03. April 2020 / 07:23 Uhr

"Hat sich alles verändert": 96 will Krise nutzen, um Gehaltsniveau zu reduzieren

"Hat sich alles verändert": 96 will Krise nutzen, um Gehaltsniveau zu reduzieren

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julian Korb ist einer der Spieler, deren Vertrag bei 96 am Ende der Saison ausläuft - und dessen Gehalt im Fall einer Verlängerung wohl deutlich reduziert würde.
Julian Korb ist einer der Spieler, deren Vertrag bei 96 am Ende der Saison ausläuft - und dessen Gehalt im Fall einer Verlängerung wohl deutlich reduziert würde. © imago images/STPP/eu-images
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Bei etlichen Profis von Hannover 96, wie Julian Korb oder Miiko Albornoz, laufen zum Saisonende die Verträge aus. Viele waren hoch dotiert, jetzt möchte der Verein von den hohen Personalkosten herunterkommen. Die Corona-Krise bietet die Chance, das Gehaltsniveau zu reduzieren.

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In vier Wochen soll ja schon wieder gespielt werden, so der optimistische Plan der DFL. Für Profis von Hannover 96, deren Verträge auslaufen, wäre es eine gute Nachricht, wenn die Saison nicht abgebrochen werden muss. Sie könnten sich dann in den neun Spielen für Anschlussverträge empfehlen.

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Corona könnte sogar ihre Chance sein. „Es hat sich durch die Krise so ziemlich alles verändert“, sagt 96-Sportchef Gerhard Zuber: „Wir werden darüber sprechen, wie eine Verlängerung und das Gehalt zu vereinbaren wären.“

Mit diesen Spielern von Hannover 96 würdet ihr verlängern:

Eindeutiger geht es kaum: Satte 96,2 Prozent wollen, dass der Vertrag von <b>Hendrik Weydandt</b> verlängert wird.  Zur Galerie
Eindeutiger geht es kaum: Satte 96,2 Prozent wollen, dass der Vertrag von Hendrik Weydandt verlängert wird.  ©

Betroffene Spieler sind: Marlon Sündermann, Marco Stefandl (beide bei der Re­ser­ve), Matthias Ostrzolek, Miiko Albornoz, Julian Korb, Marc Stendera, Sebastian Soto und Hen­drik Weydandt.

Als Beispiel gilt die rechte Abwehrseite. Sebastian Jung soll sowieso bleiben. Fit ist er die Toplösung. Ein Wackelkandidat bleibt dagegen Julian Korb. Er wäre als Backup für Jung vorstellbar – allerdings nur bei einem massiven Gehaltsverzicht – und zwar dauerhaft.

Zwölf Verträge laufen aus: Mit diesen Spielern von Hannover 96 würdet ihr nicht verlängern:

Viele Jahre war <b>Miiko Albornoz</b> eine feste Größe bei Hannover 96. Ihr meint nun, dass diese Zeit vorbei ist. 71,9 Prozent wollen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.  Zur Galerie
Viele Jahre war Miiko Albornoz eine feste Größe bei Hannover 96. Ihr meint nun, dass diese Zeit vorbei ist. 71,9 Prozent wollen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.  ©

Nur bei der Reduzierung der Einkünfte um etwa zwei Drittel wäre Korb für 96 noch bezahlbar. Das ist, was Zuber meint, wenn er mögliche neue Verträge mit dem Verdienst in Einklang bringen will.

Das Auslaufen der teuren Verträge, die noch zu Erstligazeiten abgeschlossen wurden, eröffnet 96 zur nächsten Saison die Chance, von den hohen Personalkosten herunterzukommen. „Wir können neu aufsetzen“, sagt Profichef Martin Kind zu der massiven Reduzierung des Gehaltsniveaus auf Zweitligaverhältnisse.

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Liegt der Monatsverdienst jetzt bei bis zu 90 000 Euro, so soll künftig der Durchschnitt bei 20 000 bis 30 000 Euro liegen. Einzelne Topspieler – sogenannte Unterschiedsspieler – könnten das Doppelte kassieren. Das wäre dann die neue Gehaltsobergrenze, die Kind einführen will.

Noch nicht absehbar ist, wie stark sich die Corona-Krise zusätzlich auf die Ge­häl­ter auswirken wird. Sicher ist nur: Das Niveau wird durch das Virus weiter sinken.