29. Oktober 2020 / 09:30 Uhr

Der Lockdown trifft Hannover hart: So läuft es im Eishockey, Wasserball, Rugby & Co.

Der Lockdown trifft Hannover hart: So läuft es im Eishockey, Wasserball, Rugby & Co.

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eishockey, Boxen, Wasserball, Hockey und Rugby sind ab Montag in Hannover entweder gar nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich.
Eishockey, Boxen, Wasserball, Hockey und Rugby sind ab Montag in Hannover entweder gar nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich. © Florian Petrow
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Bund und Länder haben am Mittwoch Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie getroffen, die auch den Sport betreffen. Der Lockdown trifft Hannover hart: Indians und Scorpions können noch auf eine Saison ohne Zuschauer hoffen, im Wasserball, Rugby, Boxen, Tischtennis und Hockey geht erst einmal nichts.

"Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören (...) Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen." So heißt es im Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch was bedeutet der Lockdown für...

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... das Hockey in Hannover?

Die Feldsaison wurde vergangenes Wochenende beendet. Ende November sollte die Hallenspielzeit starten. Erst letzte Woche hatten sich vier von sechs Teams dafür ausgesprochen, die Bundesliga Nord ab dem ersten Advent zu starten, darunter auch der DHC. Der DTV wollte wie der UHC Hamburg verzichten. Der Verzicht wäre ohne Folgen, es gibt keine Absteiger. Selbst wenn es im Dezember weitergehen könnte, „müssen wir ja im November trainieren. Aber wenn das nicht möglich ist, können wir uns nicht vorbereiten“, sagt DHC-Sportwartin Sylke Stünkel. Bis Mittwochabend gab es noch keine Entscheidung des Deutschen Hockey-Bundes.

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... den Wasserball in Hannover?

Auch die Wasserballer sehen kein Land mehr, der Deutsche Schwimm-Verband hat den Bundesliga-Start der Männer und Frauen in der vergangenen Woche bereits ins neue Jahr verschoben. Vor März dürfte nichts gehen, vermutlich erst später – wenn überhaupt.

Für Meister-Trainer Karsten Seehafer von Waspo 98 Hannover ist es ein Segen, dass in diesem Spätsommer zumindest die letzte Saison wieder aufgenommen und beendet wurde. „Unser Sport nimmt großen Schaden. Selbst wenn wir im März starten. Einige kleinere Vereine sind dann bereits ein Jahr raus aus dem Spielbetrieb, es ist eine Katastrophe“, betont Seehafer.

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... das Boxen in Hannover?

Die Boxer hatten ohnehin vor, den Saisonstart zu verschieben. Dass wie ursprünglich geplant am 7. Januar Runde eins der Bundesliga ertönen könnte, diese Hoffnung hatte der Dachverband DBV schon vor zwei Wochen aufgegeben. Die Vereine wurden aufgefordert, die Vorbereitungen einzustellen.

Der BSK Hannover-Seelze hätte nur 50 Zuschauer ins Autohaus Schrader lassen dürfen, sonst sind es im Schnitt mehr als 700. „Wir rechnen nicht vor dem Frühjahr mit dem Start“, sagt BSK-Chef Arthur Mat­theis. Und eine verkürzte Saison, über die spekuliert wird, ergibt für ihn keinen Sinn: „Wir brauchen in der Bundesliga mindestens vier Heimkämpfe vor Zuschauern. Sonst ist das nicht bezahlbar.“

... das Rugby in Hannover?

Es ist ein Horrorjahr gewesen, das nun einen weiteren bösen Rückschlag bringt. Die Bundesliga war ohne Meister abgebrochen, die neue Saison ins nächste Jahr verlegt worden. Der NRV rief den Fritz-Raupers-Cup ins Leben, um den fünf Bundesligisten der Hochburg Hannover wenigstens einen Wettbewerb und Praxis zu bieten. Drei von fünf Spieltagen sind gelaufen. „Wir werden den Cup fortsetzen, sobald das möglich ist, zur Not im neuen Jahr“, bekräftigt NRV-Vizepräsidentin Ulrike Städler.

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... das Eishockey in Hannover?

Die Indians wollen die weitere Entwicklung abwarten. Der Betrieb in der Oberliga gilt, weil die Corona-Hilfen des Bundes auf diese Klasse entfallen, nicht mehr als Amateursport. „Wir sind als Profisport kategorisiert. Daher warten wir darauf, was der Deutsche Eishockey-Bund entscheidet“, sagt Geschäftsführer Andy Gysau.

Ob der DEB am geplanten Saisonstart am 6. November festhält? Sollte ein Spielbetrieb (ohne Zuschauer) möglich sein, müsse man die Lage laut Gysau jedoch neu bewerten. Die Tests am Freitag (auswärts) und Sonntag (daheim) gegen die Crocodiles Hamburg werden vor leeren Rängen absolviert.

... das Tischtennis in Hannover?

Das Präsidium des Tischtennisverbandes Niedersachsen hat noch am Mittwochabend beschlossen, den Spielbetrieb von Freitag bis zum Ende des Jahres zu unterbrechen. Keine Punkt- und Pokalspiele sowie weiterführende und offene Turniere, TTVN-Races und Ortsentscheide der mini-Meisterschaften mehr in 2020 auf dieser Ebene.

... den Volleyball in Hannover?

Der Deutsche Volleyball-Verband hat den Spielbetrieb in allen dritten Ligen und Regionalligen ab sofort ausgesetzt, inklusive des kommenden Spieltags. Davon betroffen sind auch die Auswärtsspiele der Drittligateams (Männer und Frauen) der SF Aligse am Wochenende.

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