13. März 2020 / 15:47 Uhr

Corona-Krise stoppt den heimischen Fußball: So gehen die Trainer damit um

Corona-Krise stoppt den heimischen Fußball: So gehen die Trainer damit um

Pascal Mäkelburg
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Spielbetrieb ist ausgesetzt: In Niedersachsen wird derzeit kein Fußball gespielt.
Der Spielbetrieb ist ausgesetzt: In Niedersachsen wird derzeit kein Fußball gespielt. © Roland Hermstein
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Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) hat den Spielbetrieb zunächst bis einschließlich dem 23. März aufgrund des Coronavirus abgesagt. Die Städte Gifhorn und Wolfsburg schließen bis zum 19. April ohnehin alle Sport-, Mehrzweck- und Gymnastikhallen sowie Sportanlagen. Geschockt und ungläubig reagierten die hiesigen Fußball-Trainer auf die Aussetzung der kommenden Spieltage.

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Doch alle stehen voll hinter der Entscheidung des Verbandes und wollen auch dessen Empfehlung Folge leisten, den Trainingsbetrieb vorerst einzustellen. Die Übungsleiter appellieren in dieser Ausnahmesituation an den Zusammenhalt und an die Vernunft der Menschen.

„Es ist eine dramatische Situation, die der Fußball – und auch die anderen Sportarten noch nicht erlebt haben“, ist Ralf Ende, Coach des Bezirksligisten MTV Gamsen, besorgt. Deshalb weiß auch kein Trainer so wirklich, wie er sich zu verhalten hat. „Fakt ist, dass die Gesundheit im Vordergrund steht und wir jede öffentliche Empfehlung sehr ernst nehmen“, betont José Salguero, Trainer des Landesligisten SV Reislingen/Neuhaus.

Kreisliga: SV Barnstorf - TSV Wolfsburg

Kreisliga: SV Barnstorf (in blau-weiß) - TSV Wolfsburg. Zur Galerie
Kreisliga: SV Barnstorf (in blau-weiß) - TSV Wolfsburg. © Gero Gerewitz

Der NFV empfiehlt die Einstellung des Trainingsbetriebs. Die hiesigen Fußball-Teams werden dem nachkommen. „Es wäre schließlich Unsinn, keine Spiele mehr auszurichten, aber Trainings“, sagt Sven Schubert. Der Trainer des Wolfsburger Kreisliga-Spitzenreiters SV Barnstorf erklärt: „Wir trainieren momentan in Heiligendorf auf dem Kunstrasen. Neben uns trainieren dort auch noch die Heiligendorfer Teams, daneben ist eine Schwimmhalle mit vielen Menschen. Das Infektions- und Übertragungsrisiko ist dort doch viel höher als bei Kreisliga-Spielen mit ein paar Zuschauern.“

Dass sich mehrere Teams auf einem Sportplatz tummeln, ist auch bei vielen anderen Vereinen so. Deshalb pflichtet Coach Sören Henke vom FC Germania Parsau aus der 1. Kreisklasse Gifhorn 1 seinem Vorredner bei: „Wir haben eine soziale Verantwortung. Und dieser würden wir nicht mehr gerecht werden, wenn wir weiter trainieren.“

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Sportlich hat die Corona-Krise natürlich weitreichende Konsequenzen. Wie es mit der angebrochenen Saison weitergeht, weiß niemand: Saison-Abbruch, Saison-Verschiebung, Annullierung der Spielzeit – es ist alles denkbar im Moment. „Wie auch immer die Entscheidung des NFV aussehen wird, wichtig wäre uns Amateurfußballern nur, dass es eine konsequente Regelung von oben bis unten gibt“, sagt Schubert. Henke pflichtet ihm bei: „Wenn bei uns abgebrochen werden würde und in der Bundesliga nicht, dann wäre das schwer zu verstehen.“

Neben den drastischen sportlichen Konsequenzen haben die Generalabsagen des Fußballverbandes aber auch eine wichtige Signalwirkung für die Gesellschaft, sagen die Trainer. „Der Sport hat immer eine große Reichweite. Hier geht es im Moment um wichtigere Dinge als unserem Hobby nachzugehen. Vielleicht wird das jetzt jedem bewusst“, unterstreicht Schubert. Und Ende hofft: „Der Höhepunkt der Corona-Krise ist wohl leider noch nicht erreicht. Wir können die Situation aber als Chance nutzen, alle vorsichtiger im Umgang miteinander zu sein.“