29. Oktober 2020 / 08:17 Uhr

Der Lockdown trifft Hannover hart: So läuft es im Fußball, Handball und Basketball

Der Lockdown trifft Hannover hart: So läuft es im Fußball, Handball und Basketball

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fußball, Handball und Basketball sind ab Montag in Hannover entweder gar nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich.
Fußball, Handball und Basketball sind ab Montag in Hannover entweder gar nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich. © Florian Petrow/Stefan Zwing/imago images
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Bund und Länder haben am Mittwoch Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie getroffen, die auch den Sport betreffen. Der Lockdown trifft Hannover hart: 96 und Recken müssen wieder ohne Fans spielen, auf Amateurebene wird im Fußball, Handball und Basketball der Spielbetrieb sogar komplett ruhen.

"Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören (...) Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen." So heißt es im Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch was bedeutet der Lockdown für...

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... den Fußball in Hannover?

Das wichtigste Ergebnis für die Profis Hannover 96: Die Partien werden nicht abgesagt, der Spielbetrieb nicht erneut eingestellt wie im März. Allerdings werden die Heimspiele in der HDI-Arena ohne Zuschauer ausgetragen werden. Es gibt fürs erste nur mehr Geisterspiele. „Mit dieser Entscheidung haben wir gerechnet“, sagt Boss Martin Kind. „Es ist angesichts der aktuellen Corona-Zahlen auch angemessen.“ Kind vermutet, die vorerst nur für November aufgestellten Regeln „werden danach verlängert“.

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Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) beschloss die Aussetzung des Spielbetriebs ab dem 2. November. „Es macht keinen Sinn für mich, weiterzuspielen, wenn Restaurants, Theater und Kinos schließen. Wir müssen die Gefahr auf ein Mindestmaß reduzieren“, sagte Vize August-Wilhelm Winsmann, der zugleich dem Bezirk Hannover vorsteht, schon vor der Entscheidung. NFV-Präsident Günter Distelrath erklärte am Mittwochabend, es sei „wesentlich, dass wir uns die nächsten Wochen diszipliniert verhalten, um möglichst schnell wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können“. Der Kreis Region Hannover sowie der Bezirk Hannover des Niedersächsischen Fußballverbands hat den Spielbetrieb am Donnerstag mit sofortiger Wirkung eingestellt.

... den Handball in Hannover?

Die erste Handball-Liga (HBL) kann ihren Betrieb fortsetzen, wie im Fußball aber ohne Zuschauer. Davon ist auch die TSV Hannover-Burgdorf betroffen. „Wir bedauernd das sehr“, sagt Recken-Geschäftsführer Eike Korsen und ergänzt: „Wir haben bewiesen, dass wir verantwortungsvoll mit der Situation umgehen können.“ Im November tritt die TSV daheim am 12. gegen Göppingen und am 19. gegen Melsungen an. Es werden zwei Geisterspiele ohne Fans.

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In der 3. Liga unter dem Dach des Deutschen Handball-Bundes (DHB) wird an diesem Wochenende zum Teil noch gespielt. In einer gemeinsamen Videokonferenz am Freitagabend haben das Präsidium und der Vorstand des DHB allerdings beschlossen, den Spielbetrieb in der 3. Liga und der Jugendbundesliga ab Montag zunächst bis einschließlich zum 15. November auszusetzen.

Bereits am Mittwochmorgen entschied der Handballverband Niedersachsen, die laufende Saison in seinem Verantwortungsbereich, also ab Oberliga abwärts, zu unterbrechen. „Vorerst bis zum 31. Dezember“, sagt Präsident Stefan Hüdepohl. Wann und wie der Spielbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen wird, sei offen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Präsidium den Vereinen aus einem Bereich mit einem Inzidenzwert größer 35 die Möglichkeit eingeräumt, Spiele zu verlegen. Davon machten viele Klubs Gebrauch. Von 106 angesetzten Erwachsenenspielen wurden nur 21 ausgetragen. In der 3. Liga waren aufgrund von Corona-Fällen schon Spiele der TSV Burgdorf II und von Handball Hannover-Burgwedel abgesagt worden.

... den Basketball in Hannover?

Bereits am Montag hat sich die Basketball-Region Hannover dazu entschieden, den Spielbetrieb bis zum 31. Dezember zu unterbrechen. Braunschweig und Osnabrück zogen am Dienstag nach. Das betrifft die Ligen ab Regionsliga abwärts.

Mehr Berichte aus der Region

Die Vertreter der 1. Regionalliga Nord (RLN), darunter die MTB Baskets Hannover und die Neustadt Shooters, hatten am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz noch bekräftigt, weiter zu spielen, solange es erlaubt ist, zur Not auch ohne Fans. Der Spieltag am Wochenende wurde nicht abgesagt. „Aber wir haben eine dringende Empfehlung an die Vereine abgegeben, die Spiele nicht stattfinden zu lassen“, sagt RLN-Chef Helge Oldach. Die MTB Baskets und Gegner Cuxhaven haben sich auf eine Absage verständigt.

Die Shooters werden ebenfalls nicht spielen. „Es ist ein Risiko und es macht auch keinen Sinn, jetzt noch zu spielen und dann für mindestens vier Wochen untätig zu sein. So haben auch wir beschlossen, doch nicht zu spielen – auch wenn unser Gegner aus Aschersleben wohl zum Spiel gekommen wäre“, erklärt Trainer Lars Buss von den TSV Neustadt temps Shooters die Absage.

Zwischen Regionalliga und der Region gibt es noch die Ober- und Landesligen, die in der Verantwortung des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV) liegen. Hier wurde der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt, das betrifft in Hannover beispielsweise den SC Langenhagen II.

In der 1. Bundesliga der Frauen wird Profisport betrieben. Deswegen geht der TKH auch davon aus, am Samstag wie vorgesehen in Wasserburg zu spielen und die Saison fortzusetzen. Macht die Stadt Hannover jedoch im November die Halle an der Birkenstraße dicht, haben die TKH-Frauen ein Platzproblem. Die Rollstuhlbasketballer von Hannover United starten am Wochenende daheim in die Bundesliga-Saison. Ohne Zuschauer – wie ohnehin geplant.

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