07. Juni 2021 / 12:45 Uhr

Rückkehr auf den Platz: So halten es die Vereine in der Region mit dem Training

Rückkehr auf den Platz: So halten es die Vereine in der Region mit dem Training

Stephan Hartung, David Lidón, Ole Rottmann und Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es geht wieder zur Sache auf den Fußballplätzen der Region - endlich!
Es geht wieder zur Sache auf den Fußballplätzen der Region - endlich! © Christian Hanke
Anzeige

Endlich geht's wieder zur Sache auf den Fußballplätzen, Training via Zoom gehört hoffentlich endgültig der Vergangenheit an. Der SPORTBUZZER hat sich bei einigen Vereinen der Region umgeschaut und umgehört, wie sie es mit der neuen alten Freiheit halten.

Anzeige

Krafttraining per Videokonferenz, einsame Joggingrunden und kontaktlose Übungseinheiten auf in Quadraten eingeteilten Spielfeldern gehören seit ein paar Tagen der Vergangenheit an. Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte in der Region dürfen die Amateurfußballer im Umland beim Training wieder gemeinsam in Mannschaftsstärke üben und dabei nach Herzenslust passen, kämpfen und grätschen. Doch nicht jeder Klub geht gleich mit vollem Elan und Tatendrang auf den Platz, manch einer lässt es erst einmal ruhig angehen. Gemeinsam haben alle Teams jedoch die Erleichterung und Freude darüber, nach so langer Zeit endlich wieder normal kicken zu dürfen.

Anzeige

Zurück auf den Fußballplatz? Na, klar. Als bekannt wurde, dass der Trainingsbetrieb nun auch im Erwachsenenbereich wieder möglich ist, zog es die Bezirksligamannschaft des MTV Engelbostel-Schulenburg prompt noch am selben Abend aufs Sportgelände an den Stadtweg. „Natürlich trainieren wir wieder, die Vorfreude bei den Jungs war riesengroß“, sagt Trainer Edis Bajrovic. „Seit fast sechs Wochen sind wir schon im Individualtraining, ein bisschen Technik, ein bisschen Passspiel. Jetzt können wir endlich zwei Tore aufbauen und ein schönes Spielchen machen – mit Kontakt.“

Mehr Berichte aus der Region

Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zur Urlaubszeit wird der MTV wohl durchtrainieren, eine mehrwöchige Sommerpause ist nicht eingeplant. „Die Jungs haben lange genug zu Hause rumsitzen müssen. Jetzt wollen wir richtig loslegen“, sagt Bajrovic.



"Normalisiert das Ganze noch mal ein wenig mehr"

Beim Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder ist die Mannschaft zu Beginn der vergangenen Woche zu einer Einheit zusammengekommen. „Wir haben regulär trainiert, aber natürlich darauf geachtet, dass sich keiner verletzt“, sagt Coach Paul Nieber. Die Stimmung war bei der Rückkehr in den körperlichen Fußball bestens, und die Egestorfer konnten ihren Trainer sogar überraschen. „Da war gut Zug und ordentlich Tempo drin, das habe ich nicht erwartet“, sagt Nieber. Vorerst wird pausiert bis zum Trainingsauftakt am 18. Juni – solange es nicht zu Unvorhersehbarem im Rahmenspielplan kommt.

Beim Ligakonkurrenten SV Ramlingen/Ehlershausen ruhte der Ball hingegen lang genug. Am vergangenen Dienstag ging es daher direkt mit der Vorbereitung auf die neue Spielzeit los. Maximilian König, der zum TSV Krähenwinkel/Kaltenweide wechselt, nutzte die Gelegenheit gleich für seinen Ausstand. „Und seit Samstag können wir nun sogar auch wieder duschen“, sagt RSE-Trainer Philipp Gasde. „Das normalisiert das Ganze noch mal ein wenig mehr.“ Denn gerade das Soziale sei in letzter Zeit doch merklich zu kurz gekommen.

