08. April 2020 / 14:05 Uhr

Kein Scherz: Kein Wasser im Becken des SLZ - Waspo 98 zieht ins Fössebad um

Kein Scherz: Kein Wasser im Becken des SLZ - Waspo 98 zieht ins Fössebad um

Carsten Bergmann und Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kein Wasser im Becken - Moritz Schenkel, Tobias Preuß, Julian Real und Kevin Götz können im Sportleistungszentrum nicht trainieren, aber immerhin im Fössebad.
Kein Wasser im Becken - Moritz Schenkel, Tobias Preuß, Julian Real und Kevin Götz können im Sportleistungszentrum nicht trainieren, aber immerhin im Fössebad. © Florian Petrow/Debbie Jayne Kinsey
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Neben den Fußballern dürfen nun auch Niedersachsens Berufssportler und Kaderathleten wieder trainieren. Allerdings sehen sie sich etlichen Hürden gegenüber. Judoka etwa können nur mit Dummys trainieren. Und die Wassersportler müssen umziehen, denn im SLZ-Becken ist kein Wasser mehr.

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Die politische Corona-Bremse ist für Niedersachsens Berufssportler und Kaderathleten gelöst worden. Sie dürfen unter entsprechenden Bedingungen an den Stützpunkten trainieren – ab dem 14. April. Ein sofortiger Start aus der Viruspause ist nicht ohne Weiteres möglich, obwohl Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes, auf Nachfrage betont hat, die Sportstätten ließen sich kurzfristig wieder hochfahren. „Wir sind im Stand-by.“

Aus dem Scherz wird bitterer Ernst

Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Denn das Schwimmbecken im Sportleistungszentrum ist leer – und wird vor Mai auch nicht wieder befüllt. Waspo-Präsident Bernd Seidensticker hatte noch darüber gescherzt, bis er sich am Dienstag selbst ein Bild verschaffte. „Das ist ein totales Versagen der Verbände. Wir haben mit Ilka Seidel eine Stützpunktleiterin und mit Holger Rähse einen Stützpunktleiter für Wasserball – und die Sportler werden nicht mit einbezogen? Das geht so nicht.“

Der Landessportbund Nie­dersachsen sieht da­gegen keine Drucksituation. Man sei in guten Gesprächen mit der Stadt Hannover, heißt es aus der Pressestelle, näher darauf eingehen wolle man in Erwartung der Ergebnisse aktuell nicht. Aus dem Umfeld der Stadt hört man hingegen Konkreteres. Demnach erar­beite Ilka Seidel eine Liste der betroffenen Athleten, die bis zur Wiederöffnung des Leistungszentrums in anderen Bädern Hannovers die Möglichkeit für ihre Einheiten bekommen sollen.

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Doch wieso wurde das Wasser überhaupt abgelassen? Weil die turnusmäßige Reinigung aus der Sommerpause vorgezogen wurde. Eine Entscheidung, die die Stadt als offizieller Betreiber der Sportstätte mit den Verbänden abgestimmt hatte.

"Das ist alles andere als fantastisch"

In Absprache mit der Stadt Hannover hat Seidensticker für die Schwimmer und Wasserballer eine kurzfristige Lösung gefunden. Das Fössebad, das ohnehin von Waspo 98 betrieben wird, wird hochgefahren. „Das ist alles andere als fantastisch, aber besser als nichts“, sagt Seidensticker. In dem kleinen Becken sollen auch Hannovers Topschwimmer Sven Schwarz und Angelina Köhler trainieren.

Das schnelle Hochfahren der Infrastruktur stockt also zumindest bei den Wassersportlern. Und wie sieht es in den anderen Sportarten aus? Klar ist, die Regelungen, die vor dem Shutdown vorgegeben waren, gelten auch weiterhin. Strenge Einlasskontrolle, ausreichend Sicherheitsabstand während der Einheiten, alles strikt nach Zeitplan. Schwierig vor allem für Kontaktsportarten wie Judo.

Das ist das Aufgebot von Waspo 98 Hannover in der Saison 2019/20:

<b>Darko Brguljan</b>: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts Zur Galerie
Darko Brguljan: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts ©

Ein Weltklassesportler wie Igor Wandtke darf auf der Matte in Hannover nicht mit Kollegen kämpfen, selbst wenn diese ebenfalls einem Bundeskader angehören. „Es gilt, dass die Sportler im Training zwei Meter Abstand halten“, sagt Christoph Borschel, Pressesprecher der Region Hannover, auf Nachfrage. Das entspreche den hiesigen Hygienevorschriften im Zuge der Covid-19-Pandemie. Wandtke muss also seine Würfe mit den Dummys üben, die in der Trainingsstätte verfügbar sind.

Gesund zu sein, hilft der Leistungsfähigkeit am meisten

Dieselben Einschränkungen gelten auch im Ballsport, daher seien Zweikämpfe unter Fuß-, Hand- oder Basketballern nicht erlaubt, ergänzte Borschel. Auch Läufer hätten sich ans Abstandsgebot zu halten, beispielsweise beim Üben mit Hürden. „Da müssen mehrere Bahnen zwischen den Hindernissen frei bleiben“, sagt der Regionspressesprecher.

Darüber hinaus gelten für die Sportler natürlich die allgemeinen Umgangsregeln wie Husten und Niesen in ein Einmaltuch oder die Armbeuge oder das häufige Händewaschen, insbesondere nach den Übungseinheiten. Und letztlich dienen die Athleten der eigenen Leistungsfähigkeit am besten, wenn sie gesund ihre Einheiten angehen. „Wer Krankheitssymptome spürt, die auf einen Infekt hindeuten, der sollte lieber zu Hause bleiben und sich auskurieren“, schloss Borschel.