02. November 2020 / 10:19 Uhr

"Sport ist nicht alles": Nicht nur Golterns Gustav Kuhn hakt Fußballjahr 2020 ab

"Sport ist nicht alles": Nicht nur Golterns Gustav Kuhn hakt Fußballjahr 2020 ab

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Golterns Coach Gustav Kuhn hat seine Spieler schon in die Winterpause geschickt.
Golterns Coach Gustav Kuhn hat seine Spieler schon in die Winterpause geschickt. © deisterpics/Stefan Zwing
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Dass in diesem Jahr noch einmal der Ball rollt, glauben Golterns Gustav Kuhn, Altwarmbüchens Patrick Heldt und Berenbostels Ahmet Cagli nicht. Die drei Kreisliga-Trainer bedauern die Zwangspause, wissen aber auch, dass es derzeit Wichtigeres als Fußball gibt. Ihre Spieler haben sie in die Winterpause geschickt.

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Knapp drei Monate durfte gekickt werden, jetzt geht es für die Kreisligisten aus der Region Hannover vorzeitig in die Winterpause. Im Kreis konnten bis dahin – anders als im Bezirk – immerhin fast alle Partien gespielt werden, ein Chaos bei den Nachholspielen droht nicht.

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Der TuS Altwarmbüchen beispielsweise hätte am Sonntag ohnehin sein letztes Pflichtspiel in der Staffel 5 in diesem Jahr bestritten. „Wir hätten dann im November noch normal trainiert“, sagt TuS-Trainer Patrick Heldt. Das geht im Lockdown nicht mehr. „Wenn es dann wieder möglich ist, treffen wir uns im Dezember vielleicht noch mal zum Kicken. Das kann ich mir aber, ehrlich gesagt, nicht vorstellen“, sagt der 40-Jährige.

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Ähnlich sieht es Ahmet Cagli, Coach des TSV Berenbostel. „Nach vier Wochen Pause kurz im Dezember wieder einzusteigen, das ergibt keinen Sinn“, sagt Cagli. „Ich hoffe, dass sich die Situation über den Winter entspannt und wir im März weiterspielen können.“ Dass das Spiel seiner Mannschaft gegen den TSV Bokeloh am vergangenen Donnerstag schon nicht mehr stattfinden konnte, bedauert der Trainer: „Wir waren gut drauf, das hätte ich gerne noch mitgenommen.“

Heldt sieht Saison als zwei Spielzeiten

Sportlich ist der Spielstopp für Cagli, der mit Berenbostel in der Staffel 2 um den Einzug in die Aufstiegsrunde kämpft, eine Hiobsbotschaft. „Jetzt sind wir wieder lange raus und fangen dann bei Null an.“

Für Gustav Kuhn, Coach des TSV Goltern, ist das zweitrangig. „Sport ist nicht alles, die Gesundheit der Menschen geht vor. Man muss auch mal an die ganzen Pfleger denken, die Überstunden schieben“, betont Kuhn. Seinen Spielern habe er empfohlen, „erst mal zur Ruhe zu kommen und sich um die wichtigen Dinge im Leben zu kümmern“. Fußball stehe da nicht an erster Stelle.

Dass der Ball nun voraussichtlich mehrere Monate lang ruht, wird eine Herausforderung für jeden Kreisligatrainer. „Ich sehe diese Saison nicht als eine, sondern als zwei Spielzeiten“, sagt Heldt. Eine im Herbst, eine im Frühjahr. Trainingspläne gibt er seinen Spielern genau wie Cagli und Kuhn nicht mit. „Die Jungs da zu überwachen, halte ich für Quatsch“, meint Kuhn.

Das Fußballjahr 2020 haben die Kreisligisten abgehakt. „Ich habe den Jungs in der Gruppe frohe Weihnachten und einen guten Rutsch gewünscht“, sagt Kuhn und lacht. Dass im nächsten Jahr dann Stück für Stück zur Normalität zurückgekehrt werden kann, hoffen sie alle.