17. April 2020 / 18:42 Uhr

NFV friert Saison ein: Kein Amateurfußball bis September!

NFV friert Saison ein: Kein Amateurfußball bis September!

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eine Entscheidung steht immer noch aus: Am Sonnabend bietet der NFV für die Vereine aus Niedersachsen ein Webinar an - zur Erläuterung der möglichen Szenarien
Eine Entscheidung steht immer noch aus: Am Sonnabend bietet der NFV für die Vereine aus Niedersachsen ein Webinar an - zur Erläuterung der möglichen Szenarien © imago images/Imagebroker
Anzeige

Am Freitag trafen sich die 42 Kreisvorstände des NFV, selbstverständlich virtuell, um die Zukunftsfrage des Amateurfußballs aufgrund der Corona-Krise zu beantworten. Hier ist das Ergebnis der Konferenz.

Anzeige
Anzeige

Das wird die längste Sommerpause in der Geschichte des Amateurfußballs. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) plant, die Corona-Zwangspause bis zum 31. August auszubauen. Am 1. September soll die laufende Spielzeit fortgeführt werden, sofern die 2600 Vereine in Niedersachsen zustimmen und die Behörden die Freigabe erteilen. Das ist das Ergebnis der Videokonferenz des Niedersächsischen Fußballbundes mit allen 42 Kreisvorständen. Mitte nächster Woche soll die finale Entscheidung getroffen werden.

Das sind die Bilder der Saison 2019/20 in Hannovers Amateurfußball

Muss auch mal sein: Koldingens Imad Saadun muntert Sehndes Daniel Neitzke mit einem Klaps auf. Zur Galerie
Muss auch mal sein: Koldingens Imad Saadun muntert Sehndes Daniel Neitzke mit einem Klaps auf. ©

"Abbruch bringt keine Vorteile"

Unterbrechen statt abbrechen – für den NFV die einzig diskutable Lösung. „Ein Abbruch bringt keine Vorteile. Ganz im Gegenteil: Es kämen weitere Haftungsfragestellungen auf“, sagt NFV-Präsident Günter Distelrath nach der rund zweistündigen Sitzung. Die Spielzeit, so seine Botschaft, soll von Oberliga abwärts in allen Männer-, Frauen und Jugendligen wenn möglich am 1. September fortgesetzt werden. Auch ein spätere Wiederbeginn sei möglich, auch wenn die Saison 2020/2021 dann komplett ausfiele.

Hier abstimmen: Wie bewertet ihr die Corona-Pause bis September?

Mehr anzeigen

Mehr zu Hannovers Amateurfußball

„Wenn ab dem 1. September wieder gespielt werden sollte, werden sich viele Vereine freuen, die es aus finanzieller Sicht bitter nötig haben, dass es weitergeht“, sagt Paul Nieber, Trainer des Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Ob das aus gesundheitlicher Sicht zu vertreten sei, müsse abgewartet werden.

Kurt Becker, Sportlicher Leiter von Landesliga-Spitzenreiter Ramlingen-Ehlershausen, findet den NFV-Vorschlag nicht sonderlich glücklich. Er plädiert für einen Weg, den zum Beispiel auch die Handballer gehen: „Ich halte das für problematisch. Wa­rum macht man es nicht mit einer Quote? Wer nach der Quote Erster ist, steigt auf. Das wäre die beste Lösung.“ Der Handball errechnet die Quote aus Punkten und Spielen: „Ich bin für einen sauberen Schnitt, ohne Absteiger. Ich frage mich, warum man sich so aufs Glatteis bewegt.“

Das Votum der Kreisvorsitzenden war einstimmig. Distelrath betont, man wolle schnellstmöglich wieder in den Trainingsbetrieb in welcher Form auch immer einsteigen. Fußball steht als Kontaktsport in Corona-Zeiten vor besonderen Herausforderungen. Die Sportler wie Vereine. Der NFV-Chef appelliert daher eindringlich an die Politik, einen Finanzschutzschirm für die 2600 Klubs aufzuspannen: „Das Gebot der Stunde muss es sein, dass vom Land ein Sondertopf aufgemacht wird.“

Frank Willig von Arminia Hannover hält die Entscheidung grundsätzlich für okay: „Für den ambitionierten Fußball wie bei uns in der Oberliga ist das vertraglich nicht einfach zu regeln.“ Im Prinzip beginne jetzt die Sommerpause, „in der wir eine neue Saison planen müssen. Aber von allen schlechten möglichen Entscheidungen ist diese Entscheidung vielleicht noch die beste.“