06. April 2020 / 13:47 Uhr

Wegen Corona-Krise: Handball- und Basketball-Klubs fürchten um Existenz

Wegen Corona-Krise: Handball- und Basketball-Klubs fürchten um Existenz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Selbst Basketball- und Handball-Nationalspieler wie Paul Zipser (l.) und Uwe Gensheimer erhalten keine Millionen-Gehälter.
Selbst Basketball- und Handball-Nationalspieler wie Paul Zipser (l.) und Uwe Gensheimer erhalten keine Millionen-Gehälter. © imago images/Passion2Press/Getty Images
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Der Sport in Deutschland steht wegen der Corona-Krise still. Anders als im Fußball-Oberhaus geht es in Handball- und Basketball-Bundesliga in vielen Fällen um die Existenz von Klubs und Spielern.

Die Coronavirus-Pandemie hat nicht nur die Basketball- und Handball-Vereine mit voller Wucht getroffen. Auch für die Profis der beiden Sportarten wird das Virus große Auswirkungen haben. Denn anders als im Fußball oder im US-Basketball verdienen auch die Top-Spieler keine Millionen-Summen. "Jeder, der bis drei zählen kann, weiß, was eine Wirtschaftskrise ganz besonders auch für uns Sportler bedeutet. Die Gehälter werden mit Sicherheit runtergehen", sagte Ex-Basketball-Nationalspieler Philipp Schwethelm von den EWE Baskets Oldenburg im Gespräch mit der dpa.

Handball- und Basketball-Profis müssen "klug anlegen"

Ähnlich geht es auch den Handballern. Nationalspieler Martin Strobel vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten befürchtet auch für seine Sportart Einschnitte. "Ich denke schon, dass es vielleicht eine Anpassung der Gehälter geben könnte", sagte der 33-Jährige der dpa. Leben kann ein Handballer oder Basketballer von seinem Jahresgehalt, was meist einem Monatslohn eines durchschnittlichen Fußball-Profis gleichkommt, durchaus ordentlich. Allerdings muss er sein Geld für die Zeit nach seiner aktiven Zeit "klug anlegen", wie der Oldenburger Schwethelm erklärt.

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Durch die Corona-Krise wird es nun zu Einschnitten kommen. "Wenn Unternehmen kürzer treten müssen, werden zuerst im Sport die Kosten gestrichen", sagte der 30-Jährige. Voll dahinter steht Schwethelm beim Thema Gehaltsverzicht. Oldenburg hat sich wie viele Liga-Konkurrenten und Handball-Mannschaften dafür entschieden, Profis, Trainerteam und sämtliche Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. "Wir sind geschlossen im Verein dazu bereit", betonte Schwethelm, der allerdings auch klarstellte: "Einige Spieler wird das hart treffen."

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Klub-Verantwortliche fürchten um Existenz

Die auf Zuschauer- und Sponsoren-Einnahmen angewiesenen Basketball- und Handball-Vereine können jetzt schon kaum noch durchatmen. Bis zum 31. April ruht die Basketball-Liga, der Handball hat sich eine Deadline bis zum 16. Mai gesetzt. Ob und wie es danach weitergeht? Ungewiss, in jeglicher Hinsicht. "Alle haben eine gehörige Portion Angst davor, dass die momentane Situation länger anhält, als wir es verkraften können", befürchtet Göttingens Geschäftsführer Frank Meinertshagen. Die Niedersachsen haben, wie auch einige andere Basketball-Klubs, die Verträge mit einigen US-Profis vorzeitig aufgelöst - aus Kosten- und Existenzgründen.

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Großzügige Spendenaktionen wie "We kick Corona" der beiden Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind daher kein Thema. "Es ist bei uns so, dass wir mit Sicherheit gerne auch was dazu beitragen, Spenden zu generieren. Allerdings geht es für uns nicht um solche Summen. Hier zählt mehr der Wille, sich für gewisse Dinge einzusetzen", sagte der Handballer Strobel. "Von den Summen, die aus anderen Sportarten kommen, ist das bei uns natürlich weit entfernt."

Bei langer Pause droht die Insolvenz

Der Handball und der Basketball stehen vor enorm wichtigen Wochen. Je länger der Stillstand fortgesetzt wird, desto größer die Angst vor möglichen Insolvenzen. "Ich hoffe nur, dass alle Vereine in dieser Liga überleben und dass es für die Spieler und die Fans in der Liga so weitergehen wird, wie wir sie kennen. Das ist etwas, was mich im Moment sehr beschäftigt", sagte Schwethelm.