15. April 2020 / 13:25 Uhr

In Zeiten der Corona-Tristesse: Ein Platzwart sieht das Positive in der Krise 

In Zeiten der Corona-Tristesse: Ein Platzwart sieht das Positive in der Krise 

Jan Jüttner
Platzwart Andreas Busch kümmert sich seit 22 Jahren um die Sportplätze in Haimar. 
Platzwart Andreas Busch kümmert sich seit 22 Jahren um die Sportplätze in Haimar.  © Privat/Montage
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Aufgrund der Folgen der Corona-Krise ruht der Amateurfußball in ganz Deutschland. Auch die Arbeit von Kreisliga-Platzwart Andreas Busch wird von der Ausbreitung der Epidemie beeinflusst. Er kann der Situation dennoch etwas Positives abgewinnen und ist optimistisch, dass der Ball im Mai wieder rollen wird. 

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Die Corona-Krise sorgt für gähnende Leere auf den Amateurplätzen in Deutschland. Die aktiven Spieler schieben Frust, Ticketeinnahmen bleiben aus - das Herz des Fußballs scheint nicht mehr zu schlagen. Platzwart Andreas Busch vom hannoverschen Kreisligisten TSV Germania Haimar-Dolgen sieht in all der trostlosen Zeit jedoch etwas Positives. "Ich muss mich nicht mehr mit den Trainer rumärgern, wer auf den Platz darf und wer nicht. Zumindest dieses Thema hat sich erstmal erledigt", sagt er mit einem Augenzwinkern.

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Im Alter von sechs Jahren trat er dem Dorfklub bei, spielte lange Zeit in der Ersten Herren und sorgt seit 22 Jahren dafür, dass die Plätze in dem kleinen Dorf Haimar einen großartigen Ruf in der Region haben. Viele Vereine freuen sich angesichts der Platzverhältnisse regelrecht auf die Auswärtsspiele in dem kleinen Örtchen. Dabei muss Busch sich nicht nur um einen Platz kümmern, sondern gleich um vier. Der Klub verfügt über einen Jugendplatz, einen Bolzplatz, einen Trainingsplatz und einen nur für die Punktspiele.

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Trotz der Fußball-Pause hat der 55-Jährige seine Pflege-Routine nicht verändert. "Bei anderen Klubs ist der 16er sogar schon zugewachsen. Aber wir haben es bei uns bereits während des laufenden Spielbetriebs immer gut hinbekommen. Klar, man könnte die Plätze jetzt nochmal intensiver pflegen, aber es ist immer eine Frage des Geldes", erklärt er.

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Das "Grundgesetz" der Initiative: Im Manifest könnt Ihr nachlesen, wofür #GABFAF sich einsetzt. Direkt hier in der Galerie! © #GABFAF

Sonne und Wassermangel machen dem Rasen zu schaffen

Die vielen Sonnenstunden der letzten Tage sorgen jedoch für Probleme: Die Plätze müssen gewässert werden, damit sie nicht zu trocken sind – sollte der Spielbetrieb tatsächlich nochmal aufgenommen werden können. "Leider haben wir nur einen Rasensprenger. Den Rest beregnen wir mit einem alten Güllefaß mit Wasser aus dem Mittellandkanal“, so Busch. Im Sommer kümmert sich der 53-Jährige täglich um den Zustand der Plätze. Er kürzt mit seinem kleinen Mähtraktor den Rasen, entfernt Unkraut und bessert die Mauselöcher aus.

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Busch über sein Ehrenamt: "Ich zähle nicht die Stunden"

Trotz der Krise ist er fest davon überzeugt, dass die Saison im Mai wieder fortgesetzt kann. "Ich habe Kontakte zu Vertretern vom Niedersächsischen Verband. Die Tendenz ist, dass im Mai zwei Spiele wöchentlich ausgetragen werden sollen", verrät Busch. Dies hätte zur Folge, dass die Plätze nach der Schonphase dann stark in Anspruch genommen werden würden. Doch Busch gibt sich optimistisch. "Die Plätze sind gut in Schuss. Das vertragen sie schon", meint er. Dabei wird sehr viel Arbeit auf Busch zu kommen, die er gegen einen kleinen Beitrag ehrenamtlich leistet. Gedanken, wie viel Zeit er eigentlich auf der Anlage verbringt, macht er sich nicht. "Ich zähle nicht die Stunden. Die Arbeit für den Verein ist für mich ein soziales Projekt und natürlich selbstverständlich", so Busch.