittag zumindest zwei gute Nachrichten: Spielmacher Stephen Brown, der am Dienstag positiv auf Corona getestet worden war und das Spiel in Bayreuth verpasste, weist weiterhin keinerlei Symptome auf, und bis dato sind nach Angaben von BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen die Tests von sämtlichen anderen Akteuren negativ ausgefallen.

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Bei Brown steht zumindest der Verdacht im Raum, dass er vielleicht gar nicht mir Corona infiziert ist. Ein Hinweis darauf ist nicht nur, dass der US-Amerikaner bisher gänzlich symptomfrei ist, sondern dass laut Meinertshagen ein weiterer PCR-Test am Mittwoch negativ ausgefallen ist. Darüber hinaus habe der positive Test am Dienstag einen sehr hohen Ct-Wert aufgewiesen, der ein Hinweis auf eine sehr geringe Viruslast sei.

Der Ct-Wert (cycle-threshold-Wert) gibt die Anzahl an Messzyklen an, die innerhalb einer PCR-Probe durchgeführt wurden, um das Coronavirus nachweisen zu können. Ein hoher Ct-Wert spricht für eine geringere Viruslast, da wesentlich mehr Messzyklen durchgeführt werden mussten, um das Virus nachzuweisen.

Gesundheitsamt geht nach wie vor von einer Infektion aus

Goettingen, Deutschland, 2. Januar 2022: BBL, Basketball, Saison 2021/2022, 15. Spieltag, BG Göttingen vs Basketball Löwen Braunschweig:

von links: Stephen Brown Jr. (#22; Goettingen / Göttingen), Tookie Brown (#0; Basketball Löwen / Loewen Braunschweig)

Foto: (c) Harald Kuhl
Stephen Brown (l.) im Duell mit seinem Braunschweiger Namensvetter Tookie Brown. © Harald Kuhl

Wie Meinertshagen berichtet, gibt es nun unterschiedliche Lesarten des Befundes: Während das Gesundheitsamt fest von einer beginnenden Infektion ausgehe, schlössen andere Experten nicht aus, dass es sich um einen falschen Test gehandelt habe. Das wiederum werde vom Gesundheitsamt ausgeschlossen. Tatsache ist, dass sich Brown symptomfrei in Isolation befindet. Ob es eine Chance gibt, dass der BG-Point Guard am Sonnabend im Auswärtsspiel in Gießen (Tipoff: 18 Uhr) aufläuft, wollte der Veilchen-Chef am Donnerstag nicht bewerten: „Man muss abwarten, wie sich das entwickelt“, sagte er. „Am wichtigsten ist, dass es ihm gut geht.“

Medi Bayreuth - BG Göttingen Saison 2021/22

Ohne Spielmacher Stephen Brown hatte die BG Göttingen bei Medi Bayreuth einen schweren Stand. Zur Galerie
Ohne Spielmacher Stephen Brown hatte die BG Göttingen bei Medi Bayreuth einen schweren Stand. © Eibner-Pressefoto/Thorsten Ochs

Am Mittwoch war außerdem befürchtet worden, dass der Corona-Ausbruch bei s.Oliver Würzburg auch der BG Göttingen zum Verhängnis werden könnte: Nach der Partie gegen Bayreuth wurden bei s.Oliver 13 positive Testergebnisse öffentlich gemacht, obwohl am Spieltag sämtliche Akteure negativ getestet worden waren. Diskutiert wurde deshalb, ob das bisherige Verfahren im Hinblick auf die Omikron-Variante Schwächen aufweist.

„Das war die Befürchtung bei vielen, aber wir müssen davon ausgehen, dass man sich nach wie vor auf die PCR-Tests verlassen kann“, sagte Meinertshagen am Donnerstag. Warum dann aber das offensichtliche Test-Versagen vor der Partie Würzburg gegen Bayreuth? Es gebe Hinweise darauf, berichtete der BG-Geschäftsführer, dass die Tests nicht ordnungsgemäß durchgeführt und Abstriche nur im vorderen Nasenbereich vorgenommen worden seien.


Womöglich war die Partie zwischen Alba Berlin und s.Oliver Würzburg am Silvestertag der Auslöser, in jedem Fall scheint angesichts von gleich 13 Würzburger Coronafällen die Omikron-Variante die BBL erreicht zu haben. Alba kommt mittlerweile auf elf Infektionen. Die Liga will sich am Freitag bei ihrem Treffen mit dem Thema beschäftigen und Entscheidungen treffen. „Die Frage wird sein, inwieweit wir die geltende Regelung an steigende Zahlen anpassen müssen“, erläuterte Meinertshagen.

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Außerdem stellt sich die Quarantäne-Frage, denn momentan müssen Teams und Kontaktpersonen, bei denen Omikron nachgewiesen worden ist, noch in eine 14-tägige Isolation – ein Spielbetrieb wäre auf dieser Basis so gut wie ausgeschlossen. Bereits jetzt fallen Oldenburg, Würzburg und wahrscheinlich auch Alba Berlin aus. Wie Meinertshagen berichtete, sei eine Idee, dass man nach dem englischen Vorbild bei Omikron analog zur Delta-Variante vollständig geimpften oder geboosterten Kontaktpersonen die Quarantäne erspart. Voraussetzung dafür ist, dass die Behörden grünes Licht geben.

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