11. März 2020 / 16:43 Uhr

Corona und die Leipziger Vereine von Lok Leipzig bis Icefighters und L.E. Volleys

Corona und die Leipziger Vereine von Lok Leipzig bis Icefighters und L.E. Volleys

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Vor den Toren des Bruno-Plache-Stadions
Wann werden die Tore des Bruno-Plache-Stadions aufgehen? © Archiv
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Speziell die Vereine aus der Messestadt, die viele Zuschauer anlocken, stehen vor essenziellen Problemen. Dagegen wollen die Leichtathlethen ihren Messepokallauf am Sonnabend und den besonders beliebten Frühjahrslauf am 21. März im Clara-Zetkin-Park durchführen.

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Leipzig. Am Dienstag spielte RB Leipzig noch vor über 40 000 Zuschauer*innen und ausverkaufter Hütte im Achtelfinale der Champions League, heute teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping mit, dass wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt sind. Was bedeutet das für die (Leipziger) Sportvereine und deren Spiele am Wochenende?

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CHAMPIONS-LEAGUE-VIERTELFINALE: RB Leipzig zeiht durch ein ungefährdetes 3:0 über die Tottenham Hotspur in die Runde der letzten Acht ein. Zur Galerie
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Der Fußball-Regionalligist 1. FC Lok Leipzig wollte „robust bleiben“, wie er auf der eigenen Homepage mitteilte. Der Ost-Klassiker am Freitagabend gegen den BFC Dynamo sollte nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, sondern mit einigen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden. Verständlich – Lok ist auf die Einnahmen aus den Ticketverkäufen angewiesen, im Schnitt kommen 3225 Zuschauer*innen zu den Heimspielen, die daraus resultierenden Einnahmen sind essenziell für die Probstheidaer.

Die Existensgrundlage entzogen

Diese würden nun vorerst wegfallen, weswegen auf Nachfrage des SPORTBUZZER Lok-Präsident Thomas Löwe klagt: „Wir leben davon. Man hat uns jetzt mit dieser Entscheidung bis auf Weiteres die Existensgrundlage entzogen.“ Die Verantwortlichen hielten nach der Regierungsmitteilung umgehend eine Telefonkonferenz, um die ungewisse Zukunft zu besprechen. Eine Saisonabsage hält Löwe für unwahrscheinlich, er wünsche sich, eine Pause einzulegen und „dann die Saison zu verlängern“. Glück im Unglück: der Rasen im Bruno-Plache-Stadion ist wetterbedingt in keinem guten Zustand, morgen früh wird es eine Platzbegehung geben. Gut möglich, dass der eine oder andere Blick auf die Platzverhältnisse kritischer sein wird.

Den Eishockey-Verein Exa Icefighters trifft es ebenfalls sehr hart. Nachdem im Eishockey die Profiligen DEL und DEL2 am Dienstag die Saison für beendet erklärt hatten, zog gestern auch der für den Oberliga-Spielbetrieb zuständige Deutsche Eishockey Bund (DEB) nach. Damit ist die Saison für die Icefighters vorzeitig beendet. Als Ergebnis bleibt für die Spielzeit 2019/2020 Tabellenplatz fünf der Hauptrunde. „Für uns ist das ein Riesenproblem und wirtschaftlich eine Katastophe“, sagte Icefighters-Geschäfstführer André Krüll. Die Spielerverträge gelten zum Teil bis Ende April, ohne Spielbetrieb seien dringend benötigten Einnahmen nicht zu erzielen. Der Schaden sei im Moment nicht genau zu beziffern. Aber die von Daniel Mischner, Präsident der Saale Bulls Halle, für seinen Verein geschätzten Einnahmeverluste von mindestens 70 000 Euro seien laut Krüll auch für die Icefighters realistisch. Am Sonntag will man dennoch eine Saisonabschlussfeier mit den Fans veranstalten.

Die L.E. Volleys wollen spielen

Der Basketballbundesligist Syntanics MBC aus Weißenfels kündigte an, dass am Donnerstag sich die Vertreter der easy credit Basketball-Bundesliga und die der Vereine treffen, um finale Entscheidungen für die Spieltagsdurchführung zu fällen. Für das Heimspiel gegen die Gießen 46ers habe das Gesundheitsamt grünes Licht für Zuschauer gegeben, doch die morgige Sondersitzung könnte dies erneut durcheinander wirbeln. Rund 15 Prozent seines Etats generiert der MBC aus Zuschauereinnahmen, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ zuletzt berichtete. Die Folgen einer Spielabsage wären mithin auch für den MBC existenziell.

Weitere Meldungen zu Corona und den Leipziger Clubs

Die L.E. Volleys waren nach Stand vom Mittwoch festen Willens, das Zweitliga-Heimspiel der Männer am Sonnabend (19 Uhr, Brüderstraße) gegen Grafing durchzuziehen. Und zwar mit Publikum. Zu den Partien der Volleys kamen zuletzt im Schnitt 300 Zuschauer, damit bleibe der Verein deutlich unter der ominösen 1000-er Marke. Ein Vereinssprecher sagte dem SPORTBUZZER: Sollten die Leipziger Ämter bis zum Wochenende keine neue Empfehlung oder Entscheidung treffen, findet das Spiel statt. Im Männer-Volleyball wurden bisher zwei Geisterspiele beschlossen, beide in der ersten Liga: Betroffen sind eine Partie in Düren und ein Heimspiel der AlpenVolleys Haching in Innsbruck.

In der Leipziger Laufszene gehen die Veranstalter davon aus, dass der Messepokallauf an diesem Sonnabend am Auensee sowie der besonders beliebte Frühjahrslauf am 21. März im Clara-Zetkin-Park stattfinden werden. Letzterer hatte im Vorjahr 900 Teilnehmer. Vor der Absage steht offenbar der Halbmarathon zwischen Wurzen und Grimma am 5. April. Optimistisch ist die Radsport-Abteilung des SC DHfK, dass zum Saisonstart das Kriterium am 22. März an der Red-Bull-Arena stattfinden wird. „Wir haben über den Tag verteilt 400 Renner am Start – und zu keiner Zeit mehr als 1000 Leute an der Strecke“, sagte ein SC-DHfK-Sprecher.

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