07. Januar 2022 / 17:52 Uhr

Trotz großer Personalsorgen: Hertha-Trainer Korkut will an Doppelspitze festhalten

Trotz großer Personalsorgen: Hertha-Trainer Korkut will an Doppelspitze festhalten

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Hertha-Trainer Tayfun Korkut war mit dem Remis seiner Mannschaft beim VfB Stuttgart zufrieden.
Muss coronabedingt gegen Köln umstellen: Hertha-Coach Tayfun Korkut. © Getty Images
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Vor dem Rückrundenstart gegen den 1. FC Köln plagen Hertha BSC und Trainer Tayfun Korkut große Personalsorgen. Das Offensivsystem soll dem aber nicht zum Opfer fallen. Sportchef Fredi Bobic stellt derweil die Chancengleichheit in der Liga in Frage.

Manchmal komme er sich schon wie ein Doktor vor, sagte Herthas Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic mit einem Schmunzeln im Gesicht, so viel Raum nehme die Pandemie in den vergangenen knapp zwei Jahren in seiner Arbeit ein. Das Coronavirus und seine Varianten haben kurz vor dem Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Köln (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) auch den Hauptstadtclub fest im Griff.

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Sieben positive Tests hatten die Berliner in den vergangenen Tagen vermeldet. Dederyck Boyata, Deyovaisio Zeefuik und Neuzugang Fredrik Andre Björkan konnten sich erfolgreich frei testen, werden für die Partie am Sonntag aber dennoch keine Optionen sein. Bei Linus Gechter und Ishak Belfodil bestätigten sich die positiven Befunde, sie sind in Isolation und fallen für das Spiel gegen den FC, wie auch Stevan Jovetic (Wade), sicher aus. Ebenfalls in Isolation befinden sich Lucas Tousart und Santiago Ascacibar. Bei ihnen bestehe aber noch die Möglichkeit, dass sie sich früh genug frei testen könnten und am Sonntag zum Team stoßen.

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"Ich hoffe, dass wir im Sommer, wenn die Bundesligasaison zu Ende geht, nicht darüber reden müssen, wer im Januar und Februar besser durch die Omikron-Phase gekommen ist“, sagte Bobic und verwies darauf, dass die aktuellen Regelungen einzelne Teams durchaus benachteiligen könnten. Laut Bobic müsste Hertha BSC geimpfte Spieler, die keine Symptome aufweisen, eigentlich gar nicht testen. Eine Testpflicht gäbe es erst, wenn der erste positive Befund vorliegen würde. Diesen gab es im Anschluss an freiwillige Tests nach der Rückkehr der Spieler aus dem Weihnachtsurlaub. Nun falle ein Spieler nach dem anderen aus, obwohl keine Symptome vorlägen.

"Wenn du nichts spürst und trotzdem nicht spielen darfst, ist das schon hart“, sagte Bobic, der in der Thematik noch Redebedarf erkennt: "Es gibt viele Diskussionen in der Liga. Was ist fair, was nicht? Soll überhaupt gespielt werden? Es ist schon interessant, wenn manche Clubs wohl null Fälle haben. Das kann man sich gar nicht vorstellen.“

Korkut: "Haben genug Spieler, die ihre Leistung bringen können"

Als Ausrede, das betonten Bobic und auch Trainer Tayfun Korkut, solle die angespannte Personalsituation aber nicht dienen. "Das darf keine Rolle spielen. Andere Mannschaften sind auch gebeutelt. Wir haben genug Spieler, die ihre Leistung bringen können“, sagte Korkut, der den Fokus vor dem Heimspiel gegen den Tabellenachten lieber auf das Sportliche lenken wollte. "Für uns ist vor allem wichtig, was wir auf dem Platz machen. Mut und Kreativität – das war ein Kennzeichen unserer letzten beiden Heimspiele, die wir gewinnen konnten“, sagte der 47-Jährige. Wer genau gegen die Rheinländer auf dem Platz stehen wird, ist laut Korkut aber noch offen. Schließlich könnten bis zur letzten Minute noch Spieler aus der Corona-Quarantäne zurückkommen.

Klar machte Korkut, dass er weiter auf ein System mit zwei Stürmern setzen wolle. Durch die Ausfälle des zuletzt gut harmonierenden Angriffsduos Jovetic/Belfodil schlägt die Stunde der zweiten Reihe. Davie Selke dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Anfangsformation rücken. Daneben könnte der bislang noch unter den Erwartungen der Klubführung spielende Myziane Maolida eine weitere Bewährungschance erhalten. Auch Jurgen Ekkelenkamp dürfte, wie schon beim 3:2 gegen Dortmund, in der Startelf stehen. Keine Alternative mehr ist hingegen Krzysztof Piatek, der bereits in Italien weilt, um sich per Leihe dem AC Florenz anzuschließen.