Dass Training wieder erlaubt ist, spürten die Akteure am nächsten Tag auch direkt in den Beinen. „Aber Muskelkater ist nach so langer Zeit natürlich normal“, sagt Gasde schmunzelnd. In drei Wochen plant der RSE, auch wieder zu Testspielen anzutreten. „Allerdings erst mal nur mit 45 Minuten Einsatzzeit pro Spieler“, erklärt der Coach.

Endlich wieder schweißtreibend trainieren: Engelbostels Torhüter Sascha Kinne nimmt einen kräftigen Schluck aus der Pulle.
Endlich wieder schweißtreibend trainieren: Engelbostels Torhüter Sascha Kinne nimmt einen kräftigen Schluck aus der Pulle. © Christian Hanke

Beim 1. FC Wunstorf rollt der Ball bereits wieder seit Wochen – bis vor Kurzem jedoch nur mit freiwilligem Training in Kleingruppen. „Das war zwar nicht optimal, weil wir selbst bei den Torschussübungen Abstände einhalten mussten. Aber so konnten wir die Jungs bei Laune halten“, sagt FC-Trainer Onur Köse, der aufgrund der Lockerungen gerne „in Kürze wieder Testspiele“ machen möchte.

Kummer wartet lieber ab

Dazu sei jedoch als Vorbereitung, damit die Spieler körperlich die richtigen Voraussetzungen für solche Belastungen hätten, eine Zeit lang normales Training nötig. „Oder man spielt erstmal zweimal 30 Minuten, das macht den Jungs bestimmt auch Spaß“, sagt Köse.

Chefcoach Martin Kummer von Bezirksligist TuS Garbsen will noch eine Weile abwarten, bevor er sein Team auf dem Grün zusammenholt. „Natürlich haben die Jungs Bock, endlich wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Aber nur aus Jux und Dollerei sofort ins Training einzusteigen? Nein, das werden wir nicht tun. Ich möchte dann gleich vernünftig mit der richtigen Vorbereitung anfangen. Wenn wir jetzt schon mit dem Training starten, geht bis zum ersten Pflichtspiel Mitte August doch die Spannung verloren.“

Kummer beginnt am 20. Juni mit der Vorbereitung, bis dahin hält sich jeder Akteur selbst fit. „Normalerweise plane ich immer sechs Wochen für die Saisonvorbereitung ein. Aber aufgrund der ewig langen Corona-Pause sind es dieses Mal zwei Wochen mehr, damit die Jungs sich wieder an den Trainingsbetrieb gewöhnen können und in aller Ruhe in Bewegung kommen.“

Mehr Berichte aus der Region

Auch die Männer des SV 06 Lehrte nutzten den erstmöglichen Termin zum Mannschaftstraining. „Bei uns sind am Mittwoch 21 getestete Spieler aufgelaufen. Dadurch, dass wir unser eigenes Testzentrum im Vereinsheim haben, sind die Voraussetzungen ja ohnehin bestens“, sagt Markus Olschar, der Trainer des Bezirksligisten.

Hinter den Schwarz-Gelben liegen rund drei Wochen Individualtraining mit dem Ball – ab sofort üben sie einmal die Woche auf freiwilliger Basis im Team. Ab dem 11. Juni sind die Lehrter Akteure bei Ausdauerläufen gefordert. „Die Läufe macht jeder Spieler eigenständig für sich. Wir werten das Ganze über App Tracking aus, die nötige Fitness ist dann quasi die Eintrittskarte ins offizielle Training“, schildert Olschar, der die Mannschaft am 27. Juni zum regulären Vorbereitungsstart bittet.

Ein Training unter normalen Bedingungen hat es beim BSV Gleidingen schon lange nicht mehr gegeben. Der Kreisligist hat sich an den zurückliegenden drei Donnerstagen zum kontaktlosen Kick verabredet. „Ein bisschen Gammeleck anfangs, in der vergangenen Woche wurde es etwas intensiver. Aber auch nur mit lockerem Rumgebolze und viel Bewegung“, sagt Trainer Dimitri Kiefer. „Alles nur just for fun“, für alles andere sei es noch zu früh. Sechs bis sieben Wochen Vorbereitung sollen es schon sein, sagt der Coach. Je nach Saisonstart geht es für die Gleidinger Anfang oder Mitte Juli in die Vorbereitung